Von der „Konflicktbewältigung“ zwischen Staaten oder: Achtung – Kriegssatire! (Wolfgang Luley)

Satire & Humor , , , , , , ,

Gibt es einen inhumanen Frieden? Ehrlich gesagt, da bin ich überfragt. Das Gegenteil davon wäre ein humaner Krieg, was aber eine absurde Vorstellung ist. Man stelle sich vor, ein Soldat berichtet seiner Liebsten, auf Fronturlaub, wie er eine Granate abgefeuert und diese ganz „human“ einen Menschen zerfetzt hat. Das ist Stoff für eine Kriegssatire, ich rede hier aber von der Realität.

Was also ist ein inhumaner Friede? Das Gegenteil von einem humanen Frieden. Und was ist ein humaner Friede? Der Reihe nach!

Insrael und Palästina feuern aufeinander, manche Zeitungen sprechen von „kriegsähnlichen“ Zuständen. Pardon, sie sprechen von einem Konflickt. Was einen gewaltigen Unterschied ausmacht. Seltsam nur, dass heute eine Waffenruhe eintritt. Eine Waffenruhe bei einem Konflickt? Und diese Waffenruhe wird auch noch als „humanitärer Friede“ bezeichnet. Was mit diesem Kunstwort gemeint ist, weiß ich nicht genau. Jedenfalls: Palästinenser können sich mit Lebensmittel versorgen und ärtztlich behandeln lassen. Wir könnten hier also von einer Kriegsunterbrechung oder einer Waffenpause sprechen. Das hieße wiederum aber, es gäbe Krieg. Es gibt aber keinen Krieg, sondern einen „Konflickt“ oder einen „kriegsähnlichen Zustand“. Soll heißen: wird jemand, in diesem Zustand von einer Granate zerfetzt wird, völlig human versteht sich, ist er anschließend nicht tot, sondern nur scheintot. Nein, ich schreibe hier noch immer keine Kriegssatire!

Wenn man dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu glauben schenken will, ist der Krieg gegen Palästina nur ein „hartes Durchgreifen“ in einem „Konflickt“. Aha. Und dabei wird nicht geschossen und getötet? Seltsam, woher die Toten auf beiden Seiten? Sind das etwa: humanitär getötete Scheintote! Zugegeben, jetzt ist es Kriegssatire! Wie soll man bei diesem Umgang mit Worten aber nicht satirisch werden.

Bei dieser Gelegenheit: was ist jetzt ein „humanitärer“ Friede? Ich glaube, die Antwort ist so einfach wie erschreckend, es ist ein Scheinfriede. Oder schlimmer: Kriegsvorbereitung. Denn, was tun beide Seiten anderes? Sie athmen tief durch und sammeln sich für neue Angriffe. In diese Kategorie fällt auch der inhumane Friede. Da wir schon bei Kriegsatire sind. Was ist ein Krieg? Antwort: ein konflicktbelasteter Friede! Oder besser: Urlaub vom Frieden!

Wie steht es aber mit der Hamas? Sie feuern beständig mit Qassam-Raketen auf Israel. Bei ihnen ist das entweder „Vergeltung“ oder „Heiliger Krieg“. Aha. Das ändert natürlich alles. Ich bin mir sicher, dass die von Raketen zerfetzten Juden dankbar dafür sind, dass sie im Namen des Heiligen Krieges sterben durften. Man hat ja sonst nichts Anderes zu tun. Wenn man so will, kann man für Mordlust viele beliebige Umschreibungen finden. Es dürfen aber keine Plakativen sein, wie etwa: Tot allen Juden! Eher schon: tot allen Ungläubigen! Oder: für jeden Toten Moslem – zehn tote Juden! Alternativ kann man auch von Widerstand oder von Rebellion reden. Der sprachlichen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Man kann sogar davon sprechen, dass Mauern, um Menschen, der sprachlichen Kreativität förderlich sind. (Gemeint ist natürlich die Grenzmauer zwischen beiden Ländern, die Frieden bringen soll.) Man schafft also Frieden unter den Menschen, indem man sie voneinander trennt? Ist das jetzt wieder Kriegssatire? Ja, und zwar: reale Kriegssatire.

Was ist inhumaner Friede? Ein Friede, der Menschen ausgrenzt.

One thought on “Von der „Konflicktbewältigung“ zwischen Staaten oder: Achtung – Kriegssatire! (Wolfgang Luley)”

Kommentar verfassen