Schickt den Bundespräsidenten Heim! oder: Beispiele der Gauck – Erleuchtung (Wolfgang Luley)

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Joachim Gauck ist nicht zu beneiden. Als Bundespräsident muss er ständig Reden halten, die mit der Realität so viel zu tun haben, wie Dunkelheit mit Licht. Man könnte auch von dunklem Licht sprechen, der so genannten Gauck – Erleuchtung. Denn nichts Anderes verbreitet Gauck mit seinen Reden. Oder sollte ich sagen: er sucht uns heim?

Mit dem neuesten Beispiel seiner Gauck – Erleuchtung hat er uns gestern in Berlin „beglückt“. Da legte er am Bendler – Block einen Kranz nieder, der an das Hitler – Attentat von vor 70. Jahren erinnern sollte. Und was er wieder für große Worte in den Mund genommen hat. Der Widerstand gegen Hitler sei ein Beispiel für „Menschenwürde“, „Freiheit“ und „Demokratie“ gewesen.

Was sich Gauck bei seiner Rede gedacht hat, weiß ich nicht. Vielleicht hat sich auch nur sein Mund automatisch bewegt, während in seinem Kopf eine lustige Stimme „La – la – la – la“ sang. Nichts Genaues weiß man nicht!

Wer nun meint, ich gehe mit dem Bundes – Gauckler zu hart ins Gericht, den sei daran erinnert, dass er es ist, der Auslandseinsätze der Bundeswehr fordert. Er hat auch nichts dagegen, dass die Kriegsministerin Ursula von der Leyen Kampfeinsätze mit Drohnen befürwortet. Wer mir nun etwas von einem „sauberen Krieg“ erzählen will, denn lache ich ins Gesicht! Auch Drohnen ändern nichts an der Blutigkeit des Krieges. Der einzige Unterschied ist der, dass man als Verantwortlicher seinen Opfern nicht mehr in die Augen schauen muss. Man sitzt bequem an einem Computer und bedient seine Drohne per Fernsteuerung. Das hat was von einem Computerspiel. Töte so viele Menschen, wie du kannst und sammle dadurch Punkte. Als Gewinn winken dann Sterne und Orden. Wer möchte da nicht gerne Krieg spielen! Und das die, die man durch Raketen zerfetzt ohnehin böse sind, ist eine alte Binsenweisheit. Der Feind ist immer grausam, brutal und muss getötet werden, ehe er – Bla! Bla! Bla! Das wunderbare an dieser Art von Scheinheiligkeit ist, dass man seine Feinde nach Belieben auswählen kann. Wäre Gauck Minister unter den Nazis gewesen, hätte er die Gleiche Rede gegen die Hitler – Attentäter halten können. Es hätte nichts geändert. So aber hat er sie für die Hitler – Attentäter gehalten. Dass er aber Krieg befürworte, entwertet seine Rede.

Auch darf man fragen, ob Graf von Stauffenberg tatsächlich ein Held ist? Das Attentat hat er auf Hitler erst dann verübt, als die Niederlage des Dritten Reiches absehbar war. Ich sage bewusst: Drittes Reich und nicht Deutschland! Hitler und seine Nazis haben so viele Deutsche auf dem Gewissen, dass man sie getrost Antideutsche nennen kann. Stauffenberg ist da kein Unschuldiger. Auch er hat für die Nazis an der Front gekämpft, auch er hat Deutschland verraten. Zwar mag er kein so verblendeter Nazis gewesen sein, wie jene, die bis zur letzten Kugel gekämpft haben, aber, er war einer! Das Attentat, mag ihn zwar in ein günstigeres Licht rücken, doch ändert es nichts grundsätzlich. Man braucht sich nur zu fragen, ob Stauffenberg auch dann ein Attentat verübt hätte, wäre Hitler tatsächlich der geniale Feldherr gewesen, als den er sich gesehen hat. Nichts Genaues weiß man zwar auch hier nicht, ich vermute aber, Stauffenberg hätte kein Attentat verübt. Und so ein Mensch soll als Beispiel für Patriotismus dienen? Für meine Begriffe passt da Georg Elser besser ins Bild. Er hat bereits 1939, im Münchner Bürgerbräukeller, ein Attentat auf Hitler verübt, als dieser eine Rede hielt. Wie bekannt, ist das Attentat missglückt. Was aber wäre gewesen, wenn es geglückt wäre! Von Stauffenberg war da als „Befreier“, vom Joch des Diktators nichts zu sehen.

Warum wird nicht Elser, sondern Stauffenberg gefeiert? Eine Antwort auf diese Frage mag die Aussage vom CDU-Generalsekretär Peter Tauber geben, der ebenfalls auf der Veranstaltung war, und der den Einsatz der Attentäter als wichtige Quelle für das Selbstverständnis der Bundeswehr bezeichnete. So dient also der Militarist Graf von Stauffenberg auch heute noch dem Militär. Sicher hätte er auch nichts gegen Krieg und Drohnen. Das heißt, so lange Deutschland auf der Seite der Sieger stünde; wäre das nicht mehr der Fall – aber lassen wir das – er ist tot.

Was die gestrige Gedenkveranstaltung gezeigt hat, ist, dass Gauck nur noch als Witzfigur taugt, dass Deutschland Krieg salonfähig machen will und dass wir Bürger keine Ahnung haben, was Freiheit tatsächlich bedeutet, sonst würden wir gegen den Gauckler aufstehen. Stattdessen rühren wir uns nicht. Wenigstens darf ich für mich in Anspruch nehmen, regelmäßig Montagsdemos zu besuchen.

Auch in Zukunft wird uns Gauck heimsuchen, wenn wir ihn nicht endlich Heim schicken.

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