Über den Krümmungsgrad der Toleranz

Satire & Humor , ,

(W. L.) Was, liebe Leser, stellen sie sich vor unter einem

Rat für Toleranz und Versöhnung? Sie wissen

es nicht – vermuten aber, es habe irgendwie mit

der Freiheit der Gedanken und der Rede zu tun?

 

Ja und Nein. Es hat mit Gedanken- und Rede-

freiheit zu tun, aber anders, als gedacht.

 

Aber der Reihe nach.

 

Die Europäische Union möchte, dass alle

Staaten zusammenrücken. Alle sollen lieb und

nett zueinander sein und keiner soll den anderen

– in welcher Form auch immer – verletzen. Wer

sich jetzt an seine wohlmeinende Mutter/ an

seinen wohlmeinenden Vater erinnert fühlt, den

kann ich beruhigen: Die EU ist nicht wohl-

meinend!

 

Und genauso ist auch dieser Rat für Toleranz

und Versöhnung nicht das, was er dem Namen

nach vorzugeben meint. Er nistet in Paris, nennt

sich: „European Council for Tolerance and

Reconciliaton“ (ECTR) und hat ein Ei des

Bösen ausgebrütet, in Form eines Entwurfs, das

wenn er im EU-Parlament verabschiedet wird,

von allen EU-Ländern als Gesetzt übernommen

werden soll. Mit anderen Worten: die Eltern

setzen ihnen ein Ei vor und sie sollen es – ohne

Widerspruch – schlucken. Sie werden vielleicht

einwenden, dass dieses Ei nicht schlecht sein

muss. Toleranz und Versöhnung sind Tugenden,

die jeder Mensch in sich tragen sollte. In diesem

Teufelsei-Entwurf steht – unter anderem – Ras-

sismus, Vorurteile nach Hautfarbe, ethnische

Diskriminierung, religiöse Intoleranz, totalitäre

Ideologien. Totalitäre Man kann alles fordern,

die Frage ist nur, wer das feststellen will. Die

EU hat natürlich auch dafür eine Lösung. Die

EU will eine Behörde einrichten, die zukünftig

über die Einhaltung der Toleranz wachen soll.

Mit anderen Worten: wir erleben gerade, wie

über unsere totale Überwachung entschieden

werden soll. Das ist etwa so, als ob unser

Eltern uns in den Kopf schauen wollten, um

all unsere Gedanken, wie in einem Tagebuch,

lesen zu können. Es tut mir leid, aber mir

drängt sich da ein Gedanken auf, den ich nicht

in mir halten kann. DAS IST WIE BEI DEN

NAZIS! Oder: WIE BEI DEN KOMMUN-

ISTEN! Wenn die EU-Bürokraten könnten,

dann würden sie in unsere Köpfe kriechen

und unsere ganzes Leben durchleuchten. Das

haben die Nazis versucht und die kommun-

istische Stasi. Hätten sie die heutigen Möglich-

keiten, sie würden nicht davor zurückschrecken.

Sind die EU-Bürokraten etwa anders. Bei den

Nazis hießt es: Wollt ihr den totalen Krieg?

Und bei den EU-Bürokraten heißt es: Wollt ihr

die totale Überwachung?

 

Gut, ich mag polemisieren, aber im Entwurf des

Rats für Toleranz und Versöhnung wird Tota-

litarismus als Merkmal der Intoleranz auf-

geführt. Wenn man aber im totalitären Sinn

gegen Intoleranz ist, dann ist man selbst – was?

 

In diesem Sinne hat auch Thilo Sarrazin recht,

wenn er von einem neuen Tugendterror spricht.

Und dass die europäische Anti-Rassismus-

Kommission, dieser Tage Deutschland und vor

allem Thilo Sarrazin gerügt hat, scheint sein

Buch eher zu bestätigen als zu widerlegen.

 

Wann genau Rassismus und Intoleranz beginnen,

dass kann ich ihnen, liebe Leser, auch nicht sagen.

Eines weiß ich aber: irgendwelche Bürohocker,

die sich über den Krümmungsgrad von Bananen

Gedanken machen und dazu Seitenlange Vorgaben

ausarbeiten, solche Leute haben von Toleranz keine

Ahnung. Wir sollten uns auf unseren gesunden

Menschenverstand und unser Gefühl verlassen.

 

Unsere Eltern haben das verstanden. Man nennt

das auf eigenen Beinen stehen.

 

Eine Garantie ist das jedoch nicht – die gibt es

aber nirgends. Und erst recht nicht in der EU!

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