Nicht die Ausländer sind es, wir sind Schuld!

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(he) Irgendwann in der letzten Woche las ich einen Satz, der mich immer wieder beschäftigte. Es seien, so der Inhalt, nicht die Ausländer das Problem, sondern die Probleme die sie mitbringen, seien unser Problem.

Nun gut, dachte ich beim Lesen, gegen Ausländer habe ich nichts. Was haben mir schon Österreicher, Schweizer, Norweger getan? Außer frohes feiern, im Übrigen auch mit Russen, Engländer, Franzosen, nichts. Türken haben mir schon Dienstleistungen abgekauft, Marokkaner Bücher. Also, was sollte ich gegen Ausländer haben? Ich denke, der Leser wird mir zustimmen, wenn ich mit “Nichts” antworte. Und dennoch gibt es Probleme mit Menschen anderer Herkunft. Dabei spielt die Staatsangehörigkeit in ihren Pässen kaum eine Rolle. Setzt man nicht zwei verfeindete Staatsleute nebeneinander, so sollte es auch keine Probleme geben. Selbst wenn die Staaten verfeindet sind, sich in der Bevölkerung einer Art Erblast eingeschleust hat – zwischen den, meist unbeteiligten, Menschen ist trotzdem Respekt zu verspüren. Ich meine, wann hat zuletzt ein Bayer einen Preußen geschlagen, nur weil er Preuße war? Sie wissen schon, was ich meine…

Dennoch bezeugen immer wieder Videos, wie in Frankreich aber auch in Deutschland, in den USA aber auch in Groß Brittanien, in Russland aber auch in Dänemark – die Aufzählung könnte man endlos fortsetzen – es immer wieder zwischen den Bevölkerungsgruppen Gewalt gibt. Bis hin zu regelrechten Straßenschlachten, Bürgerkriegen mit Toten und Verletzten. Woran kann dies liegen?

Im deutschen offiziellem Sprachgebrauch ist man der Überzeugung, dass mit einem (einheitlichen) Bildungsstand Gewalt und Hass zur Vergangenheit gehören. Doch dies scheint sich nicht zu bewahrheiten. Nun ist, aus europäischer Sicht, die USA kein Hochbildungsland. Dennoch können wir von einem gewissen Bildungsstand ausgehen. Und – die Fäuste fliegen! In U-Bahnen, auf Strassen. Zwischen dunkelhäutigen Afroamerikanern und Mexikanern, zwischen Chinesen und Italienern – trotz gleicher Bildungschancen, trotz gleicher Staatsangehörigkeit.

Auch übt man in der BRD gern Gnade vor Recht, sollten U-Bahn-Schläger einer Verurteilung nahe kommen. Stichwort schwere Kindheit. Dabei könnte ein Deutscher ebenso eine schwere Kindheit gehabt haben, würde er eben solche Gnade erfahren?

Viel eher ist es wirklich so, dass die BRD eine Vorreiterrolle spielt. Seit Jahrzehnten wird den Deutschen eingetrichtert auf ihr Land, ihre Herkunft, ihre Vorfahren; ja noch nicht einmal auf sich selbst; stolz zu sein! Dabei können sich die Leistungen der Vorfahren und der Staaten durchaus sehen lassen. Wer hatte schon einen von Goethe, einen Schiller; wer entwickelte die soziale Absicherung seiner Bürger; wer entwickelte die Versicherungen; wer erfand so manches technische Gerät – wie den Computer? Wer half und hilft in der ganzen Welt, wer kämpfte schon immer gegen Armut?
Natürlich hatten auch andere Länder ihre Schriftsteller, Komponisten, Erfinder und Freidenker. Dies möchte ich ihnen nicht absprechen. Dennoch, war es nicht Deutschland das als Vorreiter für Freiheit galt? Kamen nicht die Hugenotten nach Deutschland um frei zu sein?

Trotzdem sieht Deutschland sich gern in ewiger Schande, lastet sich Schuld auf, die weder der heutige Bürger, noch der Staat haben kann. Unter dieser Schuldenlast bildet sich jedoch der deutsche Staat ein, jedem Menschen Heimat geben zu müssen. Und jeden Menschen sich frei entfalten zu lassen.

Allein durch die freie Entfaltung entstehen die ersten Probleme. Freie Religionswahl bedeutet eben auch Freikirchen, russische Orthodoxe und Muslime Freiheit zu geben. Auch wenn es Religionen darunter gibt, die kontraproduktiv sind. Das Leben an sich darf man in der BRD entfalten. Spätestens hier entsteht Spannung: Haben doch die Religionen bestimmte Grundsätze. Ein kurzes Beispiel:
Wird in der BRD das homosexuelle Gedankengut sowie die Neigung dazu gefördert; Stichworte wie: Regenbogenfahnen an Rathäusern, CSD, öffentliche und wohlwollend medial begleitete Outings bis hin zur Frühsexualisierung in Kindergärten und Schulen; so ist allein die Homosexualität in anderen Ländern dieser Welt ein Vergehen, das mit Todesstrafe geahndet wird. Gern wird als Grund ein altes Schriftstück genutzt, worauf sich Religionen gründeten.
Wie also soll allein bei diesem Thema keine Spannung entstehen?

Auch bei Kleidung, Wortwahl und Sprachgebrauch werden Spannungen erzeugt. Gegensätzliche Traditionen, Sprachwirrwarr und unterschiedliche Emotionen führen ebenso nicht zur unbedingten Liebe. Doch dies ist den Verantwortlichen der BRD egal. Viel mehr bemüht man sich neue Wörter zu erschaffen, wie Migration, statt dem Urproblem entgegen zu treten. Der Ursprung des Problems ist dabei recht einfach zu erkennen:
Solange sich der Neubürger nicht in Sprache und Leben anpassen muss, solange wird er seine Ansprüche an sein altes Leben fordern. Egal ob dies Religion oder Kleidung ist, Geschäftsgebahren oder Familienpolitik. Der Neubürger wird aber zeitgleich auch das einfordern, was die Altbürger besitzen. Seien es Rechte und Rechtssprechung oder immaterielle und materielle Güter und Werte. Es entsteht somit ein neuer Neubürger – geprägt vom alten Stolz, von alten Traditionen, die er fortsetzen will und getrieben von neuen Eindrücken, neuen Freiheiten und neuen Werten. Man kann sogar, angesichts der Ebola-Debatte weiterdenken. Wir bekommen die Krankheit nach Europa dank der Freizügigkeit in Europa.

Schuld daran ist nicht der Ausländer. Nicht einmal seine Religion. Der Fehler liegt in den letzten Jahren. Er nennt sich Globalisierung!

Durch diese Globalisierung und dem Wunsch, das alle Menschen gleich seien, ist der Wirtschaftsflüchtlingszug zu einer neuen Völkerwanderung verkommen. Kaum einer fragt, wie die verarmten Länder sich aufrappeln sollen, wenn Menschenkraft – also neudeutsch die Manpower – fehlt. Durch die Globalisierung entstanden neue Widersprüche, neues Unrecht, neue Armut – ohne das wir die alten Probleme gelöst hatten. Dadurch vermengen sich die Menschen und ihre Religionen sowie Traditionen nicht – sie leben nebeneinander her, auf engstem Boden. Und sie bringen ihre Probleme mit, setzen darauf neue. Anders wie einst bei den Hugenotten wird den Neubürgern nichts abverlangt, wohl aber – wie bei jenen geflohenen Franzosen – gegeben. Die Probleme stapeln sich so, bis zu einem gewissen Grad. Wie wir aus der Physik wissen, entsteht durch Druck und Reibung Temperatur, durch Temperatur eine Beschleunigung der Teilchen – bis hin zum großen Knall.

Von daher kann ich dem obigen Gedankengang nur zustimmen. Schuld sind wir selbst, an den Problemen in Deutschland, in Europa – ja selbst an den Problemen in der Ukraine. Wir geben den Fehlentscheidern die Macht, wir sehen nicht in die Ferne, wir finanzieren andere statt uns.

Allein wenn wir in den Urlaub fliegen, uns fremde Länder anschauen, sollten wir uns fragen, wohin unser Urlaubsgeld fliesst, wofür es verwendet wird. Egal ob das ersehnte Urlaubsland Türkei oder USA heisst, ob Kuba oder DomRep… Wir sollten uns fragen, wen wir wählen und wem wir vertrauen. Und wir sollten wieder in die Zukunft schauen, um möglichst gut im heute zu handeln. Wir sollten uns echte Freunde suchen, die wir nicht bezahlen müssen, damit sie Freunde sind – privat, wirtschaftlich und politisch – und dabei darauf achten, dass wir noch wir selbst sein können. Erst wenn wir diese Punkte verändern, können wir unser Land voranbringen. Gern auch mit Türken, mit Sachsen, mit Ghanern, mit Preußen, mit … Menschen aus aller Welt. Sofern alle diese Menschen etwas für sich und für ihr (Wahl-) Land tun.

Doch damit dies funktioniert, muss sich auch der Deutsche wieder auf den Deutschen verlassen können. Im kleinen, wie im Großen! Und hier fängt das eigentliche Problem an. Denn der Deutsche betrügt, verleumdet, denunziert den Deutschen, wenn er nur kann. Nur; durch die eingeredete; Erbschuldlast traut er sich nicht an Ausländer und Neubürger heran. Der Deutsche ist mittlerweile verk0mmen. So dass, sein Land, seine Herkunft, seine Ehre ihm egal ist. Mehr noch, er schämt sich und verkriecht sich. Unterhalten Sie sich einmal mit einem stolzen Türken – er wird den Kopf über die Deutschen schütteln, die ihre Traditionen verraten, ihre Werte verleugnen, ihre einstigen Vorzüge verschenken. Fragen Sie einen Russen, einen Kanadier ob er stolz auf sein Land ist. Fragen Sie danach einen Deutschen oder lesen Sie den Beitrag im Stern, in dem die Moderatorin Ina Müller politisch brav sagen darf:

“Mich stößt das ab, wenn Menschen ihr Land feiern, wenn die Fahne geschwungen, egal warum.”

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