Ohne Moos nix los!


ui-jui-jui und der „goldene Günter“

(he) Der Goldene Günter 2014 in der Kategorie „Unfreiwilliger Bumerang des Jahres“ geht an das Leistungsschutzrecht und seine geistigen Väter, die deutschen Verlage. So das Medienmagazin DWDL.de – Wir können dem Medienmagazin nur zustimmen und stehend applaudieren.

Bereits zum 7 Mal zeichnet das Medienmagazin die unsinnigsten Mediensachen charmant mit dem „goldenen Günter“ aus. Eine kleine Laudatio stellte DWDL auf seine Seite, von der wir zitieren:

Ein Paragraph, der sich als nutz- und wirkungslos erwiesen hat: Wie die Verleger mit Hilfe des Leistungsschutzrechts Google gefügig machen wollten, war „ziemlich ui-jui-jui“ und wenig erfolgreich. Die Frage ist: Wer will hier eigentlich wen erpressen?

[…]

Beginnen wir mit einem vorweihnachtichen Gedankenspiel: Sehnsüchtigst wünscht sich der kleine Axel ein schickes, rasantes Skateboard. Dass er seine Eltern nicht länger beknien muss, hat er nach Monaten eingesehen. Die halten das für zu gefährlich. Doch zum Glück gibt es ja noch Oma und Opa, die sich etwas leichter bequatschen lassen. So liegt das lang ersehnte Board schließlich doch noch unterm Weihnachtsbaum, und die Geschichte könnte für den kleinen Axel ein Happy End haben. Hat sie aber nicht. Denn der kleine Axel ist noch zu klein, um die Rollen allein am Board zu montieren, dazu braucht er seinen Papa. Doch was macht der? Versteckt das Sehnsuchtsobjekt im obersten Kellerregal. Der kleine Axel ist zu klein, um es dort zu finden. Er weint bitterlich.

Bloß weil Weihnachten ist, geht nicht jede Geschichte gut aus. Und bloß weil gewählte Politiker, die wiedergewählt werden wollen und dazu die Medien brauchen, sich gegenüber Verlegern wie Oma und Opa verhalten, ist nicht jedes ihrer Geschenke von praktischem Nutzen. Der große Axel (Springer) hatte bekanntlich 2013 im Verbund mit vielen anderen Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen die Einführung eines „Leistungsschutzrechts für Presseverleger“ zusammenlobbyiert. Seither heißt es in Paragraph 87g des deutschen Urheberrechts: „Zulässig ist die öffentliche Zugänglichmachung von Presseerzeugnissen oder Teilen hiervon, soweit sie nicht durch gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen oder gewerbliche Anbieter von Diensten erfolgt, die Inhalte entsprechend aufbereiten.“ Ein Paragraph, der sich dieses Jahr endgültig als nutz- und wirkungslos erwiesen hat.

Vor allem aber ein Paragraph der dazu dient, eine freie Meinungsbildung zu verhindern. Denn oft nutzen zum Beispiel freie Redakteure oder Blogs Aussagen ihrer Kollegen – um sie zu untermauern – oder zu kritisieren.

Dennoch sollte sich auch Google der Kritik stellen. Denn Marktmacht hat man, wie die Springerpresse selbst erfahren musste:

Für „Welt.de“ wurde die Einwilligung um zwei Wochen verzögert und erst Anfang November erteilt. In diesem Zeitraum habe die verkürzte Darstellung der Suchergebnisse zu einem Traffic-Minus von fast 40 Prozent geführt, über Google News sei der Traffic gar um fast 80 Prozent eingebrochen. „Das ist vielleicht der erfolgreichste Misserfolg, den wir je hatten“, so Springer-Boss Mathias Döpfner. „So traurig es ist, aber wir wissen jetzt sehr präzise, wie massiv die Folgen der Diskriminierung sind, wie sich die Marktmacht von Google tatsächlich auswirkt und wie Google jeden bestraft, der ein Recht wahrnimmt, das der Deutsche Bundestag ihm eingeräumt hat.“

Leider wird es schwer werden, dieses unsinnige und der Demokratie schadende Gesetz wieder zu streichen, obwohl Linke und Grüne dies fordern. Doch vielleicht nützt ein Blick nach Spanien. Dort hat Google seinen Dienst Google News abgeschaltet, nachdem man dort eben solchen Blödsinn Gesetzeskraft schenkte.

Es bleibt festzuhalten: Leistungsschutzrecht widerspricht den Grundsätzen einer freien Meinungsfindung, und somit einem Grundpfeiler der westlichen Demokratie. Das Leistungsschutzrecht widerspricht der Idee des Internets und könnte als eine Art chinesischer Trojaner verstanden werden. Deshalb hatte bereits vor der Gesetzgebung der Preußische Anzeiger seine Sicht dargestellt und wurde dafür oft kritisiert. Dennoch, der „goldene Günter“ sollte weiterreichen – nicht nur das Leistungsschutzrecht, sondern auch der Abmahnirrsinn in Deutschland sollten anbgeschafft, die Durchführung dieser unter Strafe gestellt werden. Nicht nur, weil damit die freien und unabhängigen Medien; wie Ihr PA; immer wieder in eine Graustufe oder kostenpflichtige Falle  treten, sondern weil unsere Zivilisation, gerade in der Zeit des Internets, die freie Informationsvermittlung und -weitergabe benötigt!

Wir zollen Respekt und Applaus gegenüber der Jury des goldenen Günter!

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