Über Angst- Wut- und Frustbürger (Wolfgang Luley)

Satire & Humor

Politik ist ein hartes Brot. Das spüren Politiker vor allem dann, wenn Bürger auf die Straße gehen. Da blicken sie dann in ängstliche, wütende und frustrierte Gesichter, vor allem jetzt, gegen Ende des Jahres 2014. Die Große Koalition aus CDU und SPD ist seit einem Jahr an der Macht und von den Bürgern weiter entfernt als je zuvor. So müssen immer mehr Politiker mit ansehen, wie Bürger die Große Koalition als das erkennen, was sie ist: Bevormundung, Beleidigung und Kriminalisierung Andersdenkender. Und das macht die Politiker ängstlich, wütend und auch frustriert. Kein Wunder, dass sich nicht viel mehr Bürger auf die Straße wagen, bei solchen Politikerfressen!

Ein solcher Angst- Wut- und Frustbürger ist Wolfgang Bosbach von der CDU. Kürzlich sagte er, auf dem CDU-Parteitag in Köln, dass Bürger vermehrt auf die Straße gingen, weil sie: „instrumentalisiert“ seien. Interessant ist übrigens, dass just auf diesem Parteitag auch das umstrittene Freihandelsabkommen mit den USA befürwortet wurde. Dieses Abkommen zwischen der Europäischen Union, den USA und Kanada bringt der Wirtschaft, auf Kosten der Arbeitnehmer, mehr Gewinne. Die Löhne der Arbeitnehmer werden angeglichen, was nicht mehr, sondern weniger Geld bedeutet. Herr Bosbach hat aber recht, die Arbeitnehmer, die auf die Straße gehen, sind instrumentalisiert – durch ihren Selbsterhaltungstrieb!

Selbsterhaltung ist auch, was Bürger zur Pegida treibt, dieser islamkritischen Bewegung, die derzeit Politiker Schaum in den Mund treibt, oder sie ängstigt und frustriert. Statt Lösungen fällt ihnen nichts ein, außer, zu bevormunden, zu beleidigen und zu kriminalisieren. So etwa, wenn Bosbach meint, Bürger von dieser Bewegung abraten zu müssen, das seien: „Rechte und Rechtsextreme“. Dazu sage ich: selbst wenn, Herr Bosbach, es geht Sie einen feuchten Kehricht an, was Bürger in ihrer Freizeit unternehmen! Noch sind wir eine Demokratie, die jedem seine Meinungsfreiheit garantiert. Ihnen mag das einen Stich ins Herz versetzen, aber wenn es Ihnen bei uns nicht gefällt, ziehen Sie doch nach China, da wird sogar das Internet überwacht. Vielleicht befriedigt das Ihre kommunistischen Sehnsüchte!

Ausfallender wurde da schon der Vorsitzende der Grünen, Cem Özdemir. Demonstranten einer Pegida-Veranstaltung nannte er kürzlich: „komische Mischpoke“. Auf Deutsch heißt das etwa: kranke Bande. Wobei Özdemir das Wort „Mischpoke“ bewusst gewählt hat. Das Wort stammt aus dem Jüdischen und soll Juden – und Ausländerhass unterstellen. Das nun finde ich komisch, im Sinne von: heiter und absurd. Die Grünen wollen das Inzest-Verbot abschaffen und haben Mitglieder in ihren Reihen, die es erregt, wenn kleine Mädchen sich entblößen (Daniel Cohn-Bendit). Und Özdemir? Er selbst sorgte im Sommer dieses Jahres für einen Skandal, als er mit einer Hanf-Pflanze ertappt wurde. Wir halten fest: Der Vorsitzende einer Partei, die für Inzest und Drogen eintritt und fragwürdige Mitglieder in ihren Reihen hat, nennt Bürger, die aus Selbsterhaltungstrieb auf die Straße gehen, eine „komische Mischpoke“. Schon eine komische Mischpoke – diese Grünen!

Eine komische Mischpoke ist auch die SPD. So hat kürzlich der Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), Demonstranten der Pegida als „Schande für Deutschland“ bezeichnet. Würde sich Herr Maas getrauen, in den Spiegel zu sehen, sähe er eine Schande für Deutschland. Und das Tag für Tag! So will er Wiedereingliederungshilfen für Terroristen und Mörder des Islamischen Staates. Man stelle sich vor: Ein junger Deutscher zieht nach Syrien, um sich dort dem Islamischen Staat anzuschließen. Einem Staat, der Videos im Netz hochlädt, die zeigen, wie er sogenannten Ungläubigen die Köpfe abschneidet. Und wenn dieser Deutsche nach Deutschland zurückkehrt, drückt ihm Herr Maas, Pardon, der deutsche Steuerzahler, Geld in die Hand. Es ist ja nicht seines. Und da sollen Bürger auf der Couch bleiben?

Was aber ist nun mit dieser Pegida, die Massen an Bürger auf die Straße bringt? Der Name klingt schwerfällig: Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes. Dafür ist aber ihr Programm locker, flockig und leicht verständlich. In 19 Punkten hat Pegida auf den Punkt gebracht, worum es ihr geht. So heißt es zum Beispiel unter Punkt eins: Pegida ist für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und politisch und religiös Verfolgten. Und unter Punkt neun liest man: Pegida ist für eine Null-Toleranz-Politik gegenüber straffällig gewordenen Asylbewerbern und Migranten. Interessant auch Punkt zehn: Pegida ist für den Widerstand gegen eine frauenfeindliche, gewaltbetonte, politische Ideologie; aber nicht gegen hier lebende, sich integrierende Muslime. Ob diese Punkte nun links- oder rechtsorientiert sind, lasse ich offen. Demokratisch aber sind sie!

Was mich betrifft: Ich bin für solche Bürgerbewegungen wie Pegida, doch kann ich in ihnen leider nicht jene Bedeutung erkennen, die manche Bürger gerne hätten. Ich behaupte, dass Politiker lieber den Islam diskutieren, als das bevorstehende Freihandelsabkommen. Was mir, in diesen Tagen auch zu wenig beachtet wird, ist der Deutsche Gewerkschaftsbund. Auf seiner Seite hat er am 14.11.14 eine erschreckende Meldung veröffentlicht. Da steht, die Unternehmer versuchen, den Mindestlohn zu umgehen. Der DGB schreibt: “Anwälte berieten Unternehmen dabei, sagte das DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. “Eine der größten Lücken betrifft die Jugendlichen.”” Mit anderen Worten: Firmen lassen sich von Anwälten beraten, wie sie den Arbeitnehmern Geld stehlen können! Was aber erfährt man in den Medien darüber? Fast nichts! Man hört nur: Pegida hier, eine Schande für Deutschland dort und eine komische Mischpoke an anderer Stelle. Pegida und der Islam sind wichtige Themen, der Raubzug der Wirtschaft gegen die Arbeitnehmer ist aber wichtiger. Der Freihandel darf nicht beschlossen werden und Firmen, die versuchen den Mindestlohn zu umgehen, müssen empfindlich bestraft werden. Wenn das erreicht ist, haben wir noch immer zeit für Islamkritik.

Wenn die Große Koalition aus CDU und SPD bisher eines bewiesen hat, dann, dass sie Bürger für Politik interessieren kann. Bitte noch viel, viel mehr davon!

One thought on “Über Angst- Wut- und Frustbürger (Wolfgang Luley)”

  1. Zitat:
    “Wenn die Große Koalition aus CDU und SPD bisher eines bewiesen hat, dann, dass sie Bürger für Politik interessieren kann. Bitte noch viel, viel mehr davon!”
    Keine Sorge 🙂
    Meine Freunde vom “Orden der Patrioten” (http://tomorden.de.to) und ich interessieren sich sehr für Politik.
    Aber dieses Interesse dürfte den Politikern ganz und gar nicht gefallen 🙂 🙂 🙂

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