Ohne Moos nix los!


Wolfgangs Lokumne! (Wolfgang Luley)

Wolfgangs Lokumne!

(Über Dolly Buster, Gott und den Islamischen Staat)

Wolfgang, Du schreibst seit Jahren Kolumnen, die keinen Menschen interessieren. Jetzt, zum Ende des Jahres 2014, hättest Du eine prima Gelegenheit, Literatur Literatur sein zu lassen.

Wolfgang: Beweist nicht gerade diese Tatsache ein besonderes literarisches Talent? Und das soll ich aufgeben!

Du bist nicht unwitzig, vielleicht solltest Du eine Karriere als Clown einschlagen?

Wolfgang: Schlechte Idee! Erst im Januar dieses Jahres starb Phil Everly, der mit seinem Bruder Don Everly von Cathy`s Clown sang. Das war, glaube ich, Anfang der 60iger Jahre des letzten Jahrhunderts. Und in solch einem Jahr soll ich Berufs-Clown werden!

Das Lied erzählt aber nicht wirklich von einem Clown, sondern von Cathys Freund, über den sie Lügen erzählt und ihn so dem Gelächter der Leute aussetzt. Er ist nur in deren Augen ein Clown.

Wolfgang: Daran erkennt man, wie alt das Lied ist. Heute mutieren Leute selbst zu Clowns und erringen gerade dadurch Erfolg.

Denkst Du an wen bestimmtes?

Wolfgang: Conchita Wurst.

Das ist die Siegerin des Eurovision Song Contest 2014. Warum sollte sie ein Clown sein?

Wolfgang: Nun mal langsam! “Conchita Wurst” ist eine Kunstfigur von Tom Neuwirth, der sich hat einen Bart wachsen lassen und dazu in Frauenkleidern auftritt. Aber stimmt schon, das ist extrem ernsthaft!

Es ist Travestie, also sehr wohl eine Art von Kunst. Außerdem hält Neuwirth unserer Gesellschaft, durch seine Kunstfigur “Conchita Wurst”, den Spiegel vor. Ist eine Gesellschaft, die Conchita Wurst nicht erträgt, homophob?

Wolfgang: Ich liebe Frauen mit blonden, schulterlangen Haaren und extrem weiblichen Kurven.

Was hat das mit Conchita Wurst zu tun?

Wolfgang: Eben! Warum sollte eine Sexbombe, der Marke Dolly Buster, einen Songcontest gewinnen? Entscheidend ist doch, ob jemand singen kann und nicht welchem Geschlecht er angehört und wie extrem ausgeprägt seine körperlichen Merkmale sind.

Aber genau darin liegt die Provokation von Conchita Wurst.

Wolfgang: Da lobe ich mir doch eher den Volkssänger Andreas Gaballier!

Aber hat der sich nicht eher unfreiwillig zum Clown gemacht?

Wolfgang: Keineswegs! Als er im Sommer dieses Jahres die österreichische Nationalhymne im Original sang, hat auch er provoziert. Doch im Gegensatz zur Wurst, wurde er als rückständig und hinterwäldlerisch verschrien. Respekt, dass er sich nicht geduckt hat.

Für andere ist er aber rückständig. In der neuen Bundeshymne wird von großen Söhnen und gleichzeitig von großen Töchtern gesungen. Damit sind sicher auch Österreicherinnen mit ausgeprägten körperlichen Merkmalen gemeint!

Wolfgang: Mag sein. Warum hat aber die österreichische Regierung keine Volksabstimmung durchgeführt? Wenn diese neue Bundeshymne ein so großer Segen für das Land ist, hätte eine Volksabstimmung für klare Verhältnisse gesorgt. Stattdessen hat die Regierung, im Namen der Toleranz, die neue Bundeshymne beschlossen. Einseitig. So degradiert man sich höchst selbst zum Clown!

Der Clown scheint Dich irgendwie zu verfolgen?

Wolfgang: Ja, die Everly-Brothers haben nachdenkliche Lieder gesungen. Schade, dass Phil tot ist, aber auf ihren größten Erfolgen liegt auch schon der Staub der Zeit. Davon aber unabhängig: ich kann unsere Zeit nicht ernst nehmen. Unsere Zeit selbst erscheint mir als Clown. Ich kann nichts dagegen tun.

Ist das als Provokation gemeint?

