Lasst uns ein Bündnis gegen Parteien schmieden! (Wolfgang Luley)

Satire & Humor , , , , , , , , , , , , , ,

Stellen Sie sich vor, ein Bulldozer kommt direkt auf ihr Haus zugedonnert, würden Sie dann mit dem Fahrer über die Farbe des Bulldozer diskutieren wollen?

Diesen Eindruck habe ich aber im Moment, wenn über die Alternative für Deutschland in den Medien geschrieben wird. Die wichtigste Frage ist die, ob die AfD rechtsextrem oder doch eher rechtskonservativ ist.

Warum die Bulldozerfarbe keine Rolle spielt, werde ich Ihnen gerne erklären.

Dieser Tage erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein lehrreicher Artikel, der zeigte, wie sehr die AfD bereits in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Für diesen Skandal bürgen zwei Namen: Heinrich Weiss und Hans Wall. Beide sind Unternehmer mit Firmen über mehrere 1000 Mitarbeiter. Weiss war darüber hinaus Präsident des Bunds der Industrie (BDI) und Vorsitzender des CDU-Wirtschaftsrats. Wall hingegen setzt sich ein für Denkmalpflege. So unterschiedlich auch beide Großunternehmer sein mögen, eines bindet sie aneinander, ihre Sympathie für die “Wirtschafts- und Finanzkompetenz” der AfD. Wenn sich gerade die Stirn runzeln und denken: was soll das Geschwurbel? pflichte ich Ihnen bei. Es ist Geschwurbel, ebenso die Frage, ob die AfD nun rechtsextrem oder rechtskonservativ ist. Es lenkt vom eigentlichen ab. Was das Eigentliche ist? Zunächst halte ich fest, dass die AfD nicht überall Unrecht hat. Ihre Kritik am Euro und an Rettungsschirmen, die Geld nach dem Gießkannenprinzip verteilen, muss in die falsche Richtung führen. Ich bin versucht, an dieser Stelle zu schreiben, dass reiche Länder, wie Deutschland, nicht für arme Länder wie Griechenland aufkommen können; das aber ist wirtschaftslogik á la AfD, für die sie von den Kapitalisten gelobt werden. Keine Bange, ich bin nicht ins Lager der Roten übergewechselt. Man kann Ausbeutung und Unterdrückung auch kritisieren, wenn man kein Roter ist. Ich unterstelle sogar, man kann Ausbeutung und Unterdrückung nur dann echt kritisieren, wenn man kein Roter ist. Aber zurück zum Thema: die AfD hat mit ihrer Eurokritik nicht unrecht. Sie vertritt aber eine kalte Wirtschaftslogik. Europa ist mehr als uns die Europäische Union glauben machen will, sie ist aber auch mehr, als uns die Wirtschaftslogik der Afd einzureden versucht. Damit komme ich zum Eigentlichen. Das Eigentliche bringt Parteichef Lucke gut auf den Punkt, wenn er der großen Koalition aus CDU und SPD vorwirft, sie handle gegen die Interessen der Wirtschaft, ihre Politik sei “wirtschaftsfeindlich”. Wie das, werden Sie denken, baut die große Koalition eine Mauer um Deutschland und verstaatlicht alle Betriebe wie in der DDR? Nein, so handeln weder CDU noch SPD. Was sie aber durchsetzen wollen, sind die Frauenquote und den Mindestlohn. Und das ist sozialistisch? Nein. Und es ist auch nicht gegen die Wirtschaft gerichtet, wenn mehr Frauen in Vorständen sitzen und Beschäftigte einen Lohn bekommen, von dem sie leben können. Genau das will uns aber Lucke einreden. Und dafür bekommt er Applaus von Weiss und Wall. Wenn man so will, bildet sich gerade ein weißer Wall bei der AfD gegen Beschäftigte. Das wäre dann nichts anderes als jene Mauer, die einst um die DDR führte. Wer nun meint, es sei Zufall, dass Tot und Teufel, pardon, dass Weiss und Wall die AfD unterstützen, der soll an das Jahr 2013 denken, als der Vorstand der AfD forderte, Arbeitslose sollen künftig nicht mehr wählen dürfen. Das ist genau jene Wirtschaftslogik die Kapitalisten anlockt, wie Schei… die Fliegen. Was ich aber nicht unterstütze, ist der Aufruf der SPD-Generalsekretärin Yasmim Fahimi, die heute in der FAZ zu einem “breiten gesellschaftlichen Bündnis gegen die Alternative für Deutschland” aufgerufen hat. Was bitte hat denn die SPD mit ihrem Hartz IV verbrochen? Wer heute arbeitet und vor der Rente auf die Straße fliegt, bekommt er Hilfe vom Staat, wenn er alles aufgebraucht hat, was er sich zuvor mühsam zusammengespart hat. Danach hat er nichts und bekommt dann so viel, dass es zum Leben zu wenig und zum sterben zu viel ist. Nicht umsonst sammelt alte Leute bei uns Pfandflaschen. Nicht umsonst sind alte Menschen bei uns auf Essen und Kleider von kirchlichen Organisationen angewiesen. Ja, das alles hat dich ach so soziale SPD verbrochen. Kaum aber erscheint die AfD auf der Bühne des Parlaments, sollen wir all das vergessen und nur noch auf die AfD schimpfen. Das ist Polit-Theater. Und das bin ich nicht gewillt mitzumachen. Ich hoffe, Sie auch nicht!

Die AfD ist für mich auch nur ein Bulldozer, wie die SPD oder die CDU. Es ist mir egal, ob sie links, rechts, lila oder grau sind. Sie zerstören unser Haus der Demokratie. Lasst uns nicht über Parteiflaggen reden, lasst uns die Bulldozer stoppen.

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