Ohne Moos nix los!


Hohe Strafen schrecken nicht ab

(he) Auf den Informationssendern der Republik konnte man es heute erhören. Jugendliche Straftäter werden erwachsen – und meist, so der Bericht, kehren sie zurück auf den Weg der Tugend. Hunge Intensivtäter werden also nicht unbedingt Schwerkriminelle. Gott sei Dank, könnte man da denken – doch warum sind die Knäste der Bundesrepublik so überfüllt? Alles nur Uli Hönesses in den Zellen?

Nach einer Studie sind sechs bis acht Prozent der Jugendlichen Intensivtäter. Eben jene, die nicht nur zur Mutprobe eine Dose Energydrink im Laden unbezahlt mitnehmen, sondern wegen schwererer und auch Folge- Delikten mit der Polizei in Konflikt kommen. Die Dunkelziffer ist unbekannt. Schnell sind die Schuldigen gefunden: Ballerspiele. Dadurch, so eben jene Studie, erhöht sich das Gewaltpotential bzw. mindert sich die Hemmschwelle. Lobend hingegen werden Türken erwähnt, die kein Alkohol zu sich nehmen. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich da nicht zustimmen, denn viele Türken trinken gern mal ein Bier zu viel – wenn ein Dach drüber ist. Aber Alkohol soll ebenso die Hemmschwelle absenken, deshalb ist auch der (übermässige) Genuss von Rauschmitteln, wie Alkohol aufgeführt. Diese Tatsache widerspricht einer Statistik die ich letztens las: In der steht nämlich, dass gerade Türken und andere, vorwiegend muslimisch geprägte Mitmenschen, in unseren Gefängnissen ihre Zeit absitzen. Auch bei den letzten Veröffentlichungen von Bus- und Bahnunternehmen, von brutalen Überfällen, lässt sich oft die Herkunft ermitteln. Da fragt man sich … oder besser nicht!

So heisst es dann auch beim WDR:

Denn der Befund aus den 90ern hat sich im stark durch Zuwanderer geprägten Duisburg nicht bestätigt. 40 Prozent der befragten Jugendlichen hatten einen – meist türkischen – Migrationshintergrund. Sie waren aber nicht häufiger an Gewaltdelikten beteiligt als einheimische Jugendliche. Die Forscher erklären das unter anderem mit den überwiegend traditionelleren Wertvorstellungen, einem geringeren Alkoholkonsum und besserer Bildung. In Duisburg gebe es viele Gesamtschulen, die türkischen Jugendlichen hätten dort „eine echte Bildungschance“. Türkische Mädchen werden ohnehin nur ganz selten kriminell.

Vor allem aber: harte Strafen – nützen nichts. So die Studie, oder wie der Radiosender auf seiner Seite schreibt:

Eine weitere Erkenntnis der Studie: Harte Strafen haben keine starke Wirkung. Wandern die Jugendlichen ins Gefängnis, gerieten sie ziemlich sicher in Kontakt zu gewaltbereiten Gruppen, sagen die Forscher. Und: „Je härter die Strafe, desto höher das Rückfallrisiko.“ Das solle nicht heißen, dass es keinerlei Strafen mehr geben solle. Die Wissenschaftler empfehlen aber, strafrechtliche Eingriffe auf das Notwendige zu beschränken.

Da fragt man sich, was wäre denn so das „Notwendige“ bei Totschlag am Alexanderplatz, beim Totschlag wegen einer Zigarette im U-Bahnhof, bei Vergewaltigung? Ein Lob mit Urkunde und eigener Fernsehshow?  Immerhin sind die schweren Strafen für die Gewalttäter unserer Zeit oft in den Nachrichtenblättern umschrieben: Antiaggressionstraining auf Malle, nur ein Beispiel, natürlich auf Kosten des Steuerzahlers und der Opfer!

Man mag dieser Studie kaum widersprechen. Manchmal würde uns allen ein wenig heile Welt gut tun! Es ist nur schade, wenn sich Forscher politisch so einfangen lassen und – rein zufällig – ihre Studie kurz vor der Wahl des Euro(pa)parlamentes veröffentlichen.

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