Ohne Moos nix los!


Ein neues Buch von Antaios

Heute erhielt ich mal wieder per Mail den Antaios-Rundbrief.
Das ist der Rundbrief eines Verlages, der Bücher veröffentlicht, dessen Existenz geleugnet wurde!!!!
Das hat den Verlag entsprechend interessant für mich gemacht und als ich heute im Rundbrief etwas laus von wegen… “Die Lieder der Deutschen”…, da sah ich mir das mal an.
In dem Buch “Die Lieder der Deutschen” geht es um beliebte und bekannte, aber auch seltene und in Vergessenheit geratene Volkslieder.
Auf 992 Seiten werden ganze 860 Lieder wiedergegeben; etwas was jemand wie ich, der sich für den Erhalt der Deutschen Sprache und Kultur einsetzt sehr interessant ist.
Mein Interesse für das Buch wurde dann aber leider durch den, für Antaios typischen, hohen Preis von 49,80 (T)Euro gedämpft.
Und ich will ganz erlich sein…, ich könnte auch ein Buch mit Deutschen Liedern schreiben.
Es gibt im Internet hunderte Musiktextwebseiten und ich bräuchte bloß eine Stunde um deren ganze Lieder zu kopieren und in Buchform zu bringen.
Dann würde ich sie als Buch verkaufen; für 9,95 (T)Euro plus Versandkosten.
Mal erlich! 49,90 (T)Euro???!!!
Das ist doch viel zu viel für etwas was ich mir jederzeit aus dem Internet zusammenkopieren könnte.
Gut…, vermutlich hat der Autor Hubert Deuringer die Lieder eben nicht aus dem Internet kopiert, sondern in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen. Und immerhin gibt’s auch eine CD mit 73 Minuten Musik dazu.
Wenn da tatsächlich mühevolle Kleinarbeit drinsteckt, wovon ich ausgehe, dann ist das Buch aus Sicht des Autors bestimmt auch tatsächlich 49,90 (T)Euro wert.
Aber welcher Leser ist heutzutage denn noch in der Lage solche Kleinarbeit anzuerkennen?
Und wer kann es sich heutzutage noch leisten 49,90 (T)Euro zu bezahlen?
Ich will Herrn Deuringer nicht entmutigen; es finden sich bestimmt ein paar Leute, die sein Buch kaufen; nur täte er es für 9,95 verkaufen, würde er mehr Exemplare an den Mann bringen.
Denn für 9,95 würde sogar ich mir ein solches Buch kaufen.
Und wenn er dann noch das Sonderangebot machen würde:
“9,95 nur für das Buch und für 19,95 gibts das Buch mit der CD zusammen und ich signiere Ihnen das Buch”
Dann würde sogar ich das ganze Paket kaufen.
Schließlich bin ich, wie er, sehr an deutscher Musik interessiert. Nur kann ich mir derartige Ausgaben eben nicht leisten und vielen anderen dürfte es ähnlich ergehen.
Ich wünsche Herrn Hubert Deuringer trotzdem viel Glück und alles Gute, auf dass sich die viele Arbeit, die er sich gemacht hat, auch lohnt.

,
6 comments on “Ein neues Buch von Antaios
  1. Da das Buch gut 1000 Seiten hat, mag der Preis berechtigt sein – zumal es in der Beschreibung heisst: “Der Musikwissenschaftler hat Zersungenes restauriert, mit zeitgemäßen Begleitharmonien oder neueren Sätzen, instrumentalen Zwischenspielen, Tanzteilen und Anbindern versehen. Ein neues Standardwerk deutscher Volksliedkultur. Mit vielen zeitgenössischen Bildern und einem umfassenden Ortsregister.”

  2. Das mag sein.
    Für mich bleibt es trotzdem unerschwinglich.
    Zum Vergleich:
    Für 49,90 könnte ich mir bei der Berliner Hammett-Krimibuchhandlung
    99 gebrauchte Krimis für je 0,50 (T)Euro kaufen. Und dann hätte ich noch immer 0,40 (T)Euro übrig…
    Ich sagte ja auch, das er die Lieder wohl “in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen” hat.
    Aber der Preis passt mir trotzdem nicht; die Bücher von dem Verlag sind eben alle so überteuert.
    Und wenn man sie dann bekommt, ist man von der Druckqualität enttäuscht und sagt sich:
    “Das hätten die auch billiger drucken können.”

    • Dem mag ich nicht widersprechen. Aber vllt. hat der Verlag eine andere Taktik, als zum Beispiel der Preußische Anzeiger. Will sagen, wir “verdienen” an einer Ausgabe nicht mal 1 Euro, Steuern nicht abgerechnet und müssen daher viele Bücher und Hefte verkaufen, um halbwegs die laufenden Kosten bezahlen zu können. Der angesprochene Verlag schafft dies vielleicht schon mit 10 verkauften Einheiten. Doch das entscheidet immer noch der Käufer, ob er eben bereit ist, Geld – und in welcher Menge davon, zu bezahlen.
      Wenn Du nicht, dann vllt. der nächste, der durch diesen Beitrag nun darauf aufmerksam wurde…
      Ich kann jedoch deine Zurückhaltung durchaus verstehen. Kaufen würde ich ein solches Exemplar auch nicht – selbst wenn ich das Geld hätte 😉

  3. Ja. Das stimmt schon.
    Vielleicht steckt eine andere Strategie dahinter.
    Aber wenn es darum geht gute Ideen möglichst vielen Menschen nahezubringen, dann ist die Art und Weise des Preußischen Anzeigers wesentlich effektiver.
    Und eigentlich sollte es jemandem dem die Geschichte der Deutschen Lieder so wichtig ist wie dem Autor des 49,90-Buches, ja auch wichtig sein, dass viele Leute von der Schönheit ebendieser Lieder erfahren.
    Ich will nicht schlechtmachen was der Mann geleistet hat; es gehört schon verdammt viel dazu so ein Buch zustande zu bringen.
    Aber ich hätte es wohl anders gemacht.
    Aber wie auch immer; wenn ich schöne Deutsche Lieder lesen will, muss ich keine 49,90 ausgeben; das kann ich auch kostenlos haben:
    http://www.volksliederarchiv.de/text172.html

  4. Ja, der Preis ist sicher ‘saftig’. Und ein ‘Renner’ wird das Buch bei diesem Preis wohl kaum werden. Aber trotzdem denke ich, daß Antaios sich auch bei der Preisgestaltung mehr gedacht haben wird als bloß “Jetzt ziehen wir mal ein paar deutsche Deppen ab!”. Es ist wohl so eine Art Mischkalkulation: Bei ‘Kaplaken’ gibts qualitativ hochwertige Bändchen zu 5 Euronen das Stück mit Informationen, die man sonst nirgends bekommt – weder bei BILD, noch bei Bertelsmann … und schon gar nicht bei OBI. Da steht dann wohl als Gegenpol etwas bei Antaios im Programm, das man dafür in der Rubrik ‘Liebhaberstück’ einordnen kann. Und Liebhaberstücke haben eben ihren Preis …

  5. Also ich für meinen Teil denke auch nicht das der Verlag mit dem schwer auszusprechenden Namen mal “ein paar Deppen” abziehen will, wie Sir Toby schon sagt.
    Und es stimmt:
    Auch ein Renner wird das Buch bei dem enorme Preis bestimmt nicht.
    Ist wohl tatsächlich mehr was für Liebhaber.

Kommentar verfassen

Bitte "Daumen drücken"

Mit einem Klick geht es weiter: zeigen Sie was Sie sehen - oder warten Sie wenige Sekunden, um weiterlesen zu können. Vielen Dank!


||Nach oben||||Zur Starseite||||Impressum||

Copyright © 2016 Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, bei Romowe - Beiträge stellen ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.