Ohne Moos nix los!


Wie ein nüchterner Betrunkener am Boden! (Wolfgang Luley)

Conchita Wurst ist vieles, aber kein guter Sänger. Das erkennt jeder, der sein neues Lied „Rise like a Phoenix“ hört; wer stimmliche Höhen nicht zu halten vermag, den kann man nicht wirklich einen guten Sänger heißen.

Conchita Wurst ist aber auch nicht wirklich ein Mensch, es ist eine Kunstfigur, es ist eine fleischgewordene Show, die sich Tom Neuwirth ausgedacht hat. Das Rezept „Conchita Wurst“ kann selbst jemand begreifen, der besoffen unter dem Tisch seiner Stammkneipe liegt und nur noch „La-la-la-la-la“ versteht. Ein Mann zieht Frauenkleider über und pinselt sich einen Bart an – fertig ist die Wurst.

Das ist natürlich zu einfach, das weiß auch Tom Neuwirth, darum bastelt er dieser Kunstfigur eine Gloriole, einen Heiligenschein. Tomilein wurde nämlich als Kind wegen seiner Homosexualität gehänselt und darum erfand er die Wurst als Gallionsfigur seines Kampfs für mehr Toleranz und Verständnis. Tom Neuwirth als Jean D`arc der Homosexuellen?

Tut mir leid, aber das ist der Ehre zu viel, zumal Tom Neuwirth Österreich beim diesjährigen Grand Prix vertreten wird. Man kann anmerken, dass Homosexuelle, in Frauenkleidern, schon früher beim Grand Prix angetreten sind und auch gesanglich überzeugen konnten, ich denke an Dana International, einen Transsexuellen aus Israel, der 1998 den Grand Prix für sein Land gewann. Tom Neuwirth hat aber nicht diese Größe. Außerdem: wenn wir über Homosexuelle sprechen wollen, dann können wir das gerne, ich sehe aber nicht ein, dass ein renommierter Gesangswettbewerb dafür missbraucht wird. Eher frage ich mich, warum die Wurst unbedingt in englisch singen muss? Die ursprüngliche Idee des Grand Prix bestand darin, dass jedes Land in seiner Sprache singt. Wenn nun aber überwiegend in englisch gesungen wird, repräsentiert das nicht mehr Europa – allenfalls noch England. Dana hat seinerzeit auch in englisch gesungen, was mich eher gestört hat, als ihre sexuelle Neigung.

Gerechtigkeitshalber erwähne ich auch die singende Nussecke Guildo Horn und Stefan Raab, das Metzgersöhnchen aus Köln; beides Gesangsimitatoren mit Texten, die Besoffene unter ihren Stammtischen locker mitgröhlen können. Zwar gewann die Komik dabei an Glanz, doch stahl sie die der Kreativität. Durch solche österreichischen Würste haben wir also kein mehr an Kreativität, sondern ein mehr an Glanz und Glämmer.

Und was ihren Jean-D`arc-mäßigen möchtegern Kampf für Homosexuelle betrifft, so findet sie in Europa keine wirklichen Gegner. Wer heute gegen Schwule wettert, dem wird schnell das Etikett: Nazi umgehängt. Seit 2012 ist in Österreich übrigens die Hetze gegen Schwule und Lesben strafbar. Mir scheint, der Neuwirth ist keine Wurst, eher ein Don Quiote der Homosexuellen.

Heute ist mutig, wer eine Lanze für Heterofamilien bricht. Denn bei dem: Wir-sind-jetzt-alle-ganz-doll-für-Schwule kommt die traditionelle Familie ins Hintertreffen. Wo kommt Europa hin, wenn nur noch Männer Männer und Frauen Frauen heiraten? Eins ist gewiss: es wird nicht wie Phoenix aus der Asche erwachen. Es wird eher am Boden liegen wie ein von Toleranz bis zur Nüchternheit Betrunkener.

Und eins weiß ich: Wurst ist mir das nicht!

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