Ohne Moos nix los!


Der Davidaufstand von Berlin

Der Davidaufstand von Berlin

Haben Sie, geneigte Leser, auch davon erfahren, wie ukrainische Hacker der Bundesregierung erst kürzlich fast geholfen haben? Nein? Das war so:

Anfang Januar dieses Jahres hatte der ukrainische Premier Jazenjuk Angela Merkel in Berlin einen Besuch abgestattet. Gleichzeitig legte die ukrainische Hackergruppe „CyberBerkut“ Server lahm. Und zwar die vom Bundestag und von der Bundeskanzlerin. Wenn Sie, geneigte Leser, glauben, das sei ein toller Coup dieser Hacker gewesen, so muss ich Sie enttäuschen. Zuvor hatten die Hacker die Server der Nato zu Fall gebracht, indem sie sie überlastet hatten. Wechselt man von einem Gegner, wie der Nato, zu Gegnern, wie dem Bundestag oder der Bundeskanzlerin, ist das etwa so, als ob David Goliath besiegt und dann gegen Zwerge antritt.

Der Bürgerkrieg in der Ukraine ist auch ein Kampf: David gegen David. Die Ostukraine kämpft gegen den Rest der Ukraine. Die Ostukraine will ein Zipfel des großen Russland sein, wogegen sich die restliche Ukraine wehrt. Sie hält das für kriecherisch. Deshalb schlägt sie das Gegenteil vor: Sie will ein kleiner Zipfel der Nato werden. Ob es nun tapferer ist, am Hintern der Nato zu hängen oder am Hintern von Russland, vermag ich nicht zu entscheiden, ebenso wie die Ukrainer, die einander nicht einmal mit Waffengewalt überzeugen können. Die Frage, wer ein größerer Kriecher ist, lässt so manchen Ukrainer zum David werden. Ist es in Deutschland etwa anders? Auch hier treibt die Politik der Kanzlerin die Bürger auf die Straße. Da hört man von ihnen aber keine Jubelchöre, nein, sondern Protestchöre. Kaum ein Montag, an dem keine Wut- und Protestbürger Ihre Stimmen auf den Straßen ertönen lassen. Bei uns ist aber die Frage noch ungeklärt, wer David und Goliath ist.

Die ukrainische Hackergruppe „CyberBerkut“ ließ sich von solchen Fragen jedenfalls nicht aus der Ruhe bringen und schritt zur Tat. Die Onlineausgabe der Zeit zitiert den Regierungssprecher Steffen Seibert wie folgt: „Regierungssprecher Steffen Seibert bestätigte die Attacke am Mittag: “Ich kann sagen, dass seit etwa 10 Uhr die vom Bundespresseamt betriebenen Internetauftritte (…) zeitweise nicht erreichbar sind.” Und warum dieser „Davidaufstand“? Aus Angst, Kanzlerin Merkel könnte Jazenjuk Gelder, für seinen Kampf in der Ostukraine, geben. So war der Angriff der Hacker also zweierlei: Hass auf Jazenjuk und Hilfe für Merkel. Ja, das kennen Sie doch bestimmt auch, geneigte Leser, wenn sie einen unerträglichen Nachbarn eine Weile los sind, schwindet ihre Erinnerung und sie finden ihn fast schon wieder lieb. So lange hat der Angriff dann aber nicht gedauert!

Ich finde, deutsche Hacker könnten sich für den Angriff revanchieren und David in der Ukraine spielen. Vielleicht hilft es Jazenjuk – für einen Tag.

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