Ohne Moos nix los!


Warum das Leben keine Rolle spielen sollte

(W.L.) Dieser Tage scheiterte im EU-Parlament ein Antrag

zum Recht auf Abtreibung. Zu Fall gebracht hatte

ihn der Einspruch der katholischen Kirche.

 

Manche fluchen darüber, andre feiern. Unabhängig

davon: Wie kann man einen Menschen töten und

darauf noch ein Recht beanspruchen?

 

Der Aufgesang des westdeutschen Feminismus war

ein Ruf nach dem Recht auf Abtreibung. Frau ging

Anfang der 70iger Jahre auