Ohne Moos nix los!


Immer mehr Deutsche misstrauen der Presse oder: über Sprachzensur (Wolfgang Luley)

Jüngst las ich auf der Onlineausgabe der Zeit einen Artikel, in dem stand, nur etwa 40 Prozent der Deutschen halte die Presse für objektiv. Dazu sage ich nur: Selbst schuld! Ich will jetzt nicht über die Objektivität der Presse schreiben – vielleicht in einer anderen Kolumne – was mich hier bewegt, ist ein Bericht, den ich zeitgleich auf linksunten.indymedia.org gelesen habe; der Bericht heißt: „Hausbesuch bei der Kanzlei Heumann“. (Alexander Heumann ist Mitglied bei der Alternative für Deutschland.)

Wer sich fragt, warum Linksextreme „Hausbesuche“ absolvieren und ob das vergleichbar sei mit den Zeugen Jehovas, die versuchten, einen von Gott zu überzeugen, den kann ich beruhigen. Wenn Linksextreme etwas nicht wollen, dann von Gott überzeugen! Das ist aber leider kein Grund, sich auf dem Sofa zurückzulehnen. Die Linksextremen wollen jeden, mit dem sie sich anlegen, davon überzeugen, dass derjenige vogelfrei ist, bzw. zu sein hat. Ja, die Antifa, obwohl gegen „Bullenstaat und Kapital“ versteht sich als linke Polizei. Dieser Logik nach sind alle, denen sie „Hausbesuche“ abstatten, keine Linken, was in etwa bedeutet, es sind Verbrecher. Welch schöne Logik! Entweder, man ist links oder ein Verbrecher. Da verwundern auch nicht die Begriffe, mit denen der Schreiber hantiert. Als da wären: AfD, rechtsaußen, rassistisch. Die Begriffe reihen sich derart sorglos in den Bericht ein, dass man als Leser kaum Verdacht schöpft, man werde zu einer bestimmten Meinung gedrängt. Mich erinnern solche Wörter immer an einen Katalog diffamierender Begriffe. Was früher Aufklärung war, ist heute eine Information darüber, welche diffamierenden Begriffe man kennt! So verwundert auch nicht das Ergebnis. Das Schema seiner Argumentation jedoch könnte aus einer Witzspalte der Bildzeitung entnommen sein: Sie zu ihm: Ich wusste nicht, dass Du ein Rassist bist! Er zu ihr: Bin ich auch nicht. Sie zu ihm: Das kann jeder behaupten, Du Rassist! So also wäre der Nachweis erbracht, dass die Alternative für Deutschland rechtsradikal, wenn nicht gar rechtsextrem sei, und dazu noch rassistisch.

Generell stört mich an solchen Berichten, dass sie nicht einmal den Versuch unternehmen, die Leser zu überzeugen. Ähnlich verhält es sich mit großen Zeitungen, etwa der „Bild“, bei der Artikel keine Meinungen begründen, sondern feststehende Meinungen illustrieren. Oder anders ausgedrückt: Die Autoren sehen nur, was sie sehen wollen. Frei dem Motto: Ich sehe die Welt, wie sie mir gefällt! In der Politik nennt man das: Pippi-Langstrumpf-Phänomen. (Frei nach der Kinderbuchfigur Astrid Lindgrens.)

Generell bezeichne ich andere Autoren nicht als hohl, obwohl sie, in gewisser Weise, beschränkt sind. Sie werden durch ihre Redaktionen beschränkt, die ihnen per Handbuch einen Sprachkodex verordnen. Der Sprachkodex verharmlost Linksterroristen zu Autonomen oder zu Linksaktivisten, während Rechte und Rechtsradikale kaum unterschieden werden. Und wenn, müssen sie sich als Idioten oder als gewaltbereit anspucken lassen. Anderer Art der Beschränktheit ist die ideologische Brille, die nur erkennen will, was zuvor als wahr akzeptiert wurde. Dazu gesellt sich die sprachliche Zwangsjacke, die sie ihren Gedanken überstülpen. Kein Wunder, dass immer mehr Leser erkennen, wie subjektiv die Artikel sind, die ihnen regelmäßig vor die Nase gesetzt wird. Das führt natürlich zur Frage, wie ich es, als Autor, mit sprachlichen Verordnungen, bzw. mit ideologischen Brillen halte?

Diese Frage kann ich leicht beantworten: Ich bevormunde Leser nicht. Auch bevorzuge ich lieber Fragen als Behauptungen. Sehr gern mag ich auch Aphorismen, die ich in meine Texte einstreue. Werde ich nach dem idealen Leser meiner Texte gefragt, antworte ich: Jemand, der sich nicht in den Sessel zurücklehnt, sondern den eigenen Denkapparat benutzt. Das beantwortet auch die Frage, wie ich zu Ideologien stehe. Mein Schreibkonzept beruht auf Ideologiekritik. Im Sinne der Aufklärung decke ich Vorurteile, Irrtümer und Aberglauben auf. Daher weiß ich, dass auch ich beschränkt bin, aber nicht durch sprachliche oder ideologische Verordnungen, sondern durch meine Dummheit. Aber daran arbeite ich. Dazu ein Aphorismus: Meine Dummheit ist mit mir unzufrieden. Das tut mir aber leid!

Auf der anderen Seite greifen die sprachlichen Zwangsjacken immer wilder um sich. Man denke nur an die Political Correctness, die etwa ab den 90er Jahren, aus den Staaten, nach Europa kam. So darf man Ausdrücke wie „Zigeunerschnitzel“ nicht mehr verwenden, weil das rassistisch sei. Ganz zu schweigen vom „Mohrenkopf“, den man „politisch korrekt“ als Schaumkuss zu bezeichnen hat.

Ich selbst sehe keine besondere Veranlassung, in meinen Texten, von Zigeunerschnitzel oder von Mohrenköpfen zu schreiben; allerdings werde ich mir diese Freiheit nicht absprechen lassen. Für mich ist die politische Korrektheit ein Angriff auf die freie Rede. In Zukunft kann man Leute kriminalisieren, indem man ihnen vorwirft, sie würden „Hassbotschaften“ verbreiten und somit „Volksverhetzung“ betreiben. Für mich ist Political Correctnes: Freiheit der Meinungszensoren. Oder anders gesprochen: Political Correctnes ist linker Meinungsterror. Nichts anderes betreiben linke Plattformen wie „linksunten“.

Nun mögen einige Autoren denken: „Ich schreibe zwar für eine große Zeitung und muss mich an die sprachlichen Zwangsjacken halten, aber trotzdem …!“ Ja, ich gebe zu, es ist ein Unterschied, ob man Tatsachen in einer Sprache verkünden muss, die einem verordnet wird, oder ob man diese Sprache gerne verwendet und obendrein noch lügt, bzw. Halbwahrheiten verkündet. Beschränkt ist man aber immer! Auch mag es ein glücklicher Umstand sein, wenn man für eine kleine Zeitung in die Tasten haut und der Redakteur ein Freigeist ist. Die einzige Lösung scheint mir aber doch: keine absoluten Ansprüche an die Wahrheit zu stellen und Worte in der eigenen Sprache zu formulieren. Entweder: wir wollen Demokratie oder nur den Schein von Demokratie. Dann müssen wir auch eine mögliche Diktatur akzeptieren. Die sogenannten „Hausbesuche“ sind nur erste Vorboten.

Das Gebot der Stunde lautet: Freiheit oder Bevormundung!

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