Lasst Rapper über unsere Meinungsfreiheit entscheiden! (Wolfgang Luley)

Satire & Humor ,

Ostern ist für Christen die Zeit der Auferstehung, daran hat sich wohl auch der in Deutschland geborene Rapper und Islamist Deso Dogg erinnert und ist – welch Freude für seine Anhänger – von den Toten auferstanden. Nachdem verschiedene Medien über Ostern seinen Tod gemeldet hatten, ist er nun, wenn auch verspätet, zurückgekehrt. Der Anlass für seinen angeblichen Tod, war ein Anschlag auf einen Kontrollposten der Isis (Islamischer Staat im Irak und Syrien), der er sich Mitte April angeschlossen hatte. Die Isis ist für ihre Grausamkeit so gefürchtet, dass selbst andere islamische Gruppen, wie die Al-Quaida sich vor ihr fürchten. Und jene Isis gab nun an, dass nicht Denis Cuspert, sondern ein anderer Dschihadist aus Deutschland getötet worden sei. Das ist Glück im Unglück oder anders ausgedrückt: so muss ein anderer Deutscher in die sauren Trauben beißen. Laut Welt von 2007 erwartet den Dschihadist nach seinem Tot keine 72 Jungfrauen, sondern weiße Trauben. Die entsprechende Stelle im Koran soll auf einem Übersetzungsfehler beruhen. Na dann: guten Appetit!

Apropos: Tote und Appetit. Derzeit macht in Deutschland ein anderes Rapperlein von sich reden. Es ist Jan Delay, der gerade mit seinem Album „Hammer und Michel“ die Hitparaden stürmt. Auch wenn Herr Delay kein Islamist ist – er ist ein Linker (also fast dasselbe!) – so würde er gerne einen anderen begraben. Das hat er zwar so nicht gesagt, er nannte aber seinen Kollegen Heino einen Nazi, und das ist in Deutschland fasst dasselbe. Was hat der Heino denn so faschistisches getan? Wen hat er geschändet oder gemordet? Die Antwort darauf gibt Herr Delay persönlich und sie fällt kurios genug aus. Er sagt über Heino: „Der Typ hat in Südafrika während der Apartheid in Sun City gesungen. Und sein Repertoire: ‘Schwarzbraun ist die Haselnuß’, Soldatenlieder…“ Ah – ja. Wer also in Südafrika Soldatenlieder trällert, der ist ein Nazi. Ja, das ist eine treffliche Analyse, wie sie Marx auch nicht besser hinbekommen hätte. Ich schlage vor, wir löschen alle Definitionen über Faschismus und ersetzten sie durch die von Jan Delay, Als Rapper hat man von Politik automatisch Ahnung und das produzieren eines Albums ersetzt vollwertig ein ganzes Politikstudium. Warum nicht! Die Welt ist immer so einfach oder so schwer, wie man sie sich macht.

Ich kenne eine Methode, wie man all unsere Probleme auf einen Schlag lösen kann. Dazu muss ich nicht studieren, ich muss auch nicht betroffen sein, ich muss dazu auch nicht leben wollen! Einfach auf den roten Knopf drücken und unseren Erdball pulverisieren. Es macht doch ohnehin jeder, was er will. Und was dabei herauskommt, sieht man. Nun gut, ich übertreibe.

Was aber noch mehr übertrieben ist, ist der Terror von Cuspert und Delay. Beide halten ihre Sicht der Dinge für zweifelsfrei richtig und stellen sich über den gesunden Menschenverstand. Mit Waffen und Worten terrorisieren sie ihre Umwelt dafür, dass sie anders ist. Du glaubst nicht an Allah, also bist du ein Nichts! Du bist kein Linker, also bist du ein Nazi! Das ist zu kurz gedacht.

Anstatt einen Delay oder einen Cuspert darüber entscheiden zu lassen, was richtig oder falsch ist, sollten wir unseren eigenen Kopf gebrauchen. Wir müssen Unterschiede anerkennen und auch dafür streiten. Wenn Meinungen nur noch eine Farbe haben, dann haben solche Leute wie Delay und Cuspert gewonnen. Und das weiß ich, obwohl ich kein Rapper bin!

Anstatt den roten Knopf zu benutzen, sollten wir alle Unterschiede anerkennen und respektieren.

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