Ohne Moos nix los!


Wie konservativ ist die Deutsche Konservative?

(he) Da hat es die Kleinstpartei "Deutsche Konservative Partei" (DKP) geschafft. Man taucht nämlich in der Presse auf. Jene Partei, die der Preußische Anzeiger seit ehedem kritisch beobachtet, seitdem die DKP von einer konservativen Partei zu einer planlosen, zeitweise diktatorisch geführten Partei, mutierte. So erinnern wir uns an den misslungenen Spagat des berliners Parteiamtsträgers Wettermann, der Anfang 2014 "seine" Herthaner per youtube-Video begrüßte. Der Rest von Berlin war ihm wohl nicht wichtig genug, dafür war ihm vor einigen Jahren noch wichtig große Reden zu halten, mit dem Wissen, man könnte schnell in das ultrarechte Fahrwasser gleiten, wenn man mit der German Defence League zusammen wirkt. Auch seine fast legendären Montagsgespräche mit seinem Parteichef zeigten viel Aberwitz und wenig Anstand.

Doch dies war wohl nur die Spitze des Eisberges. Der Störungsmelder der Zeit hebt dank dem Blogautor Stephan Christoph noch anderes hervor. Leider auch längst widerlegte Vorwürfe, wie die gegen den Hamburger Michael Uhlig und seine Frau. Warum der Zeitblogger auf den Wegen der Hamburger Mopo wandeln muss, ist unklar. Zumal man bei Herrn Uhlig unkompliziert nachfragen kann. Schade das mit diesen, längst veralteten und unwahren Behauptungen der restliche Vorwurf gegen die Berliner Partei eher platt daherkommt. Auch das er von einer "neuen Splitterpartei" spricht, zeigt die schlechte Vorbereitung des Autors. 

Dennoch ist es interessant, mit wem die Deutsche Konservative Partei nach Brüssel will. So berichtet Christoph im Störungsmelder über Erich Schwarzfischer, der, nach Angaben des Autors, mal für die Republikaner, mal für die NPD und jetzt für die DKP antritt. Nicht das "Parteienhopping" ist aber das wichtige, viel eher:

 

 Schwarzfischer wurde schließlich wegen Urkundenfälschung und Wahlfälschung zu einer Strafe von 90 Tagessätzen verurteilt und sitzt seitdem eben als „Parteiloser“ im Chamer Kreistag.

Ist es das, was Frau Ursula Saul im Interview mit dem Preußischen Anzeiger – Ausgabe August/September 2013 – versprach:

Zur EU-Wahl haben wir bereits eine Liste mit Personen erstellt, die alle aus unterschiedlichen Bundesländern kommen und die wir für fähig halten. Ob es weitere Bündnisse geben wird, sehen wir im September. An uns soll es nicht liegen.

Personen also, die von überall aufgesammelt werden und zum Teil mit rechtlich fraglichem Hintergrund agieren, hält die Parteispitze rund um Jochim und Saul für fähig. Doch zurück zum Störungsmelder.

Platz vier der Liste ist mit Tilo Bretschneider der Landesvorsitzende von „Die Freiheit“ in Sachsen. Er sagt in einem Interview: „Das mohammedanische Weltbild sehe ich im geschichtlichen Kontext als direkten Gegenentwurf zum Abendländischen.“ Zudem ist es für ihn die „Solidar- und Schicksalsgemeinschaft“, die „ein Volk an sich zusammenhält.“ Nicht von ungefähr waren es die Nationalsozialisten, die genau die gleiche Terminologie wählten, wenn sie das deutsche Volk als „Schicksalsgemeinschaft“ betrachteten.

Auf Platz sechs kandidiert Manfred Fischer, gerne gesehener Redner bei DSU-Veranstaltungen. Ein alter Bekannter ist auch Dieter Danielzick auf Platz neun. Auch er hat eine erstaunliche Partei(en)karriere hingelegt: Er war schon bei den Republikanern und der Splitterpartei „Bündnis für Deutschland“, die vor einer „Verschwörung von Juden, Angela Merkel, Freimaurern und Kommunisten“ warnte. Er war bei Pro-NRW und ist dort 2009 ausgestiegen. 2010 wollte er für die „Deutsche Partei“ in den NRW-Landtag und jetzt hofft er auf ein Europamandat der Deutschen Konservativen Partei. 

