Gastbeitrag von Thomas Böhm!

Allgemein

Von Thomas Böhm

Da stehen sie wieder stramm in Reih und Glied und freuen sich wie Bolle, dass ihre Verbündeten aus Darmstadt sie in ihrem Kampf gegen aufmüpfige Bürger und abspenstige Leser unterstützt haben.

Das ganze mediale Spektakel um das Unwort des Jahres „Lügenpresse“ ist dabei so verlogen, dass man nur noch darüber lachen kann. Den Bezug auf die dunkle deutsche Geschichte in die Schlacht gegen PEGIDA zu werfen, dient nur dazu, mit der Lügenpresse unliebsame Bürger zu zerquetschen, oder wurde schon mal das Wort „Mutterschaft“ als Unwort des Jahres gekürt?

Da man die meisten Journalisten noch zur menschlichen Gattung zählen kann, ist ihre Arbeit, also das, was wir sehen und lesen dürfen, das Ergebnis von subjektiver Wahrnehmung. Der Lügenprozess beginnt mit der Wahl der Themen, der Selektion aus den Nachrichten, die millionenfach und permanent über den Ticker laufen, denn es gibt nur eine einzige Wahrheit und das ist die ganze Wahrheit. Wer etwas weglässt, schlimmsten Falls verschweigt, macht sich somit der Lüge schuldig.

Wir brauchen uns doch nur daran zu erinnern, dass die meisten Medien untereinander vereinbart haben, bei bestimmten Tätern die Herkunft, also die ganze Wahrheit zu verschweigen.

Wir brauchen uns doch nur daran erinnern, dass bei Interviews gerne das eine oder andere entscheidende Wort weggelassen wird, damit die Aussage ins politische Konzept des Fragers passt, dass aus einer Menschenmenge genau derjenige herausgepickt wird, der eine entsprechende Aussage macht, die wiederum ins Konzept des Fragers passt.

Kein deutscher Journalist würde sich die Mühe machen, alle 35.000 Teilnehmer der PEGIDA-Demo in Dresden zu befragen, um sich anschließend ein Bild zu machen, das eine realistische Grundlage zu seiner Aussage bilden könnte.

Nicht ohne Grund muss ständig der Presserat einberufen werden, beschäftigen die Verlage Rechtsabteilungen. Wenn die Journalisten nicht so lange Nasen und kurze Beine hätten, würde das alles nicht nötig sein.

Wer einmal eine Redaktionskonferenz erlebt hat, weiß, wie die täglich gedruckten und online gestellten Lügen zustande kommen. Da gibt es einen Diktator, den so genannten Blattmacher, er erscheint den zitternden Untergebenen mal in der Person eines Verlegers, ein anderes Mal als Chefredakteur oder in der Gestalt eines Ressortleiters, der nach einer durchzechten Nacht mit Parteivorsitzenden oder Wirtschaftsbossen meistens verkatert und schlecht gelaunt die Linie, den Inhalt und die Form des Mediums bestimmt.

Wer sich nicht daran hält, verliert seinen Job, also tun die Zeilenknechte alles, um der einzigen Wahrheit, der Wahrheit ihres Chefs, zu dienen. Dabei wird gedreht und gewendet, bis es dem Herrenm passt.

Dann ist die Lüge fertig produziert und kann gedruckt werden.

Und wir wissen jetzt, woher der Ausdruck „Er lügt, wie gedruckt“ stammt:

Bedeutung:
Mißbrauch des gedruckten Wortes bei der Nachrichtenverbreitung in Zeitungen, Zeitschriften etc..

Herkunft:
Otto v. Bismarck sprach am 13. Februar 1869 im Herrenhause über den Mißbrauch, der mit der telegraphischen Verbreitung politisch tendenziöser Nachrichten getrieben wurde und über die Autorität, die viele Menschen, zumal bis 1848, dem gedruckten Wort zugebilligt hatten.

In diesem Zusammenhang sagte er: “Bis dahin hatte für einen großen Teil der Bevölkerung alles Gedruckte seine besondere Bedeutung; jeder, der auf dem Lande nur das Amtsblatt las, von der Bibel und dem Gesangbuche nicht zu reden, hielt das Gedruckte für wahr, weil es gedruckt war, ungeachtet des üblichen Sprichworts: er lügt wie gedruckt; es wird vielleicht auch dahin kommen zu sagen: Er lügt wie telegraphiert.“

http://volk-und-heimat.info/heimatforum/wbb/kultur/deutsche-literatur-musik-kunst/redewendungen-bedeutung-und-erkl%C3%A4rung/3680-l%C3%BCgen-wie-gedruckt/

http://journalistenwatch.com/cms/2015/01/14/nur-verlogene-journalisten-behaupten-es-gaebe-keine-luegenpresse/

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