Lügenpresse und Autobahn

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Das Unwort des Jahres: #Lügenpresse

Lügenpresse „war bereits im Ersten Weltkrieg ein zentraler Kampfbegriff und diente auch den Nationalsozialisten zur pauschalen Diffamierung unabhängiger Medien”, begründete die Unwort des Jahres – Jury ihre Entscheidung.

 

Die Tatsache, dass diese sprachgeschichtliche Aufladung des Ausdrucks einem Großteil derjenigen, die ihn seit dem letzten Jahr als ‘besorgte Bürger’ skandieren und auf Transparenten tragen, nicht bewusst sein dürfte, macht ihn zu einem besonders perfiden Mittel derjenigen, die ihn gezielt einsetzen.

Das ZDF zeigte sich schon vor einigen Tagen besorgt und fand eine Wissenschaftlerin, die für den Staatssender formulierte:

Viele der verwendeten Begriffe lassen sich aus sprachwissenschaftlicher Sicht auf einen nationalistisch-völkischen oder nationalsozialistischen Sprachgebrauch zurückführen. Diese Bezüge sind aus sprachhistorischer Sicht leicht nachweisbar. Die Pegida-Anhänger erfinden keine neuen Begriffe, sondern halten sich an bestehenden Formulierungen fest, weil sie sich dann in ihrem eigenen Kontext sicherer fühlen.

LügenpresseWeiter führt ANDREA-EVA EWELS, Geschäftsführerin der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), auf ZDF.de aus:

Die meisten der Wörter und Sätze der Pegida-Bewegung sind nationalistisch oder völkisch aufgeladen. Manche lassen sich direkt auf die Sprache der Nazi-Zeit zurückführen, wie zum Beispiel das Wort “Volksverräter”. Andere Begriffe lassen sich in der Sprachgeschichte viel weiter zurückverfolgen wie etwa “Abendland”, das aber auch − neben einer rein geografischen Bestimmung “Land im Westen” − immer wieder zur Abgrenzung gegenüber bestimmten Gruppen verwendet wurde. Auf diese Weise wird das eigentlich unverdächtige Wort “Abendland” ideologisch verseucht.

Also, doch alles völkische Nazis. Könnte man glauben, wären da nicht auch die Begriffe „Autobahn“ „Rundfunkempfänger“ und dergleichen. Und ja, unbestätigten Berichten zufolge soll Göbbbels sogar mal „aber“ und Hitler höchstpersönlich „wenn“ gesagt haben. Alles nachzuhören bei den unzähligen Hitler-sein bester Freund, der Baum – Dokumentationen von ZDF (info) bis n24…

Auch nutzt der Deutsche gern Z wie Zylinder oder Zeppelin anstatt Zacharias – eine Buchstabierweise eingeführt von den Nationalsozialisten. Der Deutsche nutzt sogar die vom nationalsozialistischen Diktat eingeführte lateinische Schriftarten. Und das erst Wort „Presse“ selbst … ach lassen wir das…

Was ist also dran, am Vorwurf „Lügenpresse“ und Nazivergangenheit. Alles – die Experten haben recht, aber die Nutzer des Wortes ebenso. Anstatt sich die Medien mit dem Inhalt des Wortes auseinandersetzen, ist es für sie mal wieder ganz gut, dass es Hitler gab. Wäre es nicht Hitler, wäre es der Kaiser oder Bismarck oder die Preußen. Irgendetwas findet sich immer, um vom eigenen Fehlverhalten abzulenken!

4 thoughts on “Lügenpresse und Autobahn”

  1. Für ZDF, ARD usw. sowie für 98% der deutschen Lügenpresse wie auch z. B. für Andrea-Eva Ewels hat nach wie vor Gültigkeit:
    “Wes Brot ich eß, des Lied ich sing!”
    Damit ist wohl alles klar, oder?

  2. Och die LÜGENPRESSE ist jetzt besorgt weil sie als ebendas enttarnt wurde was sie ist; nämlich als Lügenpresse.
    Ach was tun diese Lügner meinen Freunden vom “Orden der Patrioten” und mir jetzt leid (LOL).
    Wurden sie beim lügen erwische, die Armen 🙂

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