Weltliche und göttliche Todesstrafe (von Wolfgang Luley)

Weltliche und göttliche Todesstrafe

In England wurde die Todesstrafe wieder eingeführt.
Als Henker betätigten sich der 29-jährige Michael
Adebolajo und der 22-jährige Michael Adebowale.

Zwar handelten sie nicht direkt im staatlichen Auf-
trag, dafür jedoch im Namen einer höheren Instanz:
im Namen Allahs.

Die beiden Henker richteten im vergangenen Jahr
den Soldaten Lee Rigby hin. Dummerweise riefen
Passanten die Polizei, die auch sofort anrückte und
die beiden Henker Allahs festnahmen.

Das ist ein unglaublicher Akt der Intoleranz! Wie
kann man nur Menschen festnehmen, die willkürlich
andere Menschen angreifen, sie abstechen und ihnen
den Kopf abhacken? Wenn das zur religiösen Praxis
einer Glaubensgemeinschaft gehört, dann sollte man
sie nicht an der Ausübung ihres Glaubens hindern.
Tut man es doch, dann ist das extrem Intolerant.

Vor allem in Deutschland weiß man, was Toleranz
bedeutet. Bei uns tragen selbst diejenigen Schuld,
die nichts getan haben. Und warum? Weil ihre Groß-
väter einst die Welt verwüstet haben. Toleranz blüht
am besten in Gesellschaften, in denen alle schuldig
sind, vorzugsweise natürlich die einheimische Be-
völkerung. Den Zugewanderten billigt man einen
gewissen Freiraum ein, weil man nicht als intolerant
erscheinen will. So hat man dann gleich doppelt
seine Toleranz gezeigt: man fühlt sich schuldig, ob-
wohl man nichts getan hat und man ist gegen alle
anderen unterwürfig. Gut, manche nennen das
Masochismus, manch einer spricht gar von einem
deutschen Nationalmasochismus, aber das sind in-
tolerante Gesellen, die man nicht beachten sollte.
Quasi schwarze Schafe, die es in jeder Gesellschaft
gibt.

Die Engländer haben mit historischer Schuld keine
Probleme. So begannen die Amerikaner und die
Briten fast zeitgleich mit der Einführung von Kon-
zentrationslagern. Die USA richteten auf der Insel
Mindanao KZ`s ein für philippinische Guerilleros
und die Briten taten gleiches während des Buren-
krieges in Südafrika. Das ihnen das aber Kopf-
schmerzen bereiten würde ist übertrieben.
So verwundert es auch nicht, dass aufgebrachte, in-
tolerante Briten gefordert haben, man solle die bei-
den Henker Allahs hängen. Ja, diese schwarzen
Schafe haben sich extra vor der Urteilsverkündung
vor dem Strafgerichtshof Old Baily versammelt und
ihre gotteslästerlichen Gedanken laut ausgerufen.
Mehr noch: sie haben die Wiedereinführung der
weltlichen Todesstrafe gefordert. Dem ist das Gericht
aber nur fast nachgekommen. Es hat die beiden
Henker Allahs nur fast zum Tode verurteilt. Der
Haupttäter Michael Adebolajo wird höchstwahr-
scheinlich im Gefängnis vermodern und sein
Helfershelfer Michael Adebowale darf erst wieder
auf freien Fuß, wenn er alt und grau ist. Ein be-
trüblicher Zustand. Da hält man sich an das Wort
Gottes – und was passiert? Man wird von
weltlichen Gerichten verurteilt.

Zum Glück sind wir da in Deutschland toleranter.
Bei uns kann man Leute tottreten und gilt als Opfer
der Gesellschaft. Sie wissen schon: schwere Kindheit,
falsche Freunde, dann eine Verkettung misslicher Um-
stände und schon ist es passiert. Von Mord oder Ge-
walt kann man da nicht wirklich sprechen. Schuld hat
nämlich nie der Einzelne, sondern immer nur die Ge-
sellschaft. Und wenn das nicht greift, dann ist es
eben die historische Schuld, wobei es egal ist, wann
sie geschah. So wundere ich mich, dass noch kein
deutscher Gut- und Bessermensch auf die Idee kam,
Deutschland für die Verbrechen der Wandalen ver-
antwortlich zu machen. Denn: eine historische Schuld
ist das ebenfalls.

Die Briten sind da wesentlich intoleranter. Wir sollten
es ihnen gleichtun!

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