Ohne Moos nix los!


Medienkrieg Ost West

(he) Es kündigt eine Moderatorin im laufenden Fernsehbild und die deutschen Medien, die eher selten den englischsprachigen Sender "Russia Today" zitieren, haben ihre Schlagzeile. Eine andere Moderatorin kritisiert öffentlich den amerikanischen Sender der von russischen (Staats-) Geldern (Mit-) getragen wird. Und wieder drucken die Druckereien diese Aussage. Endlich, so scheint es, hat die deutsche Medienlandschaft ihren Ansatz der erweiterten Propaganda gefunden. Welt Online fragt elegant

Handelt es sich beim Staatssender Russia Today um eine Informations- oder eher um eine Desinformationsmaschine?

Da bei jedem Krieg die Propaganda, ganz gleich auf welchem Weg, nicht unterschätzt werden sollte, wäre es hilfreich, wenn die deutschen Zeitungen sich und ihre Leser über die Medien informieren. Wer ist also Russia Today, der sich eigentlich nur noch RT nennt?

Wikipedia sieht RT als

  russische Alternative zu internationalen Kanälen wie CNNBBC oder Euronews an deren Sendekonzepte auch das von RT angelehnt ist.

und schiebt ein:

 

Zahlreiche bekannte, westliche Journalisten und Persönlichkeiten arbeiteten oder arbeiten noch immer für RT, darunter Max KeiserThom HartmannLarry King oder Julian Assange

Larry King als pro-russischer Fahnenschwinger? 

RT-MoreRT, erst 2005 gestartet, ist aber nicht nur die russische Alternative im Bereich der Nachrichtensender. RT wurde nicht nur dadurch bekannt, dass die Redakteure die Nachrichtenlage auch aus einem anderen Blickwinkel beleuchteten und kritische Analysten und Experten einluden. Selbst Kritiker des russischen Weges wurden ins Licht gesetzt, statt, wie häufig in Deutschland, nur eine Seite, die der politischen Korrektheit, auszuleuchten. Dadurch schaffte es RT andere international ausgerichtete Propaganda-Sender hinter sich zu lassen, was die US-Außenministerin Clinton zugab, als sie 2011 vor dem Congress sagte, es drohe eine Niederlage im 

global info war!

Moskau wollte ein staatliches Gegengewicht schaffen zu CNN und BBC. Das ist gelungen. Inzwischen erreicht RT nach eigenen Angaben 630 Millionen Zuschauer in mehr als hundert Ländern. 24 Stunden am Tag berichten 2000 Mitarbeiter aus aller Welt über Kabel und Satellit auf mehreren Schwesterkanälen in vier Sprachen – Russisch, Englisch, Arabisch (Rusiya Al-Yaum) und Spanisch (RT Actualidad). In Großbritannien ist RT gemeinsam mit Al Jazeera der populärste englischsprachige Auslandssender (zwei Millionen Zuschauer), in den USA der zweitpopulärste nach der BBC. Auf YouTube ist RT die Nummer eins auf der Liste der meistgesehenen Nachrichtenvideos. 

berichtete der Tagesspiegel im März 2013.

Ein Krieg der Medien also, in dem die Deutsche Welle, wenn überhaupt, nur ein Wasserträger ist. RT spielt in der Oberliga und ist das effizienteste Instrument der russischen Außenpolitik. Die vielen Verzweigungen des Netzwerkes erlauben dem Sender eine schnelle Berichterstattung und man nimmt die Informationspflicht sehr ernst.

Zu spät zittert man nun vor der angeblichen Gefahr, die der Tagesspiegel vor einem Jahr heraufbeschwörte:

Im globalen Informationsraum ist ein Kampf um die Köpfe der Menschen entbrannt. Der Erfolg von RT könnte auch Nachahmer finden. Wenn China Central Television erst einmal ähnlich üppig finanziert, multilingual und global loslegt, können die westlichen Demokratien endgültig einpacken.

Eine Angst, die nicht nur den deutschen Medienschaffenden den Schlaf raubt. Könnte doch der Europäer so auch andere Meldungen sehen und den Schneesturm von Amerika verpassen, der von Atomwaffenmeldungen und Raketenverschiebungen in Deutschland ablenken sollte. RT ist bestimmt nicht unabhängig, genauso wenig wie CNN es als privater Sender vorgaukelt. RT ist ebenso abhängig wie BBC World oder eben das deutsche Auslandsprogramm. Doch RT hat auch Freiheiten, die die genannten Sender nicht haben, denn RT will umfassend berichten und erklären. Hierzu braucht es mehrere Meinungen. Eine Meinungsvielfalt, die die deutschen Chefredakteure nicht mehr gewohnt sind.

PS: Im Übrigen berichtete die deutsche Medienlandschaft nur in einer Randspaltenmeldung als 2008 bei FOX-News eine Moderatorin im Programm von ihrer spontanen Kündigung erzählte. Auch deutsche Journalisten kündigten ihre Anstellung oder freiberufliche Mitarbeit, aus Gründen der Meinungseinengung. Hiervon war in den Hauptmedien nichts zu lesen. Wer also nun das Feuer auf RT richtet sollte überlegen, welchen Brandfleck er damit anrichten kann…

PPS: Für Menschen die Aufklärung wollen, empfiehlt es sich immer, beide Seiten der Medaille beleuchten zu lassen und selbst den Kopf anzustrengen.

PPPS: Mehr zum Thema Medienkrieg auch im Preußischen Anzeiger März/April 2014!

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