Ohne Moos nix los!


Die NPD und ihr Generalsexsekretär

Satire ist eine undankbare Kunst. Das liegt vor allem an der Wirklichkeit, die selbst voller echter und lebender Karikaturen steckt. Was soll man da noch satirisch übertreiben! Ich will es trotzdem einmal versuchen. Man hat schließlich auch Ehrgeiz und Stolz! Fangen wir am besten damit an, dass ein Herr mit Namen Marx Generalsexsekretär bei der NPD ist. Er selbst wird das bestreiten, doch gibt es Fotos – oho! – die ihn in eindeutigen Posen zeigen, wie er harmlos in einer Reihe mit Ina Groll steht und brav in die Kamera blickt, so, als wolle er sagen: ist doch alles halb so wild.

Nun ist Ina Groll nicht irgendwer. Sie ist eine Intellektuelle, die es wild treibt; gerne auch mit Schwarzen, denen man nachsagt, sie trügen lange Nasen, wenn auch nicht im Gesicht! Eine lange Nase kann man Herrn Marx nicht unterstellen – jedenfalls ist er dafür nicht bekannt. Mit Nasen könnte er aber trotzdem bald Probleme bekommen, nämlich dann, wenn der Vorstand der NPD ihm eine lange Nase dreht und als Generalsekretär absetzt. So schreibt Spiegel Online in ihrer heutigen Ausgabe: „Am Wochenende muss nun der NPD-Vorstand entscheiden. Die Jugendorganisation JN hat einen Antrag für Marx‘ Abwahl gestellt.“ Wie es scheint, verkommt die beinharte Nazi-Partei zu einer Klamauk- und Spaßtruppe. Na, wenn da nicht der Kurzbart in seinem Grab rotiert!

Frau Groll hat indessen eine andere Nase gefunden, an die sie sich anschmiegen will. Diese glück- liche Nase ist auch unter dem Parteinamen Die Rechte bekannt und möchte basisdemokratisch ab- stimmen lassen, ob Frau Groll Mitglied werden kann. Nun sollten Pornos für eine Mitgliedschaft kein Hindernis sein; doch fällt auf, wie das rechtsextreme Lager sich windet. Auf der einen Seite möchte man beinhart sein und auf der anderen Seite denkt man nicht mit der Birne, sondern mit seiner Nase. Herr Marx hat nicht unrecht, wenn er sagt: „Ich werde mir nicht verbieten lassen, mit wem ich Kontakt habe.“ Doch mit dieser Meinung befindet er sich offenkundig in der falschen Partei. In linken Kreisen wäre er besser aufgehoben. Schon sein Namensvetter, Karl Marx, hat sich eine Frau und eine Geliebte erlaubt. Und wenn man dessen Portraits betrachtet, schaut er da nicht auch brav in die Kamera!

Die Schwierigkeit für einen Satiriker bei solchen Parteien wie der NPD und Die Rechte besteht darin, dass sie ein übertriebenes Gehabe an den Tag legen. Wer Sex mit Schwarzen als Rassen-schande wertet, der zeigt damit nur, wie verklemmt er ist. Nichts anderes strahlt die NPD-nahe Organisation Ring Nationaler Frauen aus. Weiße Blondinen, die es als Erfüllung ihres Lebens betrachten, wenn sie Mutter sein können und ihre Tage am Herd verbringen dürfen. Da muss eine Ina Groll ja wie eine Bombe wirken.

Das aber sind nicht die Probleme des Herrn Marx. Seine Zukunft in der NPD scheinen gezählt zu sein. Jedenfalls den Worten des Parteivorsitzenden Pastörs nach, der – ebenfalls im Spiegel – be-kundete, er habe für Herrn Marx keine „Anschlussverwendung“ mehr. So hat Frau Groll bewirkt, wovon manche Linke nur träumen: der NPD eins auf die Nase zu geben.

Ich hoffe, die NPD kehrt zu ihrem beinharten Image zurück; sollte sie auch in Zukunft mit Spaß und Klamauk von sich reden machen, werde ich ihr eine lange Nase drehen und sie für satirisch tot erklären. Vielleicht tut sie uns allen aber einen Gefallen und löst sich vorher selbst auf. Darüber ließe sich dann wieder satirisch berichten. Und was Die Rechte betrifft, so haben die mit Frau Groll jetzt eine Beschäftigung, die sie auch brauchen, nachdem sie nicht genug Stimmen zusammenbekommen haben, um an der Europawahl, die im Mai stattfindet, teilnehmen zu können. Mal sehen, ob die für Satiriker dankbarer sind, auch wenn sie bisher noch keinen Generalsexsekretär haben.

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