Ohne Moos nix los!


Ditfurths „neue völkische Welle“

(he) Vorweg, Ken Jebsen ist nicht unumstritten und er erfand nicht die Montagsdemos. Dennoch muss man ihm zu gute halten, dass er sie (mit) wiederbelebte und seine Meinung frei und offen äußert. Er legt es sogar darauf an, nicht immer die Meinung seiner Zuschauer und Leser zu vertreten. Ken Jebsen, der Ex-rbb-Moderator und US-Amerikaner wettert gegen die Finanzpolitik, gegen den Krieg im Allgemeinen und den Kriegsgelüsten gegen Russland im Besonderen. Doch KenFM bringt noch mehr, so manches interessantes Interview führte Jebsen bereits. Nun wollte er mit Jutta Ditfurth reden. Sie sagte zu – und dann ab.

Die ehemalige Mitgründerin der Grünen und Gründerin der ÖkolinX (Ökologische Linke) schreibt heute Bücher und ist für die Splitterpartei im Einsatz. Eigentlich recht passend für KenFM. Doch Frau Ditfurth sieht dies anders und bescheinigt Ken Jebsen ein "neuer Rechter" zu sein.

Jebsen, der bei politisch rotem Staatsfunk rbb sendete, ein Rechter, ein Nazi vielleicht?

Dies scheint weit hergeholt zu sein, auch wenn sich Jebsen ab und zu mit Verschwörungstheorien beschäftigt, die man gemeinhin der rechten Ecke zuordnet. Doch beschäftigt sich Jebsen auch mit Elsässer. Jürgen Elsässer, Herausgeber der Zeitschrift Compact, arbeitete früher für die den Arbeiterkampf des Kommunistischen Bundes; für die  junge Welt und Jungle World. Keine rechten, sondern sehr linke, marxistische, kommunistische Medien.

Aber Ditfurth sieht auch andere aktive als völkisch an, so schreibt sie auf Facebook:

Neue völkische Welle: Sarrazin, AfD, Elsässer/Compact, Ken Jebsen, Eva Hermann, Akif Pirincci … usw

So sieht die neue völkische Welle aus: antiemanzipatorisch, homophob, antifeministisch, national, rassistisch und – in verschiedenen Spielarten – antisemitisch. Es sind Teilströmungen, die zusammenfließen. Ihre Gurus sind Figuren wie Sarrazin, ziemlich alle Arschlöcher für Deutschland (AfD), Ken Jebsen in seinen verschiedenen Identitäten, Jürgen Elsässer/Compact, Eva Hermann usw usf. 

WARNHINWEIS: Sie fühlen sich inzwischen so stark, dass sie vorhaben, Projekte zu kapern: Montags-Demos, Monsanto-Kritik, Friedensdemo usw. 
Wenn man sie kritisiert, geht ein Shitstorm los (wie gegenwärtig auf meinen Facebookseiten). Interessant für mich als politische Wissenschaftlerin ist heute zweierlei: 
1.) Das sich Dumpfbacken als "Protestler" empfinden und 
2.) dass diese neurechten 'Infokrieger' zum großen Teil männlich sind (das heisst nicht, dass es nicht dort auch Frauen gibt) und dass, umso waaahnsinnig gefääääährlicher und unheimlich mysteriööööser ihre Masken sind (Anonymous-Masken, Rittermasken, Piratenmaske usw.) umso größer die Dumpfheit ihres Bewussteins ist. 
Es grüßt, mit offenem Visier: JuDit

Nun darf man sich fragen, hat Frau Ditfurth etwas gegen eine sich wiederfindene "Volksbewegung"? Als ehemalige Adlige könnte man dies verstehen, aber als Grüne Linke? Oder ist es nur ein Versuch, sich über eine einfache Interviewanfrage wieder ins linke Scheinwerferlicht zu setzen und darüber Bücherkäufer und Wählergruppen zu erschliessen?

Da man davon ausgeht, dass auch Frau Ditfurth gegen Krieg und Gewalt ist, warum zettelt sie einen Krieg, wenn auch nur mit Wortgewalt, gegen Kollegen an? Als demokratische Politikerin und Autorin von Sachbüchern müsste sie doch eigentlich wissen, dass Meinungsvielfalt einer der Grundsäulen ist, mit der sie ihr Geld verdient. Und gerade sie müsste sich doch freuen, das nach "politischem Desinteresse" nun endlich ein Ruck durch Deutschland geht, den es heisst zu unterstützen! 

PS: Es ist im übrigen gut zu sehen, dass die Nazikeule nicht mehr so treffsicher ist, wie noch vor wenigen Monaten.

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2 comments on “Ditfurths „neue völkische Welle“
  1. Pingback: JuDit und Elsässer streiten sich vor Gericht | Preußischer Anzeiger

  2. Interessant für mich als politische Wissenschaftlerin ist heute zweierlei:
    1.) Das sich Dumpfbacken als „Protestler“ empfinden und …

    😆 Da hat das Frankfurter Walroß wohl einfach mal in den Spiegel geschaut … 😆

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