Ohne Moos nix los!


Unsere Bundesregierung – Adolf Hitler – und das Ei des Kolumbus! (Wolfgang Luley)

Ein heilloser Krach riss mich heute morgen aus dem Schlaf. Er schien von der Straße zu kommen. Ich schwang mich aus meinem Bett und lief zum Fenster. Als ich es geöffnet hatte und auf die Straße sah, erschrak ich: die Straßen und Gehwege waren voller Nazi-Zombies. Ich überlegte krampfhaft, was ich tun sollte, da klopfte es an meiner Wohnungstür. „Nun holen sie mich!“ Rollo, mein schwarzer Kater sah mich erschrocken an. Da klopfte es erneut. „Machen Sie auf!“ Ich erkannte die Stimme, es war die meiner Nachbarin. Ich lief auf den Flur und öffnete die Tür, die zu meiner linken Hand lag. Die Nachbarin hatte ihren Spitz auf den Arm und drängte in meine Wohnung. „Haben Sie schon gehört!“, rief sie. „Die Zombies?“ „Ja, es ist schrecklich!“ „Wo kommen die denn alle her?“ „Sie wissen es nicht?“ Ich schüttelte mit dem Kopf. „Adolf Hitlers „Mein Kampf“ ist wieder frei verkäuflich.“ „Ach.“ „Ja, und jeder, der es auch nur anfasst, wird augenblicklich zu einem Nazi-Zombie.“ Zugegeben: das war nur ein Traum. Die Angst unserer Regierung, vor diesem Buch, ist aber eine reale Beklemmung.

Um es gleich vorweg zu sagen: im Netz kann man sein Buch ohne Probleme bekommen. Ich kenne sogar Freunde und Bekannte, die es gelesen haben. Und nein: sie haben sich nicht in Nazi-Zombies verwandelt. Wer Hitlers „Mein Kampf“ liest und nicht gleich auf den ersten Seiten einschläft, der kann mitverfolgen, wie sich ein kleiner Niemand zu einem, von der Geschichte auserkorenen, Führer ernennt. Pardon: er sieht sich natürlich berufen. Bla – bla – bla. Das Ende dieses Wahns ist bekannt. Menschen lagen in Trümmer und die Welt hielt geschockt den Atem an. Dazu muss man sich nicht von der Geschichte berufen fühlen, das kann jeder Trottel, er braucht dazu nur die Macht, auf den roten Knopf zu drücken oder mit dem Gewehr, Jagd auf Menschen zu veranstalten.

Ich kann mich entsinnen, wie mein Großvater mir als Kind erzählt hat, dass in seiner Kompanie jeder das Buch gratis bekommen hatte. Mein Großvater fügte hinzu: dass man es praktisch bei allen Gelegenheiten bekam: zur Kommunion, zur Taufe, zur Heirat und dass es auch fast jeder Kegelklub in seinem Besitz hatte. Das Buch müsse, so mutmaßte ich, eine große Wirkung auf die Menschen gehabt haben. Da sah mein Großvater mich nur belustigt an. „Hatte es nicht?“, fragte ich. Da ging er mit mir in den Keller und zeigte mir ein Buch in rotem Einband. Auf der Vorderseite prankte in weißen Lettern: „Adolf Hitler. Mein Kampf. Eine Abrechnung.“ Ich öffnete es und war enttäuscht, ich konnte es nicht lesen. „Es ist auf altdeutsch“, erklärte mein Großvater. „Und was steht drin?“ „Woher soll ich das wissen?“ Da hatte ich verstanden.

Mein Großvater ist inzwischen gestorben und das Buch – ich weiß nicht wo es gelandet ist – ich vermute aber im Altpapier. Auch kann ich nicht behaupten, dass mein Leben, ohne dieses Buch, sinnlos und leer ist. Würde man es heute bei jeder sich bietenden Gelegenheit bekommen, es würde erneut in die Regale der Menschen verschwinden und Staub ansetzen.

Was aber ist mit der historischen Schuld, die auf diesem Buch lastet? Es mag profan klingen, aber dieses Buch hat niemanden getötet. Es waren Menschen, die andere Menschen getötet haben. Einem Stück Papier „Schuld“ aufdrücken zu wollen, ist ebenso lächerlich, wie es klingt. Nicht weniger lächerlich ist es, wenn man es mit kritischen Kommentaren versieht. Man liest Hitlers Buch, wird zu einem Nazi-Zombie, liest anschließend die Kommentare und verwandelt sich erneut in einen Menschen? Ist schon mal jemandem der Gedanke gekommen, dass dieses Buch derart verrückt ist, dass es niemanden, der halbwegs geradeaus denken kann, zu überzeugen in der Lage ist? Man greife sich zum Beispiel diesen Satz heraus: „Es liegen die Eier des Kolumbus zu Hunderttausenden herum, nur die Kolumbusse sind eben seltener zu finden.“ Ist das gutes Deutsch? Und wie können die Eier des Kolumbus herumliegen, noch ehe er sie überhaupt gefunden hat? Und nebenbei: Kolumbus hat kein Ei gefunden. Er hat es auf der Unterseite leicht eingedrückt, damit es ohne fremde Hilfe stehen konnte. Kardinal Mendoza hatte Kolumbus, nach dessen Rückkehr aus der Neuen Welt, vorgeworfen, es sei leicht gewesen, die Neue Welt zu entdecken, was Kolumbus zum Anlass einer Wette nutzte. Er forderte Mendoza auf, ein Ei auf den Tisch zu stellen, es müsse aber ohne fremde Hilfe stehen bleiben. Als es der Kardinal nicht vermochte zeigte Kolumbus ihm einen Trick und kommentierte diesen, indem er sagte, dass auch dies leicht gewesen sei, es sei nur keiner darauf gekommen. Nun habe ich also diesen einen Satz von Hitler kommentiert. Waren sie, liebe Leser, zwischenzeitlich zu Nazi-Zombie mutiert? Nein? Das ist aber schade, dann sind sie klüger als von unserer Regierung gewünscht.

Ein Ei des Kolumbus ist es nämlich, wenn man ohne fremde Hilfe geistige Schritte macht. Man nennt das Reife. Und Reif kann man Hitlers Buch keineswegs nennen. Ähnlich haben sich auch meine Freunde und Bekannte geäußert, das heißt, diejenigen, die nicht gleich auf den ersten Seiten eingeschlafen sind. Reif ist auch nicht, dass unsere Regierung das Buch weiterhin verboten wissen möchte. Was nützt ein Verbot, wenn man es sich im Netz besorgen kann? Im Gegenteil, gerade durch ein Verbot bleibt das Buch interessant. Es strahlt den Reiz des Verbotenen aus. Aber nicht nur das: das Verbot hat auch eine politische Dimension: Die Bundesfamilienministerin Schwesig (SPD) will den Kampf-gegen-Rechts entschiedener und schärfer führen. Gleichzeitig will Joachim Gauck, unser Bundespräsident, dass Deutschland mehr Verantwortung in der Welt übernimmt. Was man als einen versteckten Aufruf zu Gewalt und sogar zu Krieg deuten kann. Da passt es doch, dass man in Hitler und allen Rechten Prügelknaben hat, auf die man einschlagen kann. „Seht nur, wie böse die Rechten sind – und wir sind ja soooo gut! Deshalb: lasst uns zu den Waffen greifen und endlich wieder in die Welt hinausziehen!“ Krieg scheint wieder populär zu werden. Tragisch nur, dass er keine Probleme löst!

Ich brauche Hitlers Kampf nicht, seine Anhänger können ihn sich ohnehin von überall her besorgen und alle anderen werden über den ersten Seiten einschlafen. Und sollten doch einige das Buch ganz lesen, werden sie denken: Was ein Quatsch!

Für die Aufhebung des Verbots bin ich aber trotzdem: allein schon, weil Bürger keinen Staat als Vormund brauchen und weil Rechte nicht als Prügelknaben missbraucht werden sollen.

One comment on “Unsere Bundesregierung – Adolf Hitler – und das Ei des Kolumbus! (Wolfgang Luley)
  1. Zitat:
    „Ein Ei des Kolumbus ist es nämlich, wenn man ohne fremde Hilfe geistige Schritte macht. Man nennt das Reife. Und Reif kann man Hitlers Buch keineswegs nennen. Ähnlich haben sich auch meine Freunde und Bekannte geäußert, das heißt, diejenigen, die nicht gleich auf den ersten Seiten eingeschlafen sind. Reif ist auch nicht, dass unsere Regierung das Buch weiterhin verboten wissen möchte. Was nützt ein Verbot, wenn man es sich im Netz besorgen kann? Im Gegenteil, gerade durch ein Verbot bleibt das Buch interessant. Es strahlt den Reiz des Verbotenen aus.“
    Dem kann ich nur zustimmen.
    Meine Freunde vom „Orden der Patrioten“ (http://tomorden.de.to) und ich interessieren uns nicht im geringsten für das Buch. Ich persönlich habe mal ein aufgeschlagenes Exemplar in einer Ausstellung des jüdischen Museums liegen gesehen und eine Leseprobe gemacht. Es war todlangweilig.
    Der Mann war ein lausiger Schriftsteller und ein ebenso lausiger Politiker!
    Es stimmt schon das früher fast jeder ein Exemplar hatte, aber keiner hat’s gelesen. Man hat’s einfach ins Regal gestellt und Ende.
    Zitat:
    „Da passt es doch, dass man in Hitler und allen Rechten Prügelknaben hat, auf die man einschlagen kann. „Seht nur, wie böse die Rechten sind – und wir sind ja soooo gut! Deshalb: lasst uns zu den Waffen greifen und endlich wieder in die Welt hinausziehen!“ Krieg scheint wieder populär zu werden. Tragisch nur, dass er keine Probleme löst!“
    Ja so ist es; die Bösen sind immer die Rechten.
    Interessant ist das es immer ein Kampf gegen „Rechts“ ist, nie ein Kapft gegen „Rechtsextremismus“. Und „Rechts“ ist eine Frage der Perspektive. Aus Sicht von SPD, Grünen und Linken ist natürlich die (zwar nach links gerutschte) CDU/CSU „Rechts“; ebenso wie die in der Bedeutungslosigkeit verschwindende FDP und die aufsteigende AfD!
    Im Grunde gibt die CDU-Regierung also einen Haufen Geld aus, damit SPD, Grüne und Linke sie bekämpfen!
    Unsere Politiker sind soooooooooo dumm…..

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