Ohne Moos nix los!


Deutsche Fernsehsender sind gut für die Wirtschaft!

(he) So mancher Leser des Preußischen Anzeigers, die auch mit dem Magazin und mir, auf Facebook oder via Twitter verbunden sind, wissen es. Ich durfte mir dieser Tag das Bett länger teilen, als es einem lieb ist. Was tut man an jenen Tagen, wenn der Kopf für das Denken zu voll, die Nase zu niesig und der Mund zu hustig ist? Was macht man an Tagen, in denen einem also das Reden verwehrt ist und man kaum noch neue Informationen aufnehmen kann, da einem der Kopf sowieso schon brummt?

Genau, man schaut TV! Diese Abkürzung reimt sich, wenn auch nicht schön. Passt aber zum Programm der deutschen Fernsehfamilien. Sie senden, aber nicht schön. Und sie senden gern fremd, denn vieles was nicht fremd produziert wurde, lädt ein zum Fremdschämen.

Deppat-TVVor allem in der sogenannten Dailytime, also im Tagesprogramm, überraschen die Fernsehsender mit einer Schlechtigkeit, die kaum noch zu steigern ist. Ob sich das die Herren Rosing, Nipkow oder Braun so vorgestellt hatten, als sie ihr Ferntonkino erschafften? Dabei ist das sogenannte HartzIV-Fernsehen nur gut gemeint, warum sollten sich sonst Wirtschaftskonzerne und gar politische Interessenorganisationen an den Inhalten der Fernsehsender beteiligen wollen?
Die Dailytime muss also so schlecht sein, dass selbst ein gebeutelter Kranker, das Fernsehen nicht mehr aushält und arbeitet. Das Tagesprogramm muss einem mehr Qual als Wahl bieten! Deshalb geht Deutschlands Wirtschaft auch nicht zu Boden. Göbbels Propaganda Auftrag wirkt also heute noch nach. Irgendwie zwar nur, aber dafür jeder Zeit!

Irgendwann übersteht man die Tagesschiene des Programmangebotes und möchte sich als Wiederauferstanden bezeichnen. Im Radio hiess diese Zeit einmal Hausfrauenfunk. Darüber etablierten sich ehedem die ersten privaten Rundfunkprogramme und schnellten zur Nummer1 in ihrer Reichweite hoch. Aber da es heute kaum mehr Hausfrauen gibt, die Kinder in Zoos Kitas und Schulen eingepfercht untergebracht wurden, darf man sich über diese Sendungen nicht wundern. Eigentlich könnten um diese Uhrzeiten Pornos laufen. Es wäre egal. Der anständige Deutsche geht arbeiten, die Kinder sind um diese Uhrzeit beschäftigt oder packen ihre Hand bei youtube-Videos und dergleichen an…

Nach dem Hausfrauenfunk kommt im Radio die Drivetime. Im Fernsehen jene Zeit, in der sich die Regionalprogramme zeigen dürfen. Eben für jene, die vom stressigen, aber klimatisiertem, Bürotag nach hause kommen und wissen wollen, wie das Wetter vor ihrer Haustür war. Leichte Unterhaltung verpackt mit leichten Informationen. Da kann Frauchen das Abendbrot vorbereiten und trotzdem Kosmetiktipps erhalten und der Mann darf sich vom Tatortstar sagen lassen, das Machos ganz weich sein müssen. Die Kinder hingegen sind immer noch per youtube und Facebook verbunden und erobern sich ihre Welt. Pünktlich zur gelben Sendezeit, in denen es Biss gegen amerikanische Verhältnisse gibt, wie "The Simpsons" auf Pro7, gibt es Abendbrot. Da passt Homer mit seinen Essmanieren nicht mit an den Tisch. Und so dürfen wir erfahren, was die Reichen so schönes treiben um Schön und Reich zu bleiben. Als Nachtisch dann die als Aktuell und News deklarierten ausgesuchten Neuigkeiten des Tages im Weichspülprogramm.

Wer eben jenen Tag übersteht, wird freiwillig morgen seine Arbeitskraft wieder bereitstellen und wenn er dabei verreckt! Doch es geht auch anders. So meine Hoffnung am darauffolgenden Morgen. Denn es gibt ja noch die gut, von uns allen zwangs-, bezahlten Minderheitsprogramme. Also auf zu neuen Ufern, auf zu ZDFinfo und phoenix.

Beim ersten Ableger des Zweiten Deutschen Fernsehens, ehedem Adenauerfernsehen genannt, darf man sich deutsche Geschichte erklären lassen. Diese besteht entweder aus Hitler oder Hitlers Gehilfen, Hitlers Leibärzten oder Hitlers Wagenpfleger. Mit ein wenig Glück erfuhr man dieser Tage auch etwas über Atomraketen in Deutschland. Nicht heute – Gott bewahre! – sondern während des kalten Krieges. Also umschalten, und das passend. Die nächste Doku über Hitlers Mannen erwartet mich auf dem Informationskanal von ARD und ZDF. Danach "Der Tag". Live mit Experten und tagespolitischem Inhalt. Ich war mir unsicher. War die Kriegsrhetorik die ich erhörte noch von der Dokumentation davor, oder war es gerade aktuell? Die bösen Russen, die gute westliche Partnerschaft, die fast göttliche NATO mit Obama als Gottheit. Da atmet dann tief durch, auch wenn die Lunge schmerzt und platzt. Das spart Arztkosten und verbessert die Bestattungswirtschaft im lokalen Bereich…

Nun, so glaubt man, man könne das Programm austricksten. Dem Mediengott sei Dank, mir wurde es in die Wiege gelegt, bei Fieber und Freunde auch tagsüber mehr zu schlafen als wach die Sendungen ertragen zu müssen. Und man ist sich bewusst, in der Nacht kommt das gute Programm. Talkshows zu wichtigen politischen Themen. Klasse!

Nun hatte ich ja bereits schon in einem anderen Beitrag erklärt das die Bezeichnung Talkshows vom talken kommt. Dies übersetzt man am besten mit Labern, denn reden würde einen Dialog mit Inhalte voraussetzen. Und labern können die eingekauften Moderatoren gut. Zumindest wenn die eingeladenen Labertaschen unter sich bleiben. Denn wenn das Publikum zu Wort kommen möchte, vor allem un-indoktriniert, dann fällt das Labersystem der Sendung zusammen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Politik oder Kultur geht, nicht einmal ob es das einfache Fernsehvolk überhaupt tangieren könnte.

So wird man sich schnell sicher, auch nachts in die Ferne dank eines Gerätes zu schauen, macht die Welt nicht besser und einen Kranken nicht gesünder. Die Programmmacher und Entscheider sind nicht Jesus. Was bleibt? Man schläft Tag- und Nacht, bis sich Kopf, Lunge, Muskeln und Gelenke erholt haben, ja man setzt alles daran, dass seine arbeitsfähigkeit wieder hergestellt ist, um dann wieder seinen Tagesdienst zu tun. Um dann nicht mehr abhängig zu sein, von jenen Medien, die einem vorschreiben, was man zu denken hat. Und man ist heimlich stolz darauf, Abseits des sogenannten Mainstreams Zeitschriften, eMags, Bücher und Blogs lesen zu können, um sich selbst Meinungen bilden zu können.

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