Kürzestgeschichten II (von Wolfgang Luley)

Satire & Humor

Im Häuschen aus dem Häuschen

Die Kinder sind ganz aus dem Häuschen,
der Ehemann ist gut drauf
und die Ehefrau gut drunter!

 

 

Ketten, Nylonstrümpfe und Kleid

Sie legte sich schicke Ketten um, zog Nylonstrümpfe an und schlüpfte in das Kleid und die Pumps. Nun war sie, für ihre Arbeit auf der Straße, genug entblößt.

Der Mörder

Sie ist das Opfer: er packt sie, stopft ihr das Maul und erledigt sie. Erst als sie fertig ist, lässt er von ihr ab. Und das Tag für Tag und Jahr für Jahr. Und doch wird er sie nie endgültig getötet haben: seine Arbeit.

2 thoughts on “Kürzestgeschichten II (von Wolfgang Luley)”

  1. Dürfte ich die Autoren Intention hinter dem Gedicht "Ketten, Nylonstrümpfe und Kleid" Erfahrenen? 

     

    Ich würde ungerne einen Interpretations Fehler machen 

    1. Hallo Franz,

      zunächst: der Text ist eine Kürzestgeschichte und kein Gedicht. Im dem Text geht es schlicht um eine Frau, die ihren Körper auf der Straße verkauft. Das “entblößt” bezieht sich nicht auf Äußerlichkeiten, weshalb in dem Text beschrieben wird, wie sie sich anzieht; die Entblößung ist mehr eine seelische. Indem sie sich zur Schau stellt, entblößt sie sich.

      Mehrere Interpretationen sind aber möglich!

      Viele Grüße

      Wolfgang

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