Piraten gegen Friedens- / Montagsdemos

Allgemein, Deutschland ,

(he) Es war nicht anders zu erwarten. Auch die Piraten blasen ins Horn um linke Töne in den Wahlkampf zu streuen. So wendet sich die Piratenpartei von den Montagsdemos ab, sieht sogar eine Verunglimpfung des Begriffes Montagsdemo, der 1989 den Umsturz in der DDR brachte. Immerhin könnte die Neuauflage auch in der heutigen BRD zu so etwas führen. Und das wäre nicht im Sinne der ehemaligen freiheitsbewußten Internetpartei. So schreiben die Piraten auf ihrer Seite:

Nach allen uns vorliegenden Informationen handelt es sich dabei nämlich keineswegs um die legitime Fortsetzung der großartigen Montagsdemonstrationen aus den letzten Tagen der ehemaligen DDR. Vielmehr wird hier der gute Name missbraucht, um plumpen Ressentiments gegen die USA und pauschaler Ablehnung des so genannten »Zinssystems« das Wort zu reden. Am Rande dieser »Montagsdemonstrationen« werden offenbar völkische und verschwörungstheoretische Querfrontparolen mindestens geduldet, wenn nicht gar gern gesehen.

Querfrontparolen also, wenn Frieden gefordert wird? Interesannte These. Oder dürfen zum Beispiel Verschwörungstheoretiker kein Frieden wollen, dürfen dies nur die Linken in Deutschland? Warum dürfen plumpe Ressentiments gegen Russland geäußert werden, warum nicht gegen die USA? Könnte man fragen, muss man aber nicht. Denn die Piratenpartei geht weiter:

Parteien sind in einer immer komplexer werdenden Welt gefordert, Lösungsmodelle zu entwickeln, die der tatsächlichen Situation Rechnung tragen und nicht durch zu kurz gegriffene Pauschalisierungen alles nur noch schlimmer machen. Die PIRATEN verweigern sich daher grundsätzlich eindimensionalen Erklärungsmodellen, zumal wenn diese mit nationalistischen Vorurteilen verbunden sind. Rechter Populismus und Verschwörungstheorien liegen uns fern – nicht nur aus unserem Menschenbild, sondern auch aus der historischen Erfahrung heraus. Aus diesem Grund lehnen wir als Piratenpartei Deutschland die so genannten »Montagsdemonstrationen« am Brandenburger Tor in Berlin ab und fordern dazu auf, nicht an diesen Veranstaltungen teilzunehmen.

Lösungsmodelle von den Piraten zu erwarten, ist wohl zu viel ge- resp. erwünscht. Und man ist sich sicher, dass man selbst keine eindimensionalen Erklärungsmodellen folgt, man sieht sich also, quasi, alternativlos an. Eindimensional – bei den Piraten? Diesen Vorwurf kann man Ihnen nicht entgegenbringen, denn ihre Dimensionen, ihre Träume haben sie längst aufgegeben. Lieber wandelt man heute auf den grün-kommunistischen Spuren und hält sich als was beseres. Die Zeiten der großen Dimensionen sind vorbei und so wird versucht eine Politik der Plattheiten für sich auszunutzen, um Wählerstimmen zu entern. Piraten like, eben.

Statt also die Piraten nun für Frieden einstehen und neues Denken zu lassen, sich in die Demonstrationen einmischen, diskutieren – und vor allem machen, bleibt man sich treu und macht nichts. Außer Webseiten bearbeiten, versteht sich. Jeder der nicht so denkt wie man selbst, sei ein Rechtspopulist, betont man im Abschlußsatz:

Lasst euch nicht aus dem verständlichen Wunsch nach Frieden heraus zum Spielball von Rechtspopulisten und Verschwörungstheoretikern machen!Lasst uns für Frieden und gegen weitere internationale Eskalation auf die Straße gehen. Gerne auch montags – aber nicht dort!

Damit verpassen die Orangen mal wieder das Zeitgeschehen. Man fordert dafür bestimmt weitere Unisex- Toiletten in Brüssel, sollte man dahin kommen.

Da bleibt selbst dem User die Spucke weg. In den Kommentaren ist von Lob bis Hass alles zu finden.

  1. TheCitizen_de meinte am

     

    Absolut korrekt! Piraten stehen klar und deutlich gegen Nationalismus, Antisemitismus, Antiamerikanismus und Rechtspopulismus.

    Piraten denken und handeln global. Wir formulieren nicht die Interessen Deutschlands oder Europas, sondern eine Außenpolitik, welche die Bedürfnisse aller Menschen im Blick hat.

    (Grundsatzprogramm der Piratenpartei)

     

     

  2. Romio D. meinte am

     

    Na toll ,


    Nun fängt auch nch die EINZIGE Partei , die mir noch sympatisch war so an .


    Gibt es denn in diesem Land irgendeine Partei die man noch wählen kann ?


    Muss ich wohl bei der Europawahl zuhause bleiben , auch wenn ich gegen nichtwählen bin .

     

     

    • Dirk meinte am

       

      Das tut mir leid. Denn wir freuen uns über Wählerstimmen. Aber wir werden uns nicht irgendwelchen Rechtspopulisten anschließen, um mit »einfachen Lösungen« auf Stimmenfang zu gehen.

       

       

  3. Che Guevara meinte am

     

    Sondern wo demonstrieren, wenn man mal fragen darf? Die antideutschen Extremisten wissen immer sofort, wovon und wogegen man sich abgrenzen muss. Nur wenn es mal darum geht, wofür man eigentlich steht, dann herrscht auf einmal betretenes Schweigen.

    Also konkret: Wo ist der Aufruf der Piratenpartei Deutschland zu Friedensdemos, die sich außerhalb dieser Montagsdemos bewegen? Und nochwas: Wie wollt ihr eigentlich verhindern, dass die selbe Klientel, die in diesem Beitrag kritisiert wird, nicht auch bei der von euch präferierten Demo auftaucht?

    Oder ist es vielleicht eher so, dass man von Seiten der antideutschen Extremisten gar kein Interesse an Frieden hat? Hat man doch so ziemlich jeden völkerrechtswidrigen Krieg der USA und anderer “Williger” in der Vergangenheit breit applaudiert!

     

     

     

One thought on “Piraten gegen Friedens- / Montagsdemos”

  1. Ein sehr guter Artikel.

    Sie haben völlig zurecht gegen diese saudumme Piratenpartei gewettert!

    Meine Freunde vom "Orden der Patrioten" und ich können die auch schon seit Jahren nicht mehr sehen!!!

Kommentar verfassen