Wolfgang: Gute Frage. Seit 2014 gehen in Deutschland wieder Bürger auf die Straße und was tut unsere Regierung? Sie fordert ein All-Parteien-Bündnis dagegen. Das muss man sich mal überlegen: die Regierung stellt sich gegen ihr Volk!

Du spricht von Bürgerbewegungen wie Hooligans gegen Salafismus (HoGeSa) und den Patriotische Europäer Gegen Die Islamisierung Des Abendlandes (PEGIDA). Sind diese Bewegungen aber nicht von Intoleranz geprägt?

Wolfgang: Im Nahen Osten hat sich dieses Jahr ein Islamischer Staat gegründet, der sich “Islamischer Staat” nennt und Videos im Netz hoch lädt, die seine Bürger zeigen, wie sie sogenannten Ungläubigen die Köpfe abschneiden. Dabei schrecken sie auch vor Kindern und Frauen nicht zurück. Und was sagt man dazu bei uns in Deutschland? Man redet und predigt von Toleranz, die man dem Islam entgegenbringen müsse. Warum muss man den Islam tolerieren? Warum muss man überhaupt Religionen tolerieren? Ich bin für die Abschaffung aller Religionen!

Der letzte Satz ist mit Sicherheit provokant gemeint. Zeugt es aber nicht von Intoleranz, wenn man, für die Verbrechen des Islamischen Staates, alle Muslime in Sippenhaft nimmt?

Wolfgang: Mit Sicherheit. Mir fällt aber auf, dass sich Muslime kaum an den Protesten gegen den Islamischen Staat beteiligen. Alles, was ich immer höre, klingt immer nach: Islam ist Frieden. Und: die Verbrechen des Islamischen Staates haben mit dem Islam nichts zu tun. Das sind Lippenbekenntnisse – mehr nicht. Man stelle sich vor: die Nazis hätten gesagt: die Verbrechen von Hitler haben mit dem Nationalsozialismus nichts zu tun. Nationalsozialismus ist Liebe und Frieden. Das würde auch kein Mensch glauben, aber viele glauben, dass der Islam Liebe und Frieden ist. Und gleichzeitig rollen in seinem Namen Köpfe. Es ist mir auch herzlich egal, welche Religion wie viele sogenannte Ungläubige umgebracht hat; ich bin gegen Religion. Auch teile ich die Einschätzung des Religionskritikers Ludwig Feuerbach, der meinte, Gott sei nur eine ideale Wunschvorstellung von uns selbst. Mit anderen Worten: beten wir Gott an, beten wir einen Geist an, den wir selbst erschaffen haben. Wir sollten endlich damit aufhören.

Ob man den Islam mit dem Nationalsozialismus vergleichen kann, ist eine heikle Frage. Als Provokation kann man sie durchaus gelten lassen. Mit solch ernsten Überlegungen hast Du aber keine guten Voraussetzungen als Clown.

Wolfgang: Als Clown eigne ich mich nicht. Zumal mir unsere Zeit selbst clownhaft erscheint. Ich werde sicher beim Kolumne schreiben bleiben. Mir fällt auch sonst nichts ein, was ich stattdessen tun könnte.

Vielleicht in die Politik?

Wolfgang: Hahaha! Da könnte ich dann Entscheidungen über die Köpfe meiner Wähler treffen und sie – bei Kritik – zur Toleranz ermahnen. So wie die österreichische Regierung oder so wie die Kanzlerin Angela Merkel.

Zum Abschluss: Was fällt Dir zu Angela Merkel, der ersten deutschen Bundeskanzlerin, ein?

Wolfgang: Das wir, das Wahlvolk, ihr Clown sind. Wir sind Angelas Clown.

Wie kommst Du darauf?

Wolfgang: Sie predigt uns ständig, wir sollen anderen gegenüber Tolerant sein und sagt im gleichen Atemzug: wir sollen die Gewalt von Ausländern hinnehmen. Und wer sich wehrt, ist gleich ein Nazi. Wer so redet, ist kein Kanzler des deutschen Volkes. Es sollten viel mehr Bürger auf die Straße. Wir sind ihr gegenüber viel zu tolerant.

Das wird sie bestimmt nicht gerne hören.

Wolfgang: Darauf pfeife ich.

Nach der Melodie: Cathy´s Clown?

Wolfgang: Eine gute Idee.

In diesem Sinne, bis dann!

Wolfgang: Bis dann!

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