Quoten- AfD und deutschsprachige Freiheit

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(he) Deutschsprachige Musik hat es schwer, nicht nur, wenn öffentlich-rechtliche Sender mal eben beschliessen, dass es diese nicht gibt. Sondern auch, weil es für Musikredakteure in den Rundfunksenderbetrieben einfacher scheint, eine enge Rotation laufen zu lassen. Die Top 100 in 50 Titeln ist weder beim Privatfunk noch beim staatlich reglementiertem Sender neu. Schalten Sie einen Sender der NRJ-Gruppe ein und vergleichen Sie mit N-Joy, oder hören Sie KISSFM (Berlin) und 1Live oder oder oder.

Versuche von musikalischen Raritäten in ein Programm festzusetzen scheitern kläglich. Die abendlichen Spezialsendungen von ffn gingen unter, wie die im Versuche im Senderkomplott SFB/orb/rbb. Auch Sender wie Antenne Niedersachsen, die einst den Spagat zwischen Hits und deutschsprachiger Musik versuchten, sind heute Dudelfunk per exellence. Das Fazit, deutschsprachiges Kulturgut hat es schwer in Deutschland. Nicht nur bei der Musik. Fernsehserien mit Einschaltgarantie kommen nur selten aus Potsdam-Babelsberg, Bücher oft von ausländischen Autoren. Das deutsche Volk also ist kulturell vielstaatlich.

Dem einen kann es gefallen, der andere schaut Musikantenstadl – oder fordert, wie jetzt die CDU-Strategiepartei AfD, mehr deutschsprachige Musik im Radio. Das gefällt Heinz-

Rudolf Kunze, genannt die Brille. Fordert er doch, nicht nur aus Eigennutz, mehr deutsche Lieder im Rundfunk, wenn möglich gar eine Quote.

Doch löst eine Quote diese Disharmonie? Die DDR kannte die Quotenregelung mit 60:40 Regelung und die BRD quotiert heute auch alles: Frauen, Migranten, Kinder. Bringen diese Quoten wirklich Fortschritte? Oder sind diese Quoten, egal welcher Herkunft und welchem Zweck sie dienen, nicht eher Hemmnisse. Was ist mit deutschsprachigen Titeln, die einen englischen Refrain nutzen? Gehören die oder gehören die nicht zur Quote? Müssen dann nicht auch Rock, Pop und Utzutz-Musik verquotet werden?

Die AfD in Sachsen hat natürlich diese Idee nicht aus dem Gutbürgertum, sondern erhofft sich Stimmen. Dabei liegt es an der deutschsprachigen Musik, ihren Verlegern selbst, das sie zu selten im Radio gespielt werden. So könnten die Leid ertragenden Gruppen auf Internetradios zurückgreifen, gute Konzerte bieten und ihre Fans anstacheln für sie abzustimmen. Machen sie? Ja meist bei "DSDS" und "the Voice", in der die deutsche Sprache meist, sagen wir es nett, unterbewertet wird. Doch man wird sich nebenher fragen dürfen, was die AfD mit Quoten erreichen möchte. Ein neues Ministerium oder wirklich eine Stärkung von deutschen Sängern, Produzenten, Verlage und dergleichen? 

Ob sich Rammstein, die Toten Hosen oder Silbermond über eine Quote freuen würden, ob sich InExtremo darüber freuen, dank Quote und nicht dank Können und Kunst gespielt zu werden? Oder unsere Schlagerdamen und -herren von heute, wenn ihre Konzerte nur aus Quotendruck besucht werden. Eine Helene Fischer als Frauen- und Deutschquote?

Dann könnte man eine bessere musikalische, künstlerische, literarische Schulbildung fordern, in der junge Menschen lernen, mit Noten und Wörtern umzugehen. Oder Jugendeinrichtungen erschaffen, die eine Möglichkeit zur künstlerischen Entfaltung geben. Es gäbe noch genügend andere Dinge, die nach einiger Überlegung möglich wären, doch die AfD will eine staatliche Einmischung. Wohlgemerkt, als angeblich liberale Partei will man staatliche Quote, eine Regel, die die Freiheit des Kunst/Rundfunk/Verlagsunternehmers einschränkt. Schon verdächtig…

One thought on “Quoten- AfD und deutschsprachige Freiheit”

  1. Sehe ich auch so liebe Preußischer Anzeiger Schreiben; dieses Verhalten ist eine Unverschämtheit!

    Der Honigmann hat auf seiner Webseite auch schon über diese Frechheit berichtet: http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2014/02/24/medien-sender-streicht-deutsche-musik/

    Zitat:
    “Die CSU-Medienpolitikerin Dagmar Wöhrl ist irritiert: „Ich hoffe, dass die Hörer des Nordwestradios durch Umschalten abstimmen.“
    Da müssen meine Freunde vom “Orden der Patrioten” (http://tomorden.de.to) und ich der CSU Frau ausnamsweise mal recht geben!
    Das ist wirklich eine SAUEREI was dieser dumme Sender da macht!!!

     

    Danke das Ihr vom Preußischen Aneiger auch darüber schreibt; so erfahren noch mehr Menschen von den rassistischen Ungerechtigkeiten, denen wir Deutschen ausgesetzt werden!

    Danke.

     

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