Der Bundes-Gauckler bei Karl dem Großen oder: was Joachim Gauck in Aachen weder sehen noch hören wollte (Wolfgang Luley)

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Am Donnerstag (19.06.14) hat unser Bundes-Gauckler in Aachen die Karlsausstellung eröffnet. Einen Tag später hat die Aachener Zeitung darüber berichtet; das Interessanteste hat sie aber in ihrem Bericht unterschlagen. Sie erwähnt nicht die Zaungäste, die Gauck für dessen jüngste Aufrufe zu militärischen Einsätzen ausgebuht haben.

Im Netz kursieren jedoch Aufnahmen dieser Unmutsäußerungen. Da stehen Protestierer unweit des Aachener Katchhofes und halten ihre Schilder hoch. Auf einigen steht: Krieg heißt Krieg und nicht: Eine neue Form der internationalen Verantwortung. Oder: Liebe Deinen Nächsten (Jesus) und erschieße Deinen Übernächsten (Gauck). Die Aachener Zeitung schrieb lieber von „ungezählten Zaungäste“. Was eine Zeitung zur Kenntnis zu nehmen beliebt, ist natürlich ihr überlassen. Sollten die Massen aber auf die Straßen gehen und gegen Kriegshetze und Kriegstreiberei ihre Stimme erheben – wie seinerzeit die Massen der Friedensdemo Anfang der 80iger Jahre des letzten Jahrhunderts – dann müsste auch Gauck und so manche Zeitung ihre Ohren aufsperren. Zumindest bei den Zeitungen bin ich optimistisch, nicht aber bei Joachim Gauck, der zum Beispiel sein Volk, also uns, für zu blöd hält, unsere Politiker und Bundespräsidenten auf direktem Wege zu wählen. Könnten wir das bereits jetzt schon, müsste sich Herr Gauck Sorgen um sein Amt machen. Verzeihung, ich meine natürlich: um das Amt, das wir ihm geliehen haben und das er in unserem Namen auszuführen hat. Auch wenn ihn das im Moment nur am Rande interessiert, ich meine: am Rande seiner Veranstaltungen, also die Zaungäste seiner Veranstaltungen, denen das Amt des Bundespräsidenten noch etwas bedeutet. Eines hat aber Gauck mit Karl dem Großen gemeinsam: beide haben ein eher strategisches Verhältnis zum Volk, ähnlich einem Schachspieler zu seinen Figuren, und beide ziehen Gewalt, als Lösung für Probleme, in Augenschein.

Was ein Glück, dass wir eine Republik sind!

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