Die Humorlosigkeit der SPD oder: Willi Brandt lässt grüßen! (Wolfgang Luley)

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Was ich an Lehrer gehasst habe, waren ihre vorhersagbaren Reaktionen. Als Schüler wusste man immer, wann es Lob und wann es Tadel gab. Aus diesem Grund habe ich auch oft die Schule geschwänzt. Wurde ich zur Rede gestellt, habe ich offen bekannt, was mich die Schule kann – das ist aber ein anderes Thema.

Apropos Lehrer, oder solche, die sich dafür halten: Die SPD hat bereits vor 30 Jahren gezeigt, dass sie keinen Humor besitzt. (Dafür ist sie aber bis zur Heuchelei ernsthaft!)

Wie ich darauf komme? Heute vor 30 Jahren, auf den Tag genau, bewies Ronald Reagan, der damalige amerikanische Präsident, was für ein Humorist er war.

Was er gesagt hat? Er sagte: ich habe „ein Gesetz unterzeichnet, dass Russland für immer für vogelfrei erklärt.“ Stimmt, komisch ist das nicht. Die Pointe kommt aber noch! Weiter sagte er: „Wir beginnen mit der Bombardierung in fünf Minuten.“ Diese Sätze gehörten zu den sogenannten Sprechübungen, die Reagan immer vor einer öffentlichen Rede absolvierte. Und hätten amerikanische Tontechniker diese Tonaufnahmen nicht der Presse zugespielt, so wären sie für immer ungehört geblieben. (Vielleicht wollten sie auch Helden spielen, die glaubten, sie müssten die Welt vor einer Bedrohung schützen?) Vielleicht waren es auch nur Mitglieder der SPD! Und was tat der deutsche SPD-Pressedienst? Hat er sich vor Lachen die Schenkel gekopft? Nein, viel schlimmer, er hat diese humorige Äußerung kommentiert. So erklärte er, Reagan habe ein „”Maß an Zynismus und eiskalter Menschenverachtung, wie es sonst nur bei Schwerkriminellen und Massenmördern angetroffen wird”. Nein! Doch! Oh!

Ich will aber nicht völlig unfair sein. Einen Humoristen hat die SPD auch hervorgebracht. Ich spreche von Willi Brandt. Er hat ein legendäres Interview mit Friedrich Nowottny geführt, dessen Fragen er lediglich mit Ja oder Nein beantwortete, da ihn dieser zuvor aufgefordert hatte, sich „kurz“ zu fassen. Solche Politiker hat die SPD heute nicht mehr. Sie hält sich lieber an verhersagbare Reaktionen, allerdings zum Nachteil von uns Deutschen. Wenn der SPD-Vorsitzende Gabriel dazu auffordert, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, ist das vorhersehbar, er hinterfragt aber nicht, wo diese Leute untergebracht werden sollen, noch, wie dann mit ihnen umgegangen werden soll. Ein allgemein menschliches: Wir müssen helfen! Helfen! Helfen! fällt ihm nicht ein. Oder: wenn Ralf Stegner, der stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD wider besseres Wissen, gegen Islamisten in Deutschland nicht schärfer vorgehen, sondern sie durch Sanftmut bezwingen will, ist das naiv und ernsthaft bis zur Heuchelei.

Humor braucht aber Ehrlichkeit, so verwundert es nicht, dass Reagan deshalb oft Lacher im Publikum erzielte, weil der beides besaß. 1986 zum Beispiel nannte er Journalisten, die sich als Helden aufspielen wollten, indem sie ihm dumme Fragen zu stellen müssen glaubten, schlicht: „Hurensöhne!“. Damit aber eines klar wird, diese verbalen Ausfälle haben nicht mit die einen türkischen Präsidenten Erdogan gemeinsam, der Kritiker ohrfeigt oder kritische Journalistinnen ins Gesicht sagt: „Erkenne Deinen Platz“, womit er meint, der Platz einer Frau sei Haus und Herd. Nein, das war Reagans Niveau nicht und auch Brandt hätte sich nie solche Entgleisungen erlaubt. Was beide von Erdogan unterscheidet ist, dass sie – neben ihrer Erlichkeit – auch Geist besaßen. Geist und Ehrlichkeit ergibt Humor.

Meine Schulerfahrungen traumatisieren mich heute weniger als damals, vielleicht, weil ich diese Zeit durch eine verklärende Brille sehe, wie auch immer. An die Schule denke ich heute lieber als an die SPD.

Humor ist, was der SPD eine miese Laune bereitet!

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