Der deutsche Ethikrat oder: wenn alte Herren mit zu viel Phantasie Bier trinken (Wolfgang Luley)

Satire & Humor

Wir sind Porno! Das ist ein Wahlspruch unserer Zeit. Er heißt soviel wie: wir sind geil. Ja, damit meine ich auch: sexuell erregt. Ich sollte besser sagen: sexuell überregt.

Lässt man sich die heutige Stellungnahme des deutschen Ethikrates durch den Kopf gehen, bekommt man den Eindruck, alte Herren ließen bei zu viel Bier ihrer sexuellen Phantasie die Zügel schießen. Alles andere ist untertrieben!

Wie ist das Urteil des Ethikrates zu bewerten, der Sex zwischen Geschwistern legalisieren will?

Ich könnte es in einem Wort bewerten: krank! Aber vielleicht haben sich die Herren mit dem großen Verstand zwischen den Beinen irgendwas dabei gedacht? Und siehe, die Herren mit dem großen Verstand wehren sich gegen das Strafrecht. Es gehöre nicht zu seiner Aufgabe „moralische Standarts“ für den „Geschlechtsverkehr mündiger Bürger“ bzw. deren „Grenzen durchzusetzen.“ Verstehe. Wenn also in Zukunft Paule zu seiner Schwester Pia ins Bettchen hüpft und sie mal so richtig durchrammelt, ist das legal. Und wenn die Schwester Zweifel bekommt, weil es vielleicht, unter Umständen, irgendwie oder möglicherweise krank sein könnte, seinen Bruder sexuell zu befriedigen, so kann ihr das Brüderlein frisch und offen erklären, das sei nun legal. Zudem, das wissen bereits die Grünen (Hans-Christian Ströbele lässt grüßen!), ist das Modell der traditionellen Familie unterdrückerisch!

Was sich Ströbele dabei gedacht hat, war vielleicht folgendes:

Genossen, hört mich an! Lasst uns nicht die traditionelle Familie hochhalten. Ich sage euch: Es war erst die Beziehung eines Mannes zu einer Frau, die den Faschismus ermöglich hat! Ein Hoch auf unseren großen Vorsitzenden! Genossen! Hätte der Alois Hitler nicht Clara Hitler gevögelt, hätte es keinen Adolf und somit auch keinen Faschismus gegeben! Daher ist es ein demokratisches Gebot, dass wir alles tun, um die traditionelle Familie restlos vom Erdboden zu tilgen. Ab jetzt soll der Bruder mit der Schwester, der Vater mit der Schwester oder die Schwester mit dem Hund und der Hund mit der Katze – Ein Hoch auf unseren Vorsitzenden! Genossen! Wer sich dieser Demokratisierung unserer Gesellschaft (man könnte auch sagen: dem rot-grünen Anstrich) versagt, ist ein Nazi. Überhaupt: lasst uns die Beziehung zwischen Mann und Frau generell verbieten! Aus dieser Beziehung ist immer unheilvolles entstanden. Ein Hoch auf unseren großen Vorsitzenden!

Was auch immer sich der Ströbele gedacht haben mag, eins ist sicher: Normen und Werte, zu denen auch Tabus gehören, ist für eine Gesellschaft lebenswichtig. Heute lassen wir Sex unter Geschwister zu, morgen unter Eltern und Kinder – und übermorgen? Den unter Tieren und Menschen? Oder unter Menschen und Leichen? Durch sein Urteil hat sich der Ethikrat dem Gender-Mainstreaming angeschlossen, der behauptet, das Geschlecht eines Menschen sei nicht biologisch sondern gesellschaftlich bestimmt. Ähnlich Kindern, die bunte Kleider als Umhang nehmen und glauben, sie seien die Könige der Welt. In einer Kinderwelt mag das lustig sein, in der realen ist es krank und zeugt von Wahnsinn. Oder, was das gleiche ist: von linksgrünen Zukunftsvisionen und alten Herren mit großem Verstand zwischen den Beinen.

Wie also ist das Urteil des deutschen Ethikrates zu bewerten: zugegeben, ein Historiker bin ich nicht, doch fällt mir bei diesem Urteil des Ethikrates das alte Rom ein, das vor Orgien und Willkür gezeichnet, zusammenbrach. Ich – für mein Teil – kann auf so eine Wiederholung der Geschichte verzichten.

Außerdem bekommt der Ausspruch: Wir sind Porno! völlig neue Dimensionen, die Bereiche der Politik und der Gesellschaft berühren und wie ein schwarzes Loch, zu fressen drohen.

Und dort sind wir dann am pornigsten. Porno ist für den Arsch!

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