1 Euro Stundenlohn

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(he) Etwas mehr, nämlich 1,54 und 1,65 € / Stunde soll ein Anwalt zwei Bürogehilfen gezahlt haben. Dies sei rechtens, empfand das Arbeitsgericht  Cottbus, so n24.

Das der Monatslohn nicht zum Leben reicht, sollte auch ohne Mathematikprofessur auffallen. Deshalb erhielten beide Bürokräfte staatliche Leistungen. Das Jobcenter klagte nun gegen dieses Minigehalt. Doch das Gericht sah keine Ausbeutung. Der Nachrichtensender formulierte:

So hätten die Beschäftigten auf eigenen Wunsch unter diesen Konditionen angefangen, um erst einmal wieder Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen. Der Anwalt habe keinen wirtschaftlichen Vorteil durch die Einstellung erzielt. Es sei eher eine "Gefälligkeit", eine "gut gemeinte Leistung" gewesen, meinte der Vorsitzende Richter der 13. Kammer des Arbeitsgerichts in Senftenberg.

Leider fragen die Gerichte in Deutschland nicht mehr nach Moral, denn die "Gefälligkeit" die mit 1,54€ abgehandelt wird, ist zumindest moralisch bedenklich. Die Frage ist, ob solche Fälle nun in der BRD öfter auftreten, denn trotz des kommenden Mindestlohnes gibt es Ausnahmen. Zum Beispiel für Langzeitarbeitslos. Es ist also die Frage, für wen der Mindestlohn eingeführt wurde, wenn doch Arbeitgeber über diesen Weg wieder Kosten einsparen können – und das an falscher Stelle!

Es gibt einen Satz, den sollten sich die deutschen Arbeitgeber einprägen: Zahlste Bananen kommen die Affen!

 

2 thoughts on “1 Euro Stundenlohn”

  1. Auf der nach unten offenen Skala der Selbsterniedrigung bis zur Selbstvernichtung (ökonomisch, moralisch …. und letztlich dann wohl auch biologisch) ist wohl grade wieder ein neuer Goldstandard gesetzt worden. Auf der anderen Seiten: Die Leute bekommen was sie gewählt haben: Weltoffenheit … Willkommenskultur … 'Fachkräfte' …

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