Troll der Trolle und der Propagandakrieg

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(he) Seit Monaten finden sich in den Kommentarspalten der Meinungsindustrie, sofern die Kommentarformulare nicht gesperrt sind, Kommentare die den westlichen Medien Meinungsmache im Sinne einer Propaganda unterstellen. Zumeist sind es prorussische Einträge. Kommentare, die Putin zustimmen oder gar unterstützen sind ebenso zu finden, wie auch Meinungen der Leser, die sich gänzlich gegen die Meinung des jeweiligen Autors stellen. Früher nannte man so etwas Diskussion und fand eher am Stammtisch statt.

Da Stammtische immer seltener werden, finden nun diese Kommentare im Netz statt. Zeitungsredaktionen suchen den Schuldigen oder dämmen die Kommentare, durch Löschung oder Sperrung der Kommentarseiten, ein. Gegensätzliche Meinungen? Das darf nicht sein. Erst fand man in der Zeit einen Artikel, einen Aufmacher gar, der die eigenen Leser für Blöd erklärte, dann zog man im allgemeinen über die Dummheit der eigenen Leser her und erklärte ihnen, man hätte nicht den Durchblick. Da selbst der Bundespräsident Gauck sein Volk für dumm und blöd erklärte, in dem er ihm ein demokratisches Verständnis untersagte, passte es gut ins Bild. Und doch lehnt sich ein kleiner Teil der Leserschaft gegen die vorgefertigte und eintönige Meinungsmache auf. Deshalb passte es nicht nur der Süddeutschen Zeitung, dass man nun Beweise hat, dass Russland Propagandamitarbeiter hat, die auf Webseiten und in Social Networks ihre Arbeit tun.

Hunderte bezahlte Manipulatoren versuchen, weltweit die Meinung in sozialen Netzwerken und in Kommentar-Bereichen wie auch bei Süddeutsche.de im Sinne des Kreml zu beeinflussen. Das bestätigen erstmals Strategiepapiere, die Hacker abgefangen haben.

schreibt sogleich die Julian Hans, aus Moskau, für die Süddeutsche Zeitung.  Herr Hans mag recht haben, wenn er schreibt:

Nun gibt es erstmals Belege dafür, dass die Manipulatoren auch gezielt das Publikum von Nachrichtenportalen und sozialen Netzwerken jenseits des russischen Sprachraums ins Visier genommen haben. Den Verdacht gibt es spätestens, seit sich Redaktionen im Zuge der Ukraine-Krise mit einer Flut von Kommentaren konfrontiert sahen, die – ganz auf der Linie des Kreml – die Maidan-Proteste als Werk amerikanischer Geheimdienste und die Regierung in Kiew als Nazi-Junta zu diskreditieren suchten.

Und mit einem Nachfolgeabsatz, beinahe belanglos, erwähnt:

Zwar sind zweifellos auch Menschen im Westen aufrichtig dieser Meinung. Allerdings sind sie allen seriösen Umfragen nach in der Minderheit: Laut Allensbach-Institut bekennen gerade einmal acht Prozent der Deutschen, sie hätten “eine gute Meinung von Putin” (das entspricht etwa dem Ergebnis der Linkspartei bei der jüngsten Bundestagswahl). Laut Emnid haben 70 Prozent kein Verständnis für den russischen Präsidenten. Infratest dimap ermittelte, dass zwei Drittel der Bundesbürger Wirtschaftshilfen für Kiew befürworten und fast ebenso viele den politischen Druck der USA und der EU auf Moskau für sinnvoll halten. Die Kommentarflut, egal ob auf Spiegel oder Zeit Online,Süddeutsche.de oder bei der ARD, aber erweckt den Eindruck, man stehe mit seiner Meinung alleine da, wenn man die Annexion der Krim als solche verurteilt – ein auffälliges Missverhältnis.

Ist dies wirklich ein Missverhältnis? Das könnte man annehmen, wenn man wüsste, wer wann und vor allem wie von den Umfrageinstituten gefragt wurde. Doch nehmen wir an, dass diese Umfragen korrekt sind, ebenso wie die Aussagen der gehackten Dateien. Nehmen wir also an, “Putins Trolle” mischen mit. Ist man wirklich bei dem Qualitätsblatt, der Süddeutschen, der Meinung, dass die Propagandastellen erst seit dem Krimkonflikt arbeiten? Ist man wirklich der Meinung, dass es keine “Obama Trolle” gibt? Ist man wirklich der Meinung, dass die Standardmedien der BRD nicht staatsgelenkt sind und das nicht auch BRD-Propaganda ins Ausland gebracht wird?

Die Russen hätten vielleicht die Diskussion in Deutschland anschieben müssen, da es viele Bürger gibt, die pauschal etwas gegen Russland haben. Vorwiegend im Westen, was kein Wunder ist. Waren es früher die Bolschewisten, so lernte man in BRD Schulen, dass vom Osten die bösen Kommunisten Deutschland einnehmen wollen. Noch heute ist so mancher überzeugt, Russen seien mit weniger Würde und uralter Technik unterwegs. Was, nett ausgedrückt, großer Quatsch ist. Immerhin fliegen die Russen noch immer ins All …. Und die bösen Russen nehmen sogar Amis mit nach oben, gegen gute harte Dollars, weil eben die Amis allein nicht mehr in die Höhe kommen. Im Osten der BRD ist die Ablehnung gegenüber der Russen nicht ganz so tief verwurzelt. Haben doch die Einwohner Mitteldeutschlands noch immer im Kopf, dass sie den Russen vieles zu verdanken haben. Schliesslich waren sie es, die die Vereinigung zwischen BRD und DDR erst ermöglichten, sie waren es, die auf ihren Besatzerstatus verzichteten und ihre Soldaten aus Deutschland abzogen. Sie waren es, die zusagten, dass aus der NVA die Bundeswehr, und damit eine NATO-Truppe wurde.

Amis, Engländer, Franzosen hingegen gaben Deutschland weniger Spielraum und zwangen die Neubundeswehr (Bundeswehr Kommando Ost) in die NATO, die BRD in die EU und den Bürgern den Euro auf. Alles für den Frieden. Wobei man trotz allem, mit deutscher Unterstützung, einen EU/NATO-Gürtel um Russland zog. Natürlich im Namen der Demokratie und des Friedens. Ob das wirklich stimmt oder nur eine Propagandaaussage war und ist, darf jeder selbst entscheiden. Besonders, wenn der deutsche Bundespräsident, ein Kirchenmann, die Deutschen an die Waffen zerren möchte. Unpatriotisch, für die Interessen der globalen Spieler! Ein Kirchenmann, der einst lehrte, das man die andere Wange hinhalten solle, erzählt nun dem deutschen Volk, wir sollen Opfer bringen. Den neuen Göttern dieser Zeit: Dem Geld, dem Machtspiel, den USA.

Er fragte zwar nicht, wollt ihr den totalen Krieg, aber seine Wortwahl lässt befürchten, dass die Bundeswehr, bald eine Teilzeitarmee mit Kindergärten und rosa Plüschhasen, in die Welt zieht und zur Waffe greift. Dies ist kein Spiel, trotzdem ein Risiko, für Menschenleben und Deutschland. Nicht nur einmal ging Deutschland durch Kriegstreiberei und falschen Bündnissen zu Boden.

Ist es erstaunlich, dass gerade jetzt “Putins Trolle” so aktiv sind, während im deutschen Blätterwald nur antirussische Propaganda gedruckt und verbreitet wird? Ist es erstaunlich, dass gerade in diesen Tagen diese Trolle mit Höchstleistung arbeiten,  in einer Zeit in der die deutsche Presse-, Medien- und Meinungsfreiheit immer weiter eingeschränkt wird?

Wenn die Süddeutsche Zeitung sich die Tränen wegwischen würde und so wieder klar sehen könnte, müsste sie doch einmal nachfragen, was “Obamas Trolle” und “Merkels Trolle” so treiben. Merkels Abteilung hat die AfD erschaffen, so dass man vor den bösen rechten, bei jeder Wahl ruhe hat und diskriminiert sie brav als rechts, damit sie nicht so stark werden. Merkels bezahlte Schreiberlinge freuen sich über den Sieg der Mitte bei den Wahlen und verleugnen (noch) deutsche Kriegsbeteiligungen. Merkels Propaganda rüstet sich zum Feldzug gegen Russland und schreibt die Eurasische Union tot, obwohl diese gerade erst zu Leben erweckt wird. Merkels Schreibabteilungen schweigen über die Angebote, die Russland seit Jahren an Deutschland abgibt, wegen der Ostgebiete und sie verschweigen, dass die BRD längst nicht mehr selbst lenken und gestalten kann. Die deutsche Propaganda schreibt dem deutschen Volk die Kollektiv- und Erbschuld zu, obwohl man es besser wissen müsste. Gern wird mit falschen Bildern und bestimmten Ausrissen aus Reden gearbeitet. Videos aus dem Sudan sind dann plötzlich Filmaufnahmen aus dem Irak. Bilder eines Manövers zeigen plötzlich den Einmarsch von Truppen in die Ukraine. Die Auflistung ließe sich fortsetzen und wer glaubt, dass die deutsche (NATO / EU) Propaganda im Ausland nicht aktiv ist, der irrt sich gewaltig.

Auch Obamas Schergen sind nicht still. In den deutschen Medien, die sich gern amerikatreu, um nicht hörig zu sagen, zeigen, sind sie genauso aktiv, wie in den Social Media Netzwerken und youtube. Selbst türkische, französische oder englische Propaganda fällt in Deutschland ein und wird bejubelt!

Kriege fangen mit Propaganda an. Diese hat ihr Ziel erreicht, wenn ein Volk sich freiwillig für fremde Interessen hingibt, sich selbst dafür bejubelt. Der nächste Schritt ist es, den Feind zu benebeln. Die Aufgabe dieser Tage ist es, den wirklichen Feind zu erkennen, um wirklich souverän und frei entscheiden zu können. Dabei helfen derzeit die deutschen Medien sehr wenig, da sie unkritisch ihre Propagandarolle ausfüllen. Doch es gibt selbst hier Hoffnung. Wie einst in der DDR finden sich zwischen den Zeilen der Medienmacher doch Anhaltspunkte, die man selbst auswerten kann, um die derzeitige Innen- und Außenpolitik Deutschlands zu verstehen. Dabei darf man dann aber nicht die Wirkung der Gaucks und Merkels, der Obamas aber auch die des Putins nicht vergessen. Dies fängt an bei der Freundesliste von Merkel und endet längst nicht bei den Tagesthemen. Jede Nachricht sollte mit der Frage enden: “Wem nützt was?” Im Gegensatz zur Süddeutschen Zeitung, zur BILD oder anderen Medien, glaube ich schon daran, dass der deutsche Mitbürger selbst denken kann und zwischen Realität und Propaganda entscheiden kann, sofern er will, sobald er aus seinem “Die Renten sind sicher”-Schlaf erweckt wird.

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