Ohne Moos nix los!


McDonalds in Moskau

(he) Im aktuellen Preußischen Anzeiger, Ausgabe Aug/Sept. 2014, hatten wir es vermutet und weiter gedacht:

Auch wenn in den deutschen Medien immer wieder von polnischen Äpfeln zu lesen ist, die nun nach Russland nicht mehr eingeführt werden dürfen, so sieht man beim näheren Hinsehen, das es längst keine Bagatellen mehr sind. Putin zeigt nun seine wirtschaftliche Macht und lässt es eben nicht nur an polnische, unschuldige, Äpfel aus. So berichtete die Wirtschaftsagentur Bloomberg erst kürzlich, dass Moskau die Einfuhr von amerikanischen Hühnerfleisch gestoppt hätte. Wert: etwa 309 Millionen. Dies war, so Russland, keine Antwort auf die Sanktionen, sondern es gehe ausschließlich um hygienische Mängel. Die paar Hühnchen, mag der eine oder andere Leser denken. Aber, Russland war nach Mexiko der zweitstärkste Abnehmer von Hühnerfleisch aus den USA. Die neue Gesundheitspolitik macht nun auch McDonalds zu schaffen. Die russischen Behörden werfen dem Schnellrestaurant vor, dass der Käse zu viele Antibiotika aufweist. Man hätte auch Darmbakterien in Salaten und Milchmischgetränken ge-funden. Dies wird nur der erste Schritt sein. So könnte es auch schnell Deutschlands wichtigsten Exportbereich treffen: die Autoindustrie. So spürte man bereits einen Einbruch der Absatzzahlen von über 20%. Der Verband der deutschen Automobilindustrie rechnet nun mit einem erneuten Rückgang von 2,5 Millionen Neuwagenzulassungen in Russland. Auch in anderen Exportsegmenten sieht man, durch die unnütze Sanktionspolitik schwarz: 25.000 Arbeitsplätze in Deutschland stehen auf dem Spiel, so heißt es.
Bleibt die Schuldfrage. Putin hält den Druck der USA-EU aus, ob Deutschland jedoch ihren eigenen Druck aushalten kann, ist keine Frage wert. Eher, die Frage nach dem Zeitpunkt, in dem Deutschland sich über diese verfehlte Wirtschaftspolitik selbst zerstört und ob die USA, als großer Verbündeter aushelfen können und werden. Die Angst schwingt mit, dass sich die BRD mitschuldig macht an einem neuen Hochrüsten und die Gefahr eines Krieges in Europa wächst somit.

Nun berichten Handelsblatt bis Tagesschau (ARD):

Nachdem gestern vier Filialen in Moskau schließen mussten, kündigte das Amt nun weitere Kontrollen in mehreren russischen Regionen an. In Moskau warf die Behörde den Filialen wiederholte Verstöße gegen Hygienevorschriften vor. McDonald’s Russland erklärte, den Vorwürfen nachzugehen. Unter den geschlossenen Filialen ist auch das erste Restaurant, das am 31. Januar 1990 am Puschkin-Platz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs eröffnet worden war. Damals gab es nach Jahren kommunistischer Mangelwirtschaft einen Ansturm auf das Lokal, das zu einem Symbol der Reformpolitik in der Sowjetunion wurde.

Russland wird auch andere Filialen der Schnellrestaurantkette in weiteren Regionen prüfen lassen, bis auch in Russland sich McDonalds „erübrigt hat“. Dabei lästert Westeuropa noch immer über über polnische Äpfel, übersieht aber die Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft, wie oben erwähnt. Ebenso in der aktuellen Ausgabe des PAs, hier als eBook zu laden, ist nachzulesen:

Dabei hat Putins Russland längst Auswege geschaffen. Das Eurasien-Bündnis, das auch – noch – Europa offen steht. Mit China ist man sich einig, dass man finanzpolitisch unabhängig vom Dollar agieren kann. Für Europa unvorstellbar. Für die USA ein Desaster. Auch diese Finanzpolitik, spielt im Russland/USA-Konflikt eine Rolle. […]

Dennoch kann sich Putin auf seine Wirtschaft und seine Verbündeten verlassen und kann somit, wie bei einem gutem Schachspiel, die Risiken bei jedem Zug in Ruhe abwägen. Ein strategischer Vorteil, den sich die deutsche Bundesregierung selbst 1990 verspielte, indem man unüberlegt ja zur EU, ja zur NATO, ja zum Sklaventum gegenüber der USA in die Welt hinaus beschrie. Ein fataler Denkfehler, der erst in diesen Tagen seine Wirkung zeigt. So könnte der Druck auf Putin sich in den nächsten Wochen umkehren. Denn Druck erzeugt nicht nur Gegendruck, sondern oft auch eine Druckwelle, nachdem das Druckgefäss zerbarstet. Dass das Gefäss, namentlich die Ukraine, zerbricht ist nur eine Frage der Zeit und des politischen Sachverstandes. Eben solcher Sachverstand sollte die europäischen Regierungen nun zum umdenken bringen, denn die helfende Hand, Amerika, wäre bei einem erneuten Schlachtfeld Europa weit genug weg.

Interessant für uns ist es, dass der Preußische Anzeiger in seiner Aussage zum USA-EU / Russland Konflikt belächelt wurde, Kritiker uns immer wieder auf das Einfuhrverbot von Äpfeln mit ironischer Beigabe hinwiesen und meinten, soweit käme es nie. Nun haben wir den Beweis, denn es war eine logische Schlussfolgerung der Sanktionen, die Russlands Wirtschaft schädigen sollten – koste es was es wolle und wenn es der eigene Frieden ist. Die EU übersieht eben gern, wenn es um Politik gegen Russland geht, dass Russland der zweitgrößte Handelspartner der EU ist. Mit Waren und Dienstleistungen, die kaum ein zweites Land bietet. Und man unterdrückt gern die Mitteilungen, wonach Russland sich in den letzten Jahren in die europäische und deutsche Wirtschaft eingekauft hat. Sei es bei Strom, Gas und Wasser, sei es im Automobilbau oder im Bankensektor. Auch dies hatten wir in der Ausgabe August September 2014 ausführlich dargelegt!

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