Freudige Abschiedstränen über Berlins scheidenden Bürgermeister Klaus Wowereit (Wolfgang Luley)

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Freudige Abschiedstränen über Berlins scheidenden Bürgermeister Klaus Wowereit

Er selbst befand sich für schwul und sexy. Das man damit keine Stadt regieren kann, hat er dabei übersehen. Auch sonst hat Klaus Wowereit, Berlins Oberbürgermeister, ein kreatives Verhältnis zur Realität entwickelt, das ihn Ende 2014 aber leider einholen wird. Da will er als „Oberwürgermeister“ zurücktreten.

Was mir bei Klaus Wowereit einfällt, ist ein Spruch von Wilhelm Busch, der in seinem Max und Moritz steht: „Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe…“

Ja, wenn man auf das nahende Ende Wowereits Regierungszeit blickt, dann kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. So viel geballte Inkopetenz auf zwei Beinen hat Berlin nie zuvor erlebt.

Zugegeben: Klausi, Du warst immer chick gekleidet. Deine Anzüge waren maßgeschneidert und Deine Frisur saß, egal ob bei Sonne oder Wind. Auch hattest Du ein Talent für Sprüche. Wer erinnert sich nicht an: Berlin ist arm – aber sexy! Ja, Klausi, ich kenne da noch einen, der sexy war und arm an Geist. Er hieß Klaus irgendwas, falsch, er hieß irgendwas mit Wowereit. Ach, ich komme nicht drauf. Ist aber auch egal. Hauptsache, Klaus, Du trittst zurück. Yeah – lasst die Sektkorken knallen!

Aber, ich will nicht ungerecht sein. Schauen wir auf Deine Erfolge, Klausi.

2001 bis 2002 warst Du Präsident des Deutschen Bundesrates. In dieser Zeit stimmtest Du dem Zuwanderungsgesetz zu, das Strafen für illegale Einwanderer vorsah. An sich eine gute Idee, doch hat Dein zögerliches Handeln das Bundesverfassungsgericht auf den Plan gerufen, der das Gesetzt 2002 wegen Verfahrensfehler kippen musste. Juristische Fragen und Fragen über Gerichtsverfahren scheinen für Dich nur lästige Details gewesen zu sein. Man sehe:

2006: Scheitertest Du mit Deiner Finanzklage vor dem Bundesverfassungsgericht.

2008: Scheitertest Du mit dem Nichtraucherschutzgesetz am Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

2009: Bescherst Du der Berliner SPD, mit 20,2 Prozent, das ärgste Wahlergebnis seit 1946.

Zugegeben: das letzte Ergebnis hatte mit juristischen Fragen und Verfahrensfragen wenig zu tun. Wähler können manchmal echt gemein sein – menno!

Auch direkte Demokratie scheint Dir fremd. 2009 musste das Berliner Verfassungsgericht einen Beschluss Deines Senats rüffeln, der zwei Volksbegehren, eines zur Kita-Ausstattung und eins zur Wasserbetriebe-Privatisierung, gestoppt hatte. Heikel dabei, wie seinerzeit die Onlineausgabe von n-tv schrieb: „Er beachtete die von ihm selbst 2006 gesenkten Hürden für direkte Demokratie in den nun gekippten Senatsbeschlüssen nicht, urteilten die Richter.“

Und dann, Klausi, was bitte soll der Mist mit den Berliner Flughafen? Wenn Du mich fragst, hast Du hier Dein Meisterstück, Dein Miststück, abgeliefert. An diesem Miststück wird seit 2006 gearbeitet. Bitte was? Ja, an diesem Mistflughafen lässt Du seit 2006 bauen und das Schrottding ist noch immer nicht fertig. Wie fertig muss einer sein, dass er 8 Jahre lang an einem Flughafen bauen lässt, Milliarden von Euro zum Fenster hinaus wirft und am Ende ist das Miststück noch immer nicht fertig! Hartmut Mehdorn, der den Bau überwacht, rechnet damit, dass alle Bauarbeiten 2016 abgeschlossen sein werden – vielleicht.

Bevor ich mich noch mehr aufrege. Als Schönling hast Du bestimmt Neigungen zur Kunst? Sehr schön. Du warst ja auch von 1984 bis 1995 Bezirksstadtrat für Volksbildung und Kunst. Sicher hast Du auf diesem Gebiet einen Garten an blühenden Erfolgen anzubieten! Mal sehen!

2012 ermittelt die Polizei gegen Deinen Staatssekretär für Kultur Andre Schmitz; auf der Schweizer Bank Credit Suisse wird ein Konto mit 425.000 Euro entdeckt, dessen Gewinne nicht versteuert wurden. Schmitz gesteht Dir alles und Du entlässt ihn, wie es sich für einen Ehrenmann gehört. Nein? Ach so, in Berlin ticken die Uhren anders. Verstehe. Schmitz zahlt 5000 Euro und damit is` jut! Wohl dem, der Dich zum Freund hat, Klausi. Dumm nur, das Anfang 2014 dieser Steuerbetrug in die Presse gelangte. Da hast Du dich wenigstens einmal als Mann erwiesen und den Schmitz vor die Tür gesetzt. Warum musstest Du diese Entlassung aber wieder revidieren? Ach so, weil es Dein Parteifreund ist. Jut, dat kann man so jelten lassen. Angeblich hat der Andre seiner Entlassung nicht zugestimmt. Also was tut da ein Wowereit – genau! Er stellt den Andre wieder ein und der ist dann nicht entlassen, sondern darf – mit Bezügen – in den Ruhestand abtreten. Ach Klausi, Deutschland kann sich froh und glücklich schätzen, Dich als neuen Ex-Bürgermeister begrüßen zu dürfen. So intelligent hast Du noch nie gehandelt. Deutschland sagt: danke! Du warst der beste Volkszertreter und Oberwürgermeister, den Berlin je hatte.

Du hast mal gesagt: “Wir wollen reich werden, aber auch sexy bleiben.” Klausi, das schaffen wir, geh erst mal fort…

Eine Bitte hätten wir aber noch. Komm nie mehr zurück. Und nun…

2 thoughts on “Freudige Abschiedstränen über Berlins scheidenden Bürgermeister Klaus Wowereit (Wolfgang Luley)”

  1. Wer meint Wowereit sei bereits der Negativgipfel, der nicht mehr zu unterschreiten sei … der möge sich doch bitte an das alte Sprichwort erinnern: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben! Und in Berlin wohl erst recht…

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