Ohne Moos nix los!


Die Atheismus-Keule und meine Einschätzung dazu (Wolfgang Luley)

Wenn man in sozialen Netzwerken kommentiert, sagen wir in Facebook, kann es einem passieren, dass man als Nazi bezeichnet wird. Nicht weil man sich zu Hitler bekannt hätte oder man Nationalsozialismus gut fände, nein, es kann einfach nur daran liegen, dass man eine eigene Meinung hat. Dieses Phänomen heißt „Nazi-Keule“.

Daneben – und das war mir neu – gibt es auch die „Atheismus-Keule“. Und mit der habe ich neulich Bekanntschaft geschlossen.

Dazu einige Gedanken.

Lese ich Kommentare von Gläubigen, fällt mir auf, mit welcher Leichtigkeit sie über ihren Glauben reden, sagt dann aber einer: der Himmel sei leer, wird derjenige entweder ignoriert oder als „fundamentaler Atheist“ bezeichnet. Bitte, wenn es die Gläubigen tröstet, ich bin so ein Atheist. Schreckt mich das? Nein. Ich stehe zu meiner Ansicht: Der Himmel ist leer, die Geburt der Erde und alles Leben auf ihr ist nicht das Werk eines Schöpfergottes, es ist, wenn überhaupt, das gemeinsame Werk von Chemie, Biologie und Physik.

Als einer, der mit Sprache umzugehen gelernt hat, weiß ich, dass der Ausdruck „Gläubiger“, bereits ein beschönigender Ausdruck, ein Euphemismus, ist. Wer sich zu den Gläubigen zählt, wähnt sich im Besitz einer höheren Wahrheit. Er ist erfüllt vom Wort Gottes und somit der Wahrheit näher, als es sogenannte „Ungläubige“ je sein könnten. Auch ist klar, wer ein Ungläubiger ist, besitzt natürlich auch eine Unmoral und ist – womöglich – Lebensunwert. Mag sein, dass ich hier gerade übertreibe. Die Zeiten, als Leute wegen ihres Glauben auf Scheiterhaufen verbrannt wurden, liegt einige hundert Jahre zurück, insofern will ich nicht Gott an die Wand malen. Mir geht es aber um etwas anderes. Mir geht es um die Arroganz der Gläubigen, über Moral oder Unmoral entscheiden zu können. Kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit irgendwelchen Zitaten aus der Bibel, dem Koran oder dem Talmud. Diese Bücher wurden von Menschen geschrieben; ich gebe zu, dass in diesen Büchern kluges steht, und doch haben diese Werke Menschen viel Blut, Schweiß, Tränen und Zeit gekostet.

Darüber hinaus sind Religionen totalitär und universalistisch. Totalitär, weil sie das ganze Leben eines Menschen vereinnahmen und ihm Verhaltensregeln aufbürden, die seine ganze Zeit bestimmen; und universalistisch, weil sie vorgeben, überall und ewig zu gelten. Aus der Geschichte wissen wir jedoch, dass es keine ewigen Wahrheiten gibt. Oder glauben Sie etwa, dass die Erde eine Scheibe ist und sich um die Sonne dreht, statt umgekehrt? Wie aber kam es zu diesen Einsichten? Es waren Naturwissenschaftler wie Kopernikus und Galilei, die ihr Wissen hinterfragten. Sie prüften, wogen ab und verwarfen. Und so kamen sie der Wahrheit näher, als es je ein Gläubiger können wird. Ginge es nämlich nach den Gläubigen, würden wir noch immer im Mittelalter leben. Dass wir Fortschritt, Wissenschaft und Zivilisation haben, verdanken wir nicht der Religion, im Gegenteil. Der Gottglaube hat uns Kriege aufgebürdet. Einer wütete sogar 30 Jahre lang. 30 Jahre Mord, Totschlag, Vergewaltigung und Raub. Und weshalb? Weil eine Seite der anderen vorwarf, sie vertrete einen falschen Gottesglauben.

