Ohne Moos nix los!


Teufelsspiel (von Wolfgang Luley)

Gerd hatte sein Geld beim Skat verspielt. In seiner Hosentasche steckte kein Cent mehr, wohl aber seine geballte Faust. Ihm gehörte lediglich was er am Körper trug – der Rest an Vermögen: Bargeld, Cadillac, und die Villa mit Strand am Meer, hatten den Besitzer gewechselt.

 

Irgendein Teufel musste ihn aber geritten haben, dass er sagte: Komm schon, ein letzter Versuch. Alles auf eine Karte. Gewinne ich, bekomme ich alles zurück, gewinnst du, schenke ich dir mein Leben! Der Gewinner willigte ein, mischte das Kartenblatt und legte es mitten auf den Tisch. Die höchste Karte gewinnt, sagte er zu Gerd. Gerd fing an. Er deckte die erste Karte auf. Es war ein König! Erleichtert atmete Gerd auf. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, sagte er zum Gewinner, wenn du jetzt ein Ass hervorzauberst. Der andere hob seine Karte ebenfalls ab und betrachtete sie. Dann starrte er Gerd an. Gerd schluckte. Ich habe gewonnen – stimmts?, sagte er zum anderen. Der aber schwieg und warf seine Karte offen auf den Tisch. Es war ein Ass.

 

Verdammt! Ich war so nah dran, fluchte Gerd.

 

Verloren ist verloren, sagte der andere, nun gehört dein Leben mir!

 

Gerd erschauerte. Das habe ich doch nicht ernst gemeint, sagte er.

 

Nun musst du weiter bei mir bleiben.

 

Aber ich war so nah dran!, schrie Gerd.

 

Du bist immer nah dran, sagte der andere.

 

Welcher Teufel hat mich da nur geritten?, jammerte er.

 

Du weißt es, sagte der andere. Legte die beiden Karten zurück in den Stapel und mischte erneut.

 

Gerd erhob sich jammernd und setzte sich wieder an seinen Platz. Die nächste Runde verlangte nach ihm.

 

Gerd spielte bereits seit Jahrhunderten. Doch am Sieg war er immer bloß nah dran. Es war der reinste Fluch!

 

2 comments on “Teufelsspiel (von Wolfgang Luley)
  1. Stimmt. Wenn man aber einmal gewonnen hat, will man immer wieder. Es ist wie bei einer attraktiven Frau, von der man nicht die Augen lassen kann.

     

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