Auch das Fazit sollte der Partei zu denken geben. So schreibt Christoph:

Die Deutsche Konservative Partei selbst ist keine von Neonazis betriebene Partei, aber Neonazis und Alt-NPDler sind dort offenbar willkommen. Sie fischt bei den Wählern am äußersten rechten Rand. Das Auftreten als „bürgerliche“ Partei und die gleichzeitige Offenheit hin zur ultrarechten Szene: Alles ein typisches Merkmal der Neuen Rechten. Dass diese Partei jemals Relevanz erlangt, ist sehr unwahrscheinlich. Aber sie könnte einigen Neonazis wieder einmal dazu dienen, in das eine oder andere Kommunalparlament einzuziehen. Indes müssen die Mitglieder der Deutschen Konservativen Partei im Landkreis Cham jetzt jedoch erst einmal die 385 Unterstützerunterschriften zusammenbekommen

Bereits vor Monaten hatte ich Kontakt zu einigen Mitgliedern und Ex-Mitgliedern der DKP und warnte diese vor einem Ruck, der auch diese Partei medial in die Naziecke stellen würde. Geschehen ist das was wir auch für den Preußischen Anzeiger sachlich analysierten. Wären da nicht die fragwürdigen Nebenschauplätze, wie die Geschehnisse am Tag der Trümmerfrauen ( wir berichteten in der Sommerausgabe ) oder den "falschen Sonnenschirmen" könnte man über den ZEIT-Beitrag noch milde lächeln. So aber müssen sich Unterstützer und eventuelle Wähler der kleinen Partei doch fragen lassen, warum man die Deutsche Konservative Partei denn wählen sollte. Und die Führung der Partei muss sich fragen lassen, wie konservative ist die Konservative Partei denn noch, welche Werte hält man hoch? Und, was möchte man den Mitgliedern noch aufbinden?

Mache Vorwürfe erinnern an die Vorwürfe gegen die AfD – das fischen am rechten Rand, Ex- Reps in der Partei und schließlich der Kleinskandal um die Aufnahme von Mitgliedern der Freiheit. Im Gegensatz zur AfD hat aber die kleine Partei aus Berlin weniger Kraft um sich medial aufzustellen. Das bisherige Klagefieber der Partei löste nicht unbedingt den Erfolg aus, den sich Jochim versprach. Zwar trat, dank rechtlicher Gründe, der Verein Die Deutschen Konservativen, rund um Joachim Siegerist, nicht zur Wahl an und auch die gemeinsame Klage mit anderen Parteien zur Prozenthürde bei der Europawahl scheint erfolgreich, doch der Durchbruch lässt noch immer auf sich warten. Die DKP, die ewige Nullkommaundprozentpartei? Mit obigen Vorwürfen und dem eingeschlagenen Weg ist auch nicht damit zu rechnen, dass 2014 der Durchbruch zu erwarten ist. Was schade ist, denn die Konservativen Deutschlands haben bis heute keine echten Volksvertreter die ihre Grundsätze politisch durchsetzen.

Bleibt abzuwarten ob die Deutsche Konservative Partei wieder zu ihrem Namen zurückfindet und echte konservative Grundzüge wieder aufnimmt um in Fahrt zu kommen. Zu befürchten ist allerdings der andere Weg. Frau Saul, die ursprünglich von der CDU kommt, sollte wissen, wie schnell der Inhalt nicht mehr zum Namen passt.

Allgemein jedoch kann man fragen, wozu gibt es diese Partei, wenn man doch nur von den Originalen lebt. Wäre es nicht für das rechte Spektrum besser, wenn man einheitlich den Weg nach Brüssel geht, wäre es nicht vielleicht besser die Originalparteien zu unterstützen? Die Frage ist, wem nützt die DKP wirklich und wem schadet sie, wenn sie sich so aufstellt?

 

Lesetipp: Patrick Pohl "Die gespaltene Rechte" – mehr zum Thema auch im nächsten Preußischen Anzeiger

 

2 comments on “Wie konservativ ist die Deutsche Konservative?
  1. Nun…, meine Freunde vom "Orden der Patrioten" und ich finden, man sollte die Deutsche Konservative Partei (ebenso wie die Alternative für Deutschland) gut im Auge behalten!

    Einer unserer Tipps lautet schließlich:

    13: Wählen SIE keine der etablierten Parteien, sondern schenken SIE Ihre Stimme lieber einer nicht-etablierten Partei, wie zum Beispiel der "Deutschen Konservativen Partei"(Rechts), oder der "Alternative für Deutschland"(Mitte). Das sind nur Beispiele; es gibt noch andere Parteien, deren Existenz die Hauptstrommedien zu leugnen versuchen. Um diese zu finden, müssen SIE nur die Macht des Internets nutzen!

  2. Pingback: preussischer-anzeiger.de | Die konservative Sammelpartei

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