Wann ist eine Wählerstimme verschenkt? (Wolfgang Luley)

Satire & Humor , , , , , , , , , , , , , ,

Wann ist eine Wählerstimme verschenkt? Nach Martin Sonneborn, Vorsitzender der Partei „Die Partei“ ist jede Wählerstimme verschenkt. Zwar hat ihn der Wähler auf einen Platz ins EU-Parlament gehievt, er selbst hält aber Brüssel für einen Selbstbedienungsladen und will sich lieber auf seinen Rücktritt als auf ernste Parlamentsarbeit vorbereiten. (Seine Diäten und das Übergangsgeld will er aber trotzdem einstreichen.)

Manche Leute klopfen sich über Sonneborns Ansichten die Schenkel, der Grüne Politiker Sven Giegold gehört aber nicht dazu. Auch er hat einen Sitz in Brüssel ergattert und das könnte nun zu einem Fallstrick für Sonneborn werden.

Was ist passiert? Hat Giegold auf seinen Sitz – aus Protest – über Sonneborn verzichtet? Ist er gar bei den Grünen aus – und bei Die Partei eingetreten? Nein! Nein! Nein!

Sven Giegold müsste eigentlich Spaß verstehen, ist er doch Mitglied einer Partei, deren Mitglieder für Inzest und Kindersex sind. Wahrscheinlich sind das auch nur Spaßvögel, die einen bizarren Humor pflegen. Wie sollte man sich auch sonst vorstellen, wie sie es schaffen, in die Parlamente einzuziehen. Welcher ernste Mensch sollte die auch wählen? Offenbar ist Herr Giegold in der falschen Partei – oder aber er hat auch einen bizarren Humor. Wie ich darauf komme?

Spiegel Online verriet er in der heutigen Ausgabe, er wolle Klaus Welle, dem obersten Verwaltungsbeamten des Parlaments, einen Brief schreiben. Sie fragen: mit Geld drin? Haha – lustig! Aber sie haben fast Recht! Nein, in dem Brief soll natürlich etwas Brisantes stehen, etwas, dass den satirischen Umtrieben dieses Glaubwürdigkeitskaspers, Sonneborn, auf einen Schlag beendet. Giegold fordert Herrn Welle auf, “diese geplante Verschwendung von Steuergeldern mit allen rechtlichen Mitteln zu verhindern”. Uiui! Und Sie fragen, was, wenn das nicht klappt? Dann soll der Glaubwürdigkeitskasper möglichst lange am Eintritt ins EU-Parlament gehindert werden. Nun habe ich eine Zwischenfrage: man will jemanden, der keine Lust zum arbeiten hat, am arbeiten hindern? Ja, ich denke, das wird Herrn Sonneborn einsichtig machen und dazu bringen, dass er seine Füße hochlegt. Man darf also schon jetzt von einem 100prozentigen Erfolg für Giegold sprechen.

Bevor wir uns noch weiter mit den beiden Möchtegernsatirikern beschäftigen, will ich lieber von einer richtigen satirischen Idee sprechen. So will die Tierschutzpartei den Spaniel „Pupsi“ nach Brüssel schicken. Nachdem Pupsi bereits als Parteivorsitzender bestätigt worden war (er war ohne Gegenhund) angetreten und hatte 111 Prozent der Stimmen bekommen, darf er nun in Brüssel Platz nehmen und für mehr Tierrechte bellen. Die Tierschutzpartei ist über diesen Einfall derart entflammt, dass sie bei der nächsten Bundestagswahl einen Schoßhund zur Wahl aufstellen will. Mit dem Schwanz wedeln und brav Pfötchen geben könne nicht gar so kompliziert sein, wie Bundeskanzlerin Merkel vorführt – dieser Schoßhund der Republik! Ich mache natürlich nur Spaß – die Tierschutzpartei ist viel zu ernst für einen solchen Ulk.

Zurück zu Giegold und seinem bizarren Humor. Ja, er hat einen und der schillert grün, weil er so frisch ist! So hat er Spiegel Online verraten, dass er gegen Sonneborn sei, weil dieser Witze „auf Kosten der Steuerzahler mache.“ Demnach müsste man auch alle Politiker in Berlin prüfen lassen! (Einschließlich des Schoßhundes.)

Wann ist eine Stimme verschenkt? Bei Politikern mit grünem Humor, bei Satirikern und bei Schoßhunden!

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