n-tv hat die Schuldigen

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(he) n-tv, Sie wissen schon, jener Nachrichtensender, der gern auf die Börse schaut und abwechslungsreiche Dokumentationen zeigt, traut sich den Blick ins Orakel. Die Rechtspopulisten und noch rechteren Vertreter im Europa-Parlament sind schuldig! Schuldig, wenn es um die Bewältigung der Eurokrise geht.

Nicht etwa jene, die den Euro, trotz Völkerwiederstand und Expertenwarnungen einführten, sondern die Euro-Rebellen. Der Beitrag von Hannes Vogel auf n-tv.de liest sich dann auch so:

Die Euro-Rebellen sind die großen Gewinner der Europa-Wahl. Ihr Durchmarsch bedeutet: Politisch ist die Krise in den nächsten Jahren nicht in den Griff zu bekommen. Deshalb muss es die EZB richten. Und die Geldschleusen noch weiter öffnen.

und weiter tiefer:

Denn mit dem Wahlergebnis gerät die Euro-Rettung von beiden politischen Seiten unter Druck. In den Geberländern wie Deutschland, Frankreich und Finnland erstarken Rechtspopulisten, die den Schuldenstaaten in Südeuropa endlich den Geldhahn zudrehen wollen. In den Pleiteländern triumphieren dagegen linksradikale Protestparteien, die den Sparkurs beenden wollen. In Griechenland hat die radikale Linke (Syriza) gewonnen. In Italien ist die Fünf-Sterne-Bewegung des Komikers Bepe Grillo zweitstärkste Kraft geworden. In Portugal und Spanien haben die Wähler die regierenden Konservativen für den Sparkurs abgestraft.

Der stille Konsens der Euro-Rettung war bisher: Der Norden zahlt, solange der Süden sich reformiert. Nun droht diese Abmachung zu zerbrechen: Die Rechtsradikalen im Norden wollen nicht länger zahlen. Die Linksradikalen im Süden wollen nicht länger sparen. Und beide raus aus dem Euro.

Ahja, Herr Vogel. Ist ja ein Ding. Die die Zahlen sollen, wollen nicht mehr und die die auf des Volkes Kosten sparen sollen, können äääh Verzeihung, wollen auch nicht mehr. Ist ja ein Ding!

Die Gemeinschaftswährung droht zwischen den Rechtsradikalen und Linksradikalen zerrieben zu werden. Noch hinkt der historische Vergleich mit der Weimarer Republik, die eine Demokratie ohne Demokraten war. Doch wenn Europas Politiker nicht aufpassen, ist der Euro bald eine Währung ohne Unterstützer. Ein großer Teil des Volkes trägt ihre Politik nicht mit.

Bitte noch mal lesen!

Der Euro wird zerrieben. Dabei sollte er doch eine feste, eine starke Währung sein, wurde uns nahezu eingetrichtert. Und nun wird er einfach so zerrieben, wie Korn zu Mehl?

Noch hinkt er, der historische Vergleich zur Weimarer Republik? Tatsächlich – waren es doch in der Weimarer Republik Demokraten, davon ganz viele in verschiedenen Parteien … Die Demokratie ohne Demokraten zeigt sich doch eher im EU-Parlament, in den EU-Kommissionen, wo es zum Beispiel um Glühlampen ging und um TTIP geht.

Und wer bitte schön unterstützte noch einmal den Euro? Außer angeblich staatsdienende Herrscher, die ihr eigenes Wohl in der Konzern- und Bankenförderung fanden?

n-tv mutmaßt nun, die EZB müsse die Suppe auslöffeln. Dazu jedoch wurde sie, gänzlich ohne demokratische Idee, erschaffen, Herr Vogel. So einfach ist das, wenn man es neutral sieht und eben nicht Ängste schüren muss. Doch Herr Vogel kann nicht anders und betont zum Ende seines Beitrages:

Um die Abwärtsspirale zu stoppen, werden die Währungshüter wohl schon in wenigen Tagen radikale Maßnahmen ergreifen. Erstmals in der Geschichte des Euro dürfte es negative Zinsen geben. Solange Europas Politiker die Krise nicht lösen, müssen Europas Währungshüter sie mit der Notenpresse bekämpfen. Die Geldschleusen der EZB bleiben deshalb wohl auf Jahre geöffnet.

Dabei gäbe es Alternativen. Die scheint Herr Vogel zu übersehen. Den geteilten Euro oder gar Nationalgelder. Oder einfach nur eine Europäische Union als Weiterentwicklung des Zollvereins, in dem man diverse Währungen anerkennt, wie Euro, Nordeuro, DM. So könnte sogar Frieden herrschen und Neid, so könnte es Unterstützung statt Zwangsabgaben geben. Nicht nur für Griechenland, sondern auch einmal für die Bundesrepublik Deutschland, wenn sie vor lauter Euroretterei die DM sich sehnsüchtig zurückwünscht.

Doch mit diesen Beiträgen zeigt auch n-tv, wem der Sender und seine Mitarbeiter hörig sind. Nicht nur dem Systemstaatunterstützerkomplott, sondern auch den Banken, die uns diese Misere erst einbrachten!

One thought on “n-tv hat die Schuldigen”

  1. Ja n-tv neigt dazu die Dinge auf seine eigene Weise auszulegen…
    Aber wer hört schon auf Mainstreammedien wie n-tv?
    Meine Freunde vom “Orden der Patrioten”und ich jedenfalls nicht 🙂

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