Warum Krieg und Religion die Geißel der Menscheit sind! (Wolfgang Luley)

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Bereits die Poeten des Barock wussten, in anrührenden Versen zu berichten, dass die Welt ein Jammertal sei. Man erinnere sich an Andreas Gryphius und sein Poem: Menschliches Elend. Das war im 17. Jahrhundert – und heute?

Heute lese ich in der Online Ausgabe der Welt, dass Schüler aus Dinslaken in den Krieg nach Syrien gezogen seien. Sie wollen dort „für Allah sterben.“

Absurd, wie ich finde. Geht es im Barock darum, dass unsere Welt durch Krieg unbewohnbar geworden ist, feiern Dinslakener Dschihadisten den Krieg als Erlösung. Beiden gemeinsam ist aber die Behauptung: das Jenseits – was immer das sein mag – soll besser sein, als ein Leben im Diesseits, das nur als ein Jammertal verstanden wird. Da wir in der Postmoderne leben, manche sagen auch: Post – Post Moderne, kann man ebenso von einem Zeitalter des Post Barock sprechen. Warum auch nicht, es weiß doch eh keiner, in was für einer Zeit wir leben!

Und die jungen Schüler – was bewegt sie? Claudia Dantschke, Arabistin und Mitarbeiterin des Zentrums Demokratische Kultur in Berlin, hat eine Vermutung: “Der dschihadistische, also militante Bereich, verspricht zudem Abenteuer, Männlichkeit und das Gefühl, zu den Starken zu gehören und Geschichte zu schreiben.” Diese Wünsche (Abenteuer, Männlichkeit, Geschichte schreiben wollen), haben sicher auch in früheren Zeiten Menschen in den Krieg getrieben. Und dazu gehört auch Heldenverehrung, man denke nur an die Kriegshelden: Wallenstein, Tilly und Gustav – Adolf. Auch heutige Zeiten kennen Kriegshelden, man denke nur an den neuen Kalifen Abu Bakr Al – Bagdadi, der zwischen Syrien und Irak Gebiete erobert hat und sie zu seinem Kalifat ausgerufen hat. Hätten Sie gerne ein eigenes Kalifat? Dann ab nach Syrien! Dort können Sie zu einem Kalif werden, Sie müssen nur Ihre Hände tief genug in Blut tauchen und aufpassen, dass keiner Ihrer Glaubensbrüder, seine Hände in Ihr Blut taucht. Das klingt Ihnen zu sehr nach Mord und Totschlag? Was dachten Sie, dass Krieg ist? Ein Abenteuerurlaub mit Wellnessangebot! Andreas Gryphius wusste schon, von was er dichtete, als er seine Poeme verfasst hat.

Einen zweiten Gryphius gibt es in unserer Zeit nicht, auch keinen halben, dafür aber eine mutige Frau, die auf den Namen Hissa Hilal hört, und 2010 mit einem Gedicht berühmt wurde, in dem sie Fatwas, islamische Todesurteile, verurteilte. Seitdem schreibt sie fleißig Gedichte, die sich kritisch mit dem Islam auseinandersetzten. Diese Idee finde ich apart. Hilal schreibt keine Geschichte, sie schreibt lieber Gedichte, und dadurch auch Geschichte. Das hätten sich auch die Dschihadisten aus Dinslaken überlegen können. Aber statt Gedichte, drängt es sie lieber nach einem Kalifat. Laut Welt sind aktuell bis zu 320 deutsche in den Krieg nach Syrien gezogen – Tendenz steigend. Man darf sich fragen, was mit denen ist, die irgendwann nach Deutschland zurückkehren werden? Gut ausgebildete Terroristen, die Kampferfahren sind und von einem eigenen Kalifat träumen. Ginge es nach mir, käme keiner dieser Dschihadisten – Terroristen jemals wieder nach Deutschland zurück. Ich würde allen die Einreise verwehren. Bislang können sie aber zurück und werden bis zu 9 Monate lang vom Staatsschutz überwacht. Als ob man in 9 Monaten seine Meinung ändert! Dann wartet man eben 10 Monate und beginnt dann seinen Terror in Deutschland. Aus diesem Grund finde ich es auch falsch, wenn die Bundesregierung zukünftig zum Ramadan einlädt, wie vom türkischen Botschafter in Deutschland, Hüseyn Avni Karslioglu, kürzlich vorgeschlagen. Wenn sich jemand zu integrieren hat, dann nicht Deutschland in den Islam, sondern der Islam in Deutschland. Pardon, ich bin gerade wirr! Ich meine natürlich: Deutschland hat sich weder in das Christentum noch in den Islam zu integrieren, sondern beide, wenn überhaupt, haben vom Erdboden zu verschwinden! Lang lebe der Atheismus!

Religionen haben die Welt lange genug verwüstet; Krieg und Religion sind die Geißel der Menschheit. Jeder, der Hoffnung auf ein Besseres Jenseits – was immer das sein mag – schürt, verachtet nur die Menschen und beraubt sie um ihre Würde. Worin besteht die Würde? Sie besteht darin, menschlich zu bleiben und darum zu kämpfen. Das wiederum heißt, dieses Jammertal in ein Paradies verwandeln. Insofern bin ich hier mit Luther einig. Es gibt aber keinen Gott, es gibt nur uns: den Menschen. Und es werden auch immer nur Menschen sein, die über Menschen richten werden. Insofern bin ich nicht mit Luther einig!

Zum Schluss noch: anfangs sagte ich, wir leben im Post – Barock, das mag insofern stimmen, weil auch bei uns ein Glaube auf ein besseres Jenseits vorherrscht; stimmig ist mein Urteil aber trotzdem nicht. Schon allein deshalb, weil in der Zwischenzeit Karl Marx gelebt hat. In welcher Zeit leben wir also? Wir leben in der Zeit, in der Menschen Menschen ausbeuten, wir leben im Zeitalter des Kapitalismus. Anstatt sich also an einen Gott oder an Religion zu klammern, die nur von den eigentlichen Problemen ablenken, sollten wir für eine Gerechte Welt kämpfen. Nur so entkommen wir dem Jammertal.

Andreas Gryphius hätte besser darüber geschrieben! Noch besser: jemand tut es ihm gleich und schreibt auch Poeme, aber für eine gerechte Welt.

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