Thilo Sarrazin entzweit das Land und eint die Linke oder: ein Lob für nichts! (von Wolfgang Luley)

Satire & Humor

Thilo Sarrazin entzweit das Land und eint die Linke
oder: ein Lob für nichts!

Hat Meinungsterror einen Namen? Hat Meinungsterror
ein Gesicht? Liest man in den Medien der letzten Zeit,
taucht immer wieder ein Gesicht und ein Name auf:
Thilo Sarrazin.

Dieser Name spaltet die Nation und füllt Theater. So
auch am Sonntag das Berliner Ensemble, in dass das
Magazin „Cicero“ zu einer Lesung eingeladen hatte.

Es war eine dieser üblichen Lesungen: Sarrazin las
aus einigen Kapiteln seines dritten Buches: „Der neue
Tugendterror“ vor. Dann richteten einige Besucher
Fragen an Herrn Sarrazin, die er prägnant und der
Reihe nach alle beantwortete. Als die Lesung nach
etwa zwei Stunden vorbei war gingen alle Besucher
friedlich nach Hause. Es war ein schöner Abend.

Gut – und nun wie es tatsächlich war: bereits vor Be-
ginn der Lesung versammelten sich etwa 100 Linke
vor dem Theater und skandierten: Thilo – halt`s Maul!
Und damit nicht genug: Linke sitzen auch in der Ver-
anstaltung und brüllen: Hau ab! Hau ab! Es werden
auch Transparente entrollt. Auf einem steht: „Wir sind
der Tutgendterror.“ Dem kann Sarrazin nicht wider-
sprechen. Aber Sarrazin spricht überhaupt nicht, er
kommt überhaupt nicht zu Wort. Die Situation wird
von der Zeitung „Die Welt“ anschaulich beschrieben:
„Die Veranstalter versuchen zu deeskalieren. “Es gibt
in unserem Land etwas, das heißt Demokratie”, wendet
sich die zur Besänftigung der Seelen herbeigeeilte Jutta
Ferbers vom BE an das “Auditorium”. Deshalb möge
man nun abstimmen, “ob wir die Veranstaltung machen”.
Das handhebende Votum fällt eindeutig positiv aus. Der
Appell an die Demonstranten, “die Demokratie zuzu-
lassen” und zu gehen, verpufft.“

Wird die Polizei gerufen? Nein, stattdessen darf eine
junge Frau auf der Bühne eine Drei-Minuten-Rede
halten. Sie wirft Sarrazin vor, ein geistiger Brandstifter zu
sein und damit die Verantwortung für die Brandanschläge
in Mölln und Solingen zu tragen. Das ist, wie ich finde,
sehr logisch gedacht und messerscharf argumentiert.
Diese Anschläge hat es tatsächlich gegeben, zwar schon
in den 90iger Jahren des letzten Jahrhunderts, aber das
ist eine unwichtige Kleinigkeit. Fakt ist: Sarrazin trägt
dafür die Schuld! Jawohl! Zwar kannte ihn damals kaum
einer und Bücher hat er damals auch keine geschrieben,
aber das ist egal! Sarrazin ist schuld! Wenn linke Logik
sagt, dass einer schuldig ist, dann ist er schuldig. Als
Linker lässt man sich durch Fakten nicht verwirren. Wo-
rauf es ankommt, ist, dass der Glaube stimmt. Und wenn
der Glaube den Sarrazin für einen geistigen Brandstifter
hält, dann hat er das auch zu sein. Diese Art von – wie
soll ich sie nennen? – Diffamierung? übler Nachrede?
ist natürlich frei von geistiger Brandstiftung! Nun mag
der Sarrazin in seinem Buch platte Theorien zum Besten
geben, die Kritik der Linken ist aber nicht weniger platt.

Was mich aber verwundert, ist, der Umstand wie schwer
sich Linke mit Sarrazin tun. Einer der Vorzeigelinken,
Jakob Augstein, wird in seinem Verriss von Sarrazins
Tugendterror persönlich und setzt sich lieber mit der
Person Sarrazin auseinander als mit dessen Theorien.
Und was tun diese Linken nun? Sie brüllen und ver-
hindern eine Diskussion im Berliner Ensemble. Wenn
jemand angeblich im Vollbesitz der Wahrheit ist, dann
müsste er sich doch auf unpersönliche Diskussionen
freuen? Offenbar ist aber das Gegenteil der Fall.

Das linke Schmierentheater findet nach etwa einer
Stunde ihr Ende; da verlässt Sarrazin die Bühne. Nun
bin ich gewiss kein Freund von Sarrazin (er hat für mich
nichts von einem Denker, wie ihm das Jakob Augstein
unterstellt!), diese Behandlung hat er aber nicht verdient.
Zumal es der Linken nicht bloß um Sarrazin ging. Was
man bei Linken immer berücksichtigen muss, ist ihr Hass
auf das eigene Land. Die Linke verbindet gern Kritik –
die mitunter berechtigt sein kann – mit der Forderung
nach der Abschaffung des eigenen Landes. So erwähnt
Die Welt auch dies: “Deutschland von der Karte streichen.
Polen soll bis Frankreich reichen”, dichtet ein junger
Demonstrant (in deutscher Sprache). Woran erinnert das?
Genau: am 69igsten Gedanktag der Bombardierung von
Dresden hat die linke Politikerin Anne Helm dem Ver-
antwortlichen dieses Bombardements Arthur Harris ge-
dankt. Das war keine Spinnerei einer einzelnen Person.
Das ist linkes Gedankengut.

Wer für Deutschland ist, muss nicht für Sarrazin sein,
wer für Deutschland ist, muss aber gegen Linke sein!

Hat Meinungsterror einen Namen? Hat Meinungsterror
ein Gesicht? Ja, er hat die Gestalt und den Namen dieser
linken Tugendterroristen.

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