Ohne Moos nix los!


Alle lesen mit, nur nicht der BND

(he) Man muss es ja zugeben, der BND wird voller Neid auf die NSA und die britische Kolonne der staatlichen Abhörer schauen. Denn der BND kann nicht einfach so mit Google und Amazon zusammenarbeiten. Nicht einmal mit web.de. Schon traurig. Dabei ist der Bundesnachrichtendienst schwer beschäftigt. NSU, statt NSA, NPD statt Snowden. Da vergisst man schonmal leicht, dass man bei WhatsApp nicht mitlesen kann. Aber genau da sind doch die bösen Deutschen und versenden sich böse Nachrichten. Und bei Facebook, da sind die auch aktiv. Schlimmer noch, die tauschen dort Nachrichten aus, jenseits der Kontrolle und damit der politisch-korrekten Kontrolle.

Soweit durfte es nicht kommen. Sehnt man sich doch in die STASI-Katakomben zurück. Ja damals konnte man noch ohne viel Technik. Aber heute? Stammtische abhören? Die reden ja alle draussen vor der Tür, da das Rauchen verboten ist! Fällt gerade heute am Nichtrauchertag irgendwie auf, dass man keine geheimen Nachrichten mehr auf Zigarettenpackungen tauscht. Ist ja alles vollgedruckt, da Rauchen Spermien tötet.

Da muss nun also der BND ran ans Facebook. Und nicht nur den einen – sondern alle überwachen. Generell, ohne Ausnahme! Eine Art eigene Vorratsdatenspeicherung. Könnte ja der Gesetzgeber doch noch einmal umdenken, und die Terrorismusgesetze und -erlasse rückgängig machen. Der BND muss, ganz klar, mitlesen können. Denn jeder von den Deutschen ist böse. Sippenhaft? Nein, das würde zu weit gehen. Tätervolk reicht.

Dabei wird der Deutsche an jeder Ecke belauscht und begutachtet. Nicht (nur) vom NSA. Egal ob Telefonvertrag oder Bankkontoeröffnung: private Unternehmen wie die SchuFa wissen bescheid. Die privaten Arbeitsagenturen dürfen auf die Konten ihrer „Kunden“ schauen. Nicht nur bei Verdacht und ohne richterlichen Beschluss! Auch das Finanzamt schaut gern mal rein, so dass etwa täglich 5000 Konten kontrolliert werden! Bankgeheimnis, darf man lachen?
Die Telekom und ihre Konkurrenten speichern Telefonanrufe und Datensätze. Die Post lässt teilweise Postkarten auslesen. Amazon und diverse andere Unternehmen speichern, wer wann was wo bestellt und wo es hin geschickt wurde. Auch aus Eigennutz, ist doch so der Käufer einfacher zu durchschauen. Doch die befreundeten Agenturen, bekommen Sie gerade Schluckauf?, bedienen sich ebenso frank und frei an diesen Daten.

Da fragt man sich, was will der BND noch abhören, ablesen?

Wenn Facebooknutzer ihre Facebookfreunde zur Denunzierung aufrufen, gibt es immer welche die mitziehen. Aktuell zu beobachten am Rechtsstreit zwischen Elsässer und Ditfurth. Aber auch ohne Aufruf ergeht es einem schneller als man will, dass man durch Ableseverfahren in die Schlingen der Justiz gerät. Man teilt ein Bild – und schwuuuuuppppps…. Lesen hier weiter! oder an dieser Stelle …. gibt es bis zu 5 Monate Haft! Dabei spielt es den Schlapp- und Aluhüten von heute keine Rolle, ob ein Beitrag nur geteilt wurde oder gar Satire war. Meinungsfreiheit? Sie schlucken schon wieder, oder?

Nicht nur schreiben, teilen, veröffentlichen – selbst Lesen könnte strafbar sein. Da muss der BND nachziehen. Denn einst waren die Deutschen für ihre Ausspähkünste berühmt: Gestapo bis Stasi. Heute ist es CIA, Ex-KGB und eben NSA – aber kein BND. Kein wunder dass man sich da nun wünscht, auch das Merkelsche „#Neuland“, das Internet, ergründen und durchsuchen zu können. So gesehen sind die 300 Millionen Euro gut angelegt. Bleiben die Daten wenigstens im Heimatland. Und zum Ende der DDR-Zeit konnte man lernen, wie mit BND Stasi-Unterlagen umgegangen wurde. Nötig ist dies allerdings nicht, da der BND sowieso um etwa 50 Jahre nachhängt. Aber ehrlich: Wen stört es noch, wenn nun auch der Bundesnachrichtendienst mitliest, wenn es schon die oben genannten und nichtgenannten, beileibe nicht vergessenen, Firmen machen. Da wäre mir es lieber, wenn der BND dies darf aber die privaten Agenturen es nicht mehr dürften. Immerhin wird der BND staatlich kontrolliert. Ob Jobcenter, Schufa, Telekom und Co. sich nicht mal der staatlichen Kontrolle entziehen können, steht noch auf keinen Blatt. Bange sollte einem dennoch werden.

Und ja da lob‘ ich mir die Microsoftgefahr, als es über 10 Jahren hiess, der Gates wolle uns mit der Windowsanbindung ans Netz aushorchen. Schön war die Zeit, als man dies von Google dachte. Und heute? Heute vergessen wir, dass jeder auf Facebook, Twitter und Co. mitlesen kann, dass unsere ePost (eMails) Postkarten sind und geben den letzten Furz auf eben jenen Wegen gerne bekannt. Wir machen uns selbst gläsern und können daher den BND eigentlich nur noch bedauern.

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One comment on “Alle lesen mit, nur nicht der BND
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