Ohne Moos nix los!


Warum Herne Franzosen schierecken will (Wolfgang Luley)

Einen Freund erkennt man bekanntlich dann, wenn man ihn braucht. Bei Städtepartnerschaften ist es nicht anders – sollte man denken. Das rote Rathaus in Herne schert sich aber nicht um solche Volksweisheiten. Nachdem die Bürger Frankreichs die Unverschämtheit besessen haben, in einer freien Wahl einen neuen Bürgermeister zu wählen, steht das rote Rathaus Kopf. Auf so eine Unverfrorenheit war man in Herne nicht gefasst. Hort Schiereck, der Oberbürger-meister von Herne, springt derzeit im Viereck und alles was aus seinem Mund kommt, neben weißem Schaum, ist immer nur ein Wort: Nazis! Nazis! Nazis! Deshalb wollen seine roten Freunde nun die Städtepartnerschaft zu Hénin-Beaumont bei Lille einfrieren, oder sollte man besser sagen, sie wollen sie schierecken.

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Ende März hatten die Bürger von Hénin-Beaumont bei Lille den Kandidaten des Front National gewählt. Was Herrn Schiereck daran stört ist der Umstand, dass der Kandidat gewählt wurde, ohne dass er die Bürger eingeschüchtert hätte oder seinen Anhängern ein neues französisches Reich versprochen hätte. Nein, die Bürger haben ihn schlicht-weg darum gewählt, weil sie von ihm überzeugt sind. So fehlen dem guten Herrn Schiereck die Argumente. Ach nein, eins hat er ja: er will die Städtepartnerschaft schierecken lassen. Damit wäre Herne die erste deutsche Stadt, die zu solchen Maßnahmen greift. In Belgien haben bereits mehrere Städte zum Eisschrank gegriffen und das Band der Partnerschaft ins Eisfach gelegt. (Nachdem sie aufgehört haben im Viereck zu springen und der Schaum aus ihren Mündern nachgelassen hat.) Arme rote Rathäuser! Die Welt dreht sich nicht nach euren Wünschen und alles was euch einfällt, ist, der Griff zum Eisschrank.

Es ist doch so: der Front National, unter Marine Le Pen, hat erst dann Stimmen gewonnen, als der Sozialist Hollande an die Regierung gekommen war. Seit Beginn der 5. Französischen Republik (1958) gilt er als unbeliebt-ester Präsident Frankreichs. Selbst Mitterand, sein roter Vorgänger, ist noch eine Spur populärer als er. Wundert es da, dass Bürger sich nach andren Parteien umschauen? Mich nicht, die roten Rathäuser aber schon. Als ob jemand automatisch ein fähiger Bürgermeister ist, nur weil er eine rote Gesinnung in sich trägt!

Herr Schiereck sollte die Wahl sportlich nehmen und nicht die Franzosen für ihre freie Entscheidung bestrafen. Im Prinzip gibt es für Wahlniederlagen nur ein Gegenargument: es besser machen. Einfacher ist es da zu schikanieren, äh, ich meine: zu schierecken!

Andererseits: wer braucht schon solche Freunde!

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