Was mich betrifft, so habe ich nie an Gott geglaubt. Meine Einstellung, schon als Kind, war, wenn es Gott gibt, doch er doch erscheinen! Das aber ist nie geschehen. Ich höre immer nur, wie über ihn geredet wird und was er für einzelne Gläubige für eine Bedeutung haben soll. In späteren Jahren, da war ich vielleicht 16 oder 17 Jahre alt, las ich Ludwig Feuerbach. Bei ihm las ich, dass Gott die Idealvorstellung sei, die sich ein Mensch von sich mache. Ein Gedanke, den ich einleuchtend fand. Woher wollen wir wissen, wer oder was Gott ist, wenn wir ihn nicht mit Erfahrungen verbinden, die wir kennen? So erscheint einem Kind Gott als ein alter Mann mit Bart, der auf einer Wolke sitzt. Ein Erwachsener denkt vielleicht an Gott als einen Vater, der sich um die Menschen, seine große Familie zu kümmern hat; und ein alter Mann glaubt vielleicht, Gott ist ein alter Mann, der wenig ausrichtet, aber viel über den Sinn oder Unsinn des menschlichen Lebens nachgrübelt. Diese Erfahrungen übertragen wir auf ein höheres Wesen, das wir Gott nennen, und schon glauben wir Gott zu kennen.

Ein weiterer Punkt, der mich überzeugt hat, war die Ansicht von Karl Marx, der meinte, die Religion sei das Opium des Volkes. Oder anders ausgedrückt: wer sich über Gott und die Welt Gedanken macht, der hinterfragt keine weltlichen Dinge, etwa, wie Macht zu Stande kommt und auf welchen Fundamenten sie beruht. Auch ist es für Mächtige leichter, ihren Willen durchzusetzen, wenn Gläubige an eine Gerechtigkeit nach dem Tode glauben. Klar, wäre ich Diktator, könnte es mir nur Recht sein, wenn sich keiner wehrt, aber jeder glaubt, ich würde, nach meinem Tod, in der Hölle schmoren. Diese „Last“ wäre ich gerne zu tragen bereit, ja mehr noch, ich würde auch für weitere „Last“ sorgen, etwa, indem ich jeden, der sich wehrt ins Paradies schickte. Und zwar auf direktem Weg. Wenn man etwas im Leben tun sollte, dann die Verantwortung für sein Leben selbst schultern. Und dazu gehört auch, die Welt als Welt zu akzeptieren. Alles was geschieht, sei es Krieg, Mord, Vergewaltigung, Raub, Totschlag oder Liebe, Zärtlichkeit, Frieden, Geborgenheit, dann hat das nichts zu tun mit einem höheren Wesen, sondern mit uns Menschen.

Und als letzter Gedanke: ich beurteile Menschen und Dinge nicht nach Werturteilen wie gut oder böse. Für mich gibt es nur richtig oder falsch. Damit spreche ich den Unterschied von Moral und Ethik an. Ich bin gerne bereit, das Verhalten eines Menschen zu beurteilen, aber, was er denkt? Sicher, nach dem, was ich hier geschrieben habe, könnte man denken, ich halte den Gott-Glauben für grundsätzlich falsch (das stimmt), würde ich aber – wäre ich ein Richter – jemanden deswegen verurteilen? Ich würde ihn verurteilen, wenn er, einen andren töten würde, mit dem Argument, dieser habe einen „falschen“ Glauben; aber die Tatsache, allein die Tatsache, dass er einen Gott-Glauben hätte, wäre für mich kein Verurteilungsgrund. Ich bin kein Gläubiger! Das wiederum bedeutet aber nicht, dass ich für meinen Atheismus die Hände in den Schoß lege. Selbstverständlich streite ich für meine Argumente, Einsichten und Ansichten. Und wenn einer meint, ich würde vor der „Atheismus-Keule“ einknicken, dem sage ich: Du kennst mich nicht!

Abschließend sage ich noch folgendes: die Aufgabe des Atheismus, in der heutigen Zeit, kann nur sein, die Menschen wieder an den Gedanken zu gewöhnen, dass man für ein sinnvolles Leben keinen Gott braucht. Das klingt nach wenig. Mag sein. Aber, die Zeit, in der ich diese Zeilen schreibe, finden eher Gläubige gehört als Atheisten. Was also bleibt mir anderes übrig, als jene Zeit vorzubereiten, die wieder eine für Atheisten sein wird!

2 comments on “Die Atheismus-Keule und meine Einschätzung dazu (Wolfgang Luley)
  1. Werter Herr Luley,
    Sie schreiben:
    „Darüber hinaus sind Religionen totalitär und universalistisch. Totalitär, weil sie das ganze Leben eines Menschen vereinnahmen und ihm Verhaltensregeln aufbürden, die seine ganze Zeit bestimmen; und universalistisch, weil sie vorgeben, überall und ewig zu gelten“
    Das ist Unsinn, dem ich als Christ nur wiedersprechen kann. Denn wo in Deutschland ist das Christentum bitteschön totalitär? Wo versuchen Christen in Deutschland Andersgläubige oder Ungläubige zu bekehren?
    Wenn ein Christ sowas versucht, bekommt er doch gleich die Nazi-Keule übergezogen! Meist von den Grünen, die das Christantum hassen, weil es gegen Abtreibung ist und die vermutlich auch den Islam hassen, weil er gegen Drogen ist.
    Wir können nur dann in einem freien Land leben, wenn die Menschen ihre Religion ausüben dürfen und es ihnen erlaubt ist zu glauben was sie wollen. Sie Herr Luley dürfen ja auch glauben was sie wollen.
    Wie lange noch frage ich mich angesichts der Tatsache das radikale Islamisten von der SPD (die Sie in einem ihrer früheren Artikel als „Sharia-Partei-Deutschlands bezeichnet haben), den Grünen und den Linken praktisch völlig ignoriert werden.
    Ich habe die SPD mal wegen der Unterwanderung durch die Grauen Wölfe angeschrieben; Ergebnis:
    Unglaube.
    Man kann die SPD belehren wie man will, die glauben einfach nicht das es eine islamistische Unterwanderung ihrer Partei gibt.
    Für Religion gilt dasselbe wie für Atheismus:
    Es gibt anständige Menschen, die Frieden wollen (das ist die Mehrheit, sowohl in den Religionen als auch im Atheismus) und es gibt gewalttätige, machtgeile Menschen die Krieg, Terror und Weltherrschaft wollen.
    Die Mehrheit der Menschen ist friedliebend.
    Das ist immerhin eine gute Sache und ich bin Gott sehr dankbar dafür.
    Leider reicht oft ein einziger Irrer aus, um den Frieden zu zerstören; siehe z.B. Lenin und die Sowjetunion.
    Der Kerl musste nur mit dem Zug ankommen und ein riesiges Land ging den Bach runter.
    In einem anderen Artikel schreiben Sie „Gott bedroht die menschliche Freiheit“.
    Eigenartig…, ich glaube eher er macht die Freiheit erst möglich!
    Denn durch seine 10 Gebote können wir in Frieden leben.
    Was für eine Freiheit hätten wir ohne diese Gebote?
    Die „Freiheit“ zu töten und zu stehlen und unsere Frauen zu bescheißen?
    Nein danke!
    Übrigens finde ich es sehr eigenartig das Sie sich in fast allen Ihren Artikeln mit jemandem beschäftigen an den Sie gar nicht glauben.
    Wenn ich mich tagtäglich mit dem lieben Gott beschäftige und zu ihm bete, tut mir das gut, denn ich glaube ja an einen liebenden Gott.
    Tut es Ihnen eigentlich gut sich mit ihm zu beschäftigen?
    Mit jemandem an den Sie weder glauben, noch leiden können?
    Zumal ich das Gefühl habe Ihre sonstige Arbeit leidet und schleift dadurch…
    Wann haben Sie zum Beispiel zuletzt etwas über das brennende Thema „Deutschenfeindlicher Rassismus“ geschrieben? (http://tomorden.npage.de/2-juli-tag-gegen-antideutschen-rassismus.html)
    Ein Thema das von den Mainstreammedien praktisch ständig totgeschwiegen wird und das es verdient hat ans Licht gezogen zu werden, damit die Menschen aufwachen.

    • Hallo Herr Orden,

      ich habe über den Satz, dass Religionen totalitär und universalistisch sind, noch einmal nachgedacht. Sie mögen Ihre Meinung darüber haben, ich sehe aber keinen Grund, an diesem Satz etwas zu ändern. Zumal sie selbst die 10 Gebote erwähnen. Dass es Gläubige gibt, die sich zwar Gläubige nennen, aber sonst keinen Wert auf Religion legen, bestreite ich nicht. Die gab es und wird es auch immer weiter geben. Die habe ich aber auch nicht gemeint. Ich sprach ausdrücklich von Religionen, nicht von religiösen Menschen!

      Gegen Abreibung bin ich auch; auch sind – für mich – die Grünen eine Partei, die Deutschland schaden.

      Ihre Ausführungen zur islamischen Unterwanderung der Parteien – nicht bloß der SPD – sehe ich ähnlich. Angela Merkel ruft sogar Muslime auf, Mitglied der CDU zu werden. Es ist absehbar, dass wir irgendwann einen Islamist als Kanzler bekommen.

      Was sie zu Lenin schreiben, unterstütze ich ebenso. Wenn Sie aber meinen, das sei Atheismus, widerspreche ich Ihnen! Ich bestreite nicht die Tatsache, dass Lenin, Stalin und all die anderen Mörder, nicht an Gott geglaubt haben, was ich bestreite, ist, dass jemand, der Atheist ist, automatisch ein kleiner Lenin oder Stalin wird. Dächten Sie das von mir, würden Sie mir keine Kommentare schreiben. Das eine hat also nicht automatisch etwas mit dem anderen zu tun.

      Noch etwas grundsätzliches: Mir fällt in Ihren Kommentaren auf, dass sie unermüdlich betonen, wie friedlich Gläubige sind. Das mag auf einen Teil zutreffen, ganz sicher trifft es auf Sie zu!, erzählen Sie mir aber bitte nicht, es hätten keine Glaubenskriege im Namen Gottes stattgefunden. Sie könnten nun argumentieren, dass Gott missbraucht wurde und er nicht gewollt hätte, das jemand in seinem Namen tötet. Ob es so ist, bezweifle ich aber. Ich bin auf den Standpunkt, wenn es Gott wirklich gibt, soll er doch kommen und das Unrecht, das in seinem Namen begangen wird, beenden. Es ist schon merkwürdig, was für eine Macht diesem überirdischen Wesen zugesprochen wird und wie ohnmächtig es ist. Wenn Sie daran glauben wollen, ist das Ihr Recht. Ich aber habe das Problem, dass ich wegen meines Glaubens Probleme bekomme. Es mag Ihnen nicht auffallen, deshalb sage ich es Ihnen: sobald ich in einer Diskussion Zweifel anmelde, dass es Gott gibt, bekomme ich Probleme. Mir wird unterstellt, ich ticke nicht richtig, ich sei ein „Ungläubiger“, oder, ich hätte einfach nicht verstanden, was Religion „in Wahrheit“ bedeute. Auch Sie, Herr Orden, unterstellen mir, ich hätte nicht verstanden, was Christentum bedeutet. Zwar gestehen Sie mir eine andere Meinung zu, im Grunde aber sagen Sie, ich hätte nichts verstanden.

      Über den Umstand, dass ich mehrere Artikel über Religion geschrieben habe, kann man seine Schlüsse ziehen. Es gibt Leute, die finden meine Artikel zu diesem Thema spannend und sei es nur, dass hier jemand „mal was anderes schreibt“. Ich werde auch in Zukunft über dieses Thema schreiben. Natürlich nicht ausschließlich, aber auch.

      Im übrigen finde ich es gut, dass wir beide, obwohl wir unterschiedliche Ansichten haben, über unsere Ansichten friedlich reden können. Möge das auch in Zukunft so bleiben!

      Mit patriotischen Grüßen

      Wolfgang Luley

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