Ohne Moos nix los!


Ich erhebe meine Stimme gegen Hetze und Kriegstreiberei! (Wolfgang Luley)

Muss man für Krieg sein? Diese Frage kann man leicht mit einem Kopfschütteln beantworten. Nächste Frage: Muss man gegen Juden sein? Bevor nun einige Scherzbolde nicken, die richtige Antwort lautet: Nein! Warum ich frage? Israel führt Krieg gegen Palästina und deutsche Medien, allen voran die Bild-Zeitung, beeilen sich, ihre Solidarität mit Israel zu bekunden.

Ich bin kein Freund blumiger Urteile, daher sage ich klar und deutlich: Israel ist schuld. Wenn ein Land Friedensbemühungen hintertreibt, wenn ein Land, durch Siedlungspolitik, Land eines anderen Landes, in diesem Fall, Palästina raubt, trägt es Schuld. Bin ich deshalb für die islamische Hamas, die, von palästinensischen Boden aus, Raketen auf Israel feuert und allen Juden den Tod wünscht? Nein, das bin ich nicht. Und noch was: wer meint, ich dürfe als Deutscher keine Kritik an Israel haben, weil ja Deutschland den Holocaust entfacht hat, der Millionen von Juden in Asche und Staub verwandelte, dem sage ich: Halt`s Maul du Rassist!

Entschuldigt bitte, dass ich so deutlich werde, wenn ich aber sehe, wie in Deutschland mit Kritik umgegangen wird, kocht mir das Blut. Kritik bedeutet übrigens, dass jemand in der Lage ist, zu unterscheiden, was richtig und was falsch ist. In Deutschland versteht man unter Kritik aber oft, dass man kriecht oder den anderen in Grund und Boden kritisiert. Wie man kriecht, zeigt eben die Kampagne der Bild-Zeitung. Heute titelte sie: „Stimme erheben, nie wieder Judenhass!“ Und natürlich meldete sich auch Kai Diekmann, der Chef-Redakteur, zu Wort. Ich will jetzt nicht seine Worte auf die Goldwaage legen, einen gewissen Ausdrucksfreiraum muss jeder haben. Was er aber in seinem Kommentar schreibt, grenzt an Germanophobie.

Aber der Reihe nach. Was schreibt denn unser Diekmännelchen so böses? Er plappert munter drauf los, dass Deutsche immer auf der Seite Israels zu stünden hätten. Warum? Weil Israel ein Staat ist, der Licht und Liebe auf der Welt verbreitet? Nein, weil Nazis (er sagt Deutsche) Juden verfolgt und ermordet haben. Was ein Kriecher! Aber weiter: er plappert munter fort, dass Deutsche, wegen dem Holocaust, Israel keine Ratschläge zu geben haben. Nun, Diekmännelchen, wenn Du Deinen Kopf nur zur Dekoration auf den Hals trägst, ist das Dein Pech! Also Israel – hör zu: beende den Krieg mit Palästina, beende Deine falsche Siedlungspolitik und führe echte Friedensbemühungen und keine nur zum Schein! Und jetzt wieder unser Diekmännelchen: wer vor Synagogen demonstriert, ist blanker Antisemit. Aha. Im Umkehrschluss heißt das: jeder, der vor einer Synagoge demonstriert, ist ein Antisemit? Wenn Juden vor Synagogen demonstrieren, sind das dann auch Antisemiten? Wo ist da die Logik? Überhaupt – Herr Diekmann – Ihr Gebiet ist eher der kreative Umgang mit der Wahrheit, als der Umgang mit Logik. Seien Sie darüber aber nicht traurig. Die Bild-Zeitung heißt ja nicht deshalb Bild-Zeitung, weil sie bildet, sondern, weil sie viele schöne Bilder hat. Aus diesem Grund könnte ich nie Chef-Redakteur der Bild werden.

Zum Schluss: Wie man Israel in Grund und Boden kritisiert, zeige ich euch nicht. Stattdessen, erwähne ich lieber meinen Herausgeber, Hagen Ernst, der eine kluge Gegenkampagne gestartet hat.Sie heißt: „Stimme erheben gegen Hetze und Kriegstreiberei – nie wieder Hass!“ Mir selbst gefällt dieser Gedanke im hohem Maße! (Nein, das ist kein vorauseilender Gehorsam dem „Chef“ gegenüber!) Hetze und Kriegstreiberei – egal auf welcher Seite, ist falsch und ist einer Kritik würdig. Das setzt natürlich voraus, dass man seinen Kopf, zum Denken, auf dem Hals trägt. Die einfache Logik sagt einem da, zum Beispiel, dass Israels Siedlungspolitik im Westjordanland falsch ist. Und die wird auch nicht richtiger, weil Nazis Juden verfolgt und getötet haben. Es ist eher logisch, sich zu fragen, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Nicht weniger skurril ist es, wenn Israel, von sich aus, den Dialog mit Palästina abbricht, und meint, das habe friedliche Folgen. Die islamische Hamas, die sonst immer nur den Tod aller Juden wünscht, wäre sogar bereit gewesen, Israel als Staat anzuerkennen. Das zumindest schreibt die Zeit, in ihrer Ausgabe vom 24. April dieses Jahres. Wie auch immer, es ist nicht unlogisch, wenn man sagt, dass a) beide Seiten Krieg billigend in Kauf genommen haben und b) dass Israel die Verhandlungen nicht hätte abbrechen dürfen. Und c) Israel hat Palästina angegriffen. Wer Krieg anfängt, ist kein Opfer!
Als Opfer sehe ich eher uns Deutsche, die wir, im Namen von Meinungsfreiheit, Hasser auf unseren Straßen ertragen müssen. Wie gesagt: Palästinenser können Israel kritisieren, es gibt aber keinen Grund den Tod aller Juden zu fordern. Und letztendlich: was fällt Juden ein, sich über Hetzte gegen sie zu beschweren? Sie führen Krieg. Was erwarten die? Dass man sich vor ihnen verbeugt und ihnen den Hintern küsst? Ich werde das nicht.

Ich Scheue mich auch nicht vor der Aussage, dass der Antisemitismus Deutschland wieder heim sucht. Daraus leite ich aber kein Bekenntnis zu Israel ab oder gar eine Schuld, die ich Juden gegenüber zu erfüllen hätte. Im Gegenteil. Ich sage: weder Juden noch Deutsche haben das Recht, Deutsche mit Nazis zu vergleichen und alle Deutsche in Sippenhaft zu nehmen. Nichts Anderes tun sie, wenn sie die Geschichte Deutschlands auf die Zeit der Nazis reduzieren. Diese Germanophobie dulde weder ich, noch sonst ein Patriot! Dass dieser Antisemitismus nicht von uns Deutschen kommt, sagt übrigens der Kritiker Henryk Broder. In der heutigen Bild schreibt er dazu: „Der Judenhass, der sich derzeit entlädt, ist ein importierter, ein Judenhass mit Migrationshintergrund.“

Israel soll meinethalben Krieg führen, Palästina soll, meinethalben, den Tod aller Juden fordern. Es kümmert mich einen feuchten Kehrricht. Wir, in Deutschland, haben genug mit Leuten zu tun, die Verrat an unserem Land führen und uns einen Schuldkult aufzwängen wollen. Das sind Probleme, die uns Deutsche angehen.

Der Krieg, zwischen Israel und Palästina, ist falsch, es ist aber nicht unser Krieg und es ist auch nicht unsere Aufgabe, ihn zu beenden.

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