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Allgemein, Deutschland, Medien

– Michel Friedman eine Karriere.

Eine Leserzuschrift von D. Gruss

Da hat dieser Michel Friedman, auch Paolo Pinkel genannt, ja wieder gut Fuß gefasst bei uns. Wer meinte, daß dieser Mensch nach all seinen Verfehlungen nie wieder Boden unter die Füße bekommen würde, hat sich geirrt. Nach Jahren der Ausschweifungen mit Zwangsprostitution und Kokain lebt er nach wie vor wie die Made im Speck mitten unter uns, denn die Made hat den Speck eigentlich zu keinem Zeitpunkt verlassen.

 

Nach überaus kurzer Öffentlichkeitsabstinenz bekleidete er sogleich wieder ein Aufsichtsratsmandat (für die Firma Wall AG), daneben ist er fatalerweise Herausgeber für den Programmbereich „Politisches Buch“ im Aufbau-Verlag und und und… Bereits Anfang November 2003 nahm Friedman nach längerer Abwesenheit im Fernsehen wieder frisch-fröhlich an Politdiskussionsrunden teil, beispielsweise an der von Sabine Christiansen, die glaubenstechnisch später mal eben zum Judentum übertrat… Seit Februar 2004 moderiert er beim Sender „13th Street“ die Sendung „Im Zweifel für… Friedmans Talk“, eine, wie könnte es auch anders sein, Recht-Talkshow zur US-Serie „Law & Order“! Des Weiteren moderiert Friedman seit Oktober 2004 jeden Donnerstag um 23.10 Uhr den wöchentlichen Talk beim Nachrichtensender N24, „Studio Friedman“, und kommentiert Berichterstattungen zu politischen Themen wie etwa dem 8. Mai, dem Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa. Ach ja, Friedman ist auch Kolumnist der Zeitung Die Welt! (Zuvor schrieb er regelmäßig Kommentare in der inzwischen eingestellten Frankfurter Kompaktzeitung NEWS.) Das ist alles verrückt, oder?

Friedmann NadelstreifenkarriereÖffentliche Ämter bekleidet der Berufsmoralist natürlich auch, denn dafür gründete er extra (gemeinsam mit Uwe-Karsten Heye und Paul Spiegel) schon im Jahr 2000 den Verein „Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e. V.“ Was nicht verwunderlich ist, denn im Sinne der herrschenden Politikerkaste, soll dieses Land nunmal offen sein. Offen für alle(!), denn wie sollte man sonst dieses Land mit Einwanderern vollstopfen und runterwirtschaften?

Und trotzdem: Paolo Pinkel ist ständig unzufrieden und wettert gegen jeden, der anderer Meinung ist. Er ist ein Meister der Nazikeule. Gäbe es eine Olympiade der Waffenspiele – mit der Nazikeule würde er manche Gold-Medaille einheimsen.
Überlegt doch mal – der Kerl ist seit 1965 in Deutschland! Da veröffentlichten die Beatles gerade mal ihr Album Rubber Soul. Warum ist er denn noch hier? Wo in aller Welt hätte er sonst so eine Karriere machen können, als in Deutschland, dem Land der Sichschuldigfühlenden? Doch wie führt er sich bei uns auf: er fordert und fordert, läßt niemand anderes Meinung gelten, fährt allen über den Mund, er zethert und klagt, wettert, verurteilt, verdammt… Sein Starrsinn und seine Arroganz sind monströs und grenzenlos. Er ist doch eigentlich eine vollkommen unmögliche Person! Ein Ziehkind elitärer Pseudoleistung.

Ich mag ihn nicht, geschweige denn kann ich verstehen, warum uns seine ungebührlichen Auftritte und Hasstiraden so massiv und multimedial zugemutet werden. Da ist was faul, mein Gefühl trügt mich nicht. Ich denke, der Typ ist so verschlagen wie sein Blick. Augen lügen nicht. Seine Tiraden dienen dem Zweck, uns moralisch am Boden zu halten. Er ist ein Tänzer zwischen den Welten – zu der einen Seite hin ein Schmierenkommödiant und Moralist, für die andere Seite ein blendender Transporteur von Interessen und Unverschämtheiten. Er ist Sprachrohr einer ganz bestimmten Eltite, die ihren Nutzen aus uns zieht – und das schon sehr lange. Ich denke sogar, er ist die personifizierte und beispielhafteste Gestalt dieser Clique überhaupt. Aber gut, das alles ist meine ganz persönliche Meinung – und die darf man ja (noch) sagen. Eine Freundin formulierte es unlängst so: Selbst wenn man die Juden umarmen wollte – diesen Typ aber ganz bestimmt nicht.

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