Ohne Moos nix los!


Jürgen Kasek über die AfD oder: Haben Grüne Humor? (Wolfgang Luley)

Vor langer, langer Zeit habe ich im Programm eines Kabarettisten gesessen (habe vergessen, wie der hieß), der folgendes zum Besten gab: Ich empfehle keinem aus dem Publikum, die Kommunisten der Grünen zu wählen, man weiß nie, wann die anfangen, Umerziehungslager zu bauen.

Selbst bekennende Grüne im Publikum sollen über diesen Spruch gelacht haben. Was hätten sie auch sonst tun sollen? Nach Kurt Tucholsky darf Satire alles.

Nun aber hat sich ein Politiker der Grünen, in ähnlicher Weise, über einen AfDler geäußert. Was ist davon zu halten?

Politiker sind bekanntlich nette Leute und bedenken ihre politischen Gegner nicht selten mit schmeichelhaften Worten. So nannte etwa die Linken-Vorsitzende Katja Kipping die AfD eine Partei von „Hooligans in Nadelstreifen“. Dafür bedankte sich der AfD-Politiker Henkel, indem er zurückstichelte, er trage keinen Nadelstreifen und halte Katja Kipping für einen „Stalin im Dirndl“. Worauf Kipping hätte entgegnen können, sie trage keine Dirndl. Was lernen wir aus solchen Äußerungen? Dass sich weder Kipping noch Henkel für das Kabarett eignen. Und was beider Politik betrifft, lege ich besser die Decke des Schweigens darüber.

Ähnlich kabarettistisch begabt ist der Grünen-Politiker Jürgen Kasek, Leipzigs Grünen–Chef. Via Twitter lobte er die handwerklichen Fähigkeiten des AfD-Politikers Ralf Nahlob, der sein Brot als Chef eines Friseursalons verdient. Wörtlich schrieb Kasek:

Ab sofort empfehle ich nicht mehr zum Friseur Gentlemen`s Cut, Leipzig, zu gehen. Inhaber ein AfDler. Man weiß nie, wo die Schere ansetzt.

Lustig an Herrn Kaseks Aussage ist, dass er so aussieht, als habe er einen Friseur-Salon schon eine lange Zeit nicht mehr von innen gesehen. Somit kann man sich fragen, ob er durch seine Äußerung vielleicht nur davon ablenken will, dass er ein gespaltenes Verhältnis zu Friseuren hat? Über die Grünen, im Allgemeinen, lässt sich sagen, dass sie aussehen, wie abgerissene Minusgestalten. Da kann selbst ein Friseur-Gott nichts mehr bewirken. Und das ist noch lieb ausgedrückt.

Darüber, ob Herr Nahlob ein Friseur-Gott ist, weiß ich nichts, ich behaupte aber, als Friseur, wird er wissen, wo bei normalen Menschen die Haare zu finden sind. Sie wachsen ihnen auf dem Kopf. Allerdings sah ich auch Grüne, bei denen wuchsen sie auf den Zähnen. Etwa bei dem ehemaligen Bundesminister für Umwelt, Jürgen Trittin, der zwar keine Haare auf dem Kopf, aber dafür auf den Zähnen trägt und für seine standhafte Art zu reden bekannt ist.

Ende dieser Woche kam es zu einem Prozess, bei dem Nahlob wenig redete und Kasek lieber geschwiegen hätte. Schließlich würgte er aber eine Entschuldigung hervor. Das wiederum schien ihm derart den Hals zuzuschnüren, dass er sich ausschwieg, ob er zukünftig auf solche Nettigkeiten wie in der obigen Nachricht verzichten werde. Aus diesem Grund folgt nun eine Hauptverhandlung, die für Herrn Kaseks Brieftasche eine barbarische Diät bedeutet, sollte er verlieren.

Ich rate Herrn Kasek, seinem kabarettistischen Ehrgeiz Zügel anzulegen; zumal er von Satire so viel Ahnung hat, wie Kurt Tucholsky von körperlicher Ertüchtigung.

Zum Schluss noch die grundsätzliche Frage, ob Grüne überhaupt Humor besitzen. Haben Grüne Humor? Im Prinzip ja; ihre Art von Politik erfordert es.

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