Grüner Steuerbetrug oder: eine Lehrstunde im Untertreiben und Verharmlosen(Wolfgang Luley)

Satire & Humor

Betrügen Politiker – und werden dabei ertappt – ist das oft eine Lehrstunde im Untertreiben und Verharmlosen. Das zeigt sich einmal mehr bei den Grünen.

Im Europawahlkampf sind die Grünen eher grau, doch Gottlob haben sie Anton Hofreiter, den Vorsitzenden der Grünen-Fraktion im Deutschen Bundestag.

Kurz vor der Europawahl, die am 25 Mai stattfindet, können sich die Grünen über einen Skandal freuen, den nicht ihr politischer Gegner, sondern ganz allein ihre Mitglieder selbst verbockt haben. Sie geben zu, das deutsche Volk betrogen zu haben. Nein, das ist eigentlich falsch. Sie haben das Volk selbstverständlich nicht betrogen, sie haben lediglich “vergessen” Steuern zu bezahlen. Das kann ja vorkommen. Stellen Sie sich vor, sie hocken seit 2005 auf dem Rücken der Steuerzahler, ich meine natürlich: im Deutschen Bundestag (was bei unseren Volkszertretern aber auf eins hinausläuft) und einige Jahre später, fällt ihnen ein, dass sie ihre Zweitwohnung in Berlin anmelden müssen. Das man ihnen das bei Einzug in den Bundestag gleich mitgeteilt hat, verschweigen wir besser. Wir sind ja viiiiilbeschäftigte Parlamentarier, die für solche Kleinigkeiten, wie Steuerabgaben, keine Zeit haben. Dummerweise stellt dann aber eine Boulevardzeitung, jene mit den 4 großen Buchstaben, eine Anfrage an Sie – bums, da haben wir den Volksbetrug, ich meine natürlich: ein Versäumnis, einen Verstoß, ein kleines Verstößchen, gegen ein unwichtiges Meldegesetzt.

Interessant ist übrigens die Reaktion von Genossin Maria Klein-Schmeink, die über die “Vergesslichkeit” von Bayern-Präsident Uli Hoeneß gesagt hatte, Steuerhinterziehung sei nicht wie ein Kavaliersdelikt zu behandeln und sollte dementsprechend geahndet werden. Entsprechend hat sich auch Genossin Hofreiter, und die anderen aufgeflogenen Genossinnen, geäußert. Ja, so ist das immer, wenn andere Volksbetrug begehen. Da kann man sich im Scheinwerfer der Öffentlichkeit als Sauberfrau profilieren und das gratis. Und wie sich jetzt zeigt: auch umsonst! Da hilft auch wenig, dass die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann, nun eine Liste veröffentlicht hat, die mit den Namen der Grünen Steuersünder gespickt ist. Transparenz hätte es vorher gebraucht.

Der Vorteil dieser “Vergesslichkeit” ist jedoch der, dass die Grünen endlich ein Thema haben, mit denen sie in der Zeitung stehen. Wie grau die Grünen sind, merkte man allein daran, dass sie ihren grauen Panther Joschka Fischer reaktivieren mussten, der den Wahlkampf seiner Partei unterstützt. Ob er Genossin Hofreiter die Schau stehlen kann, ist aber fraglich. Dazu sind die Verrenkungen der Genossinnen doch zu interessant.

Es bleibt abzuwarten, wann die Transparenz der Grünen zu den nötigen Taten führt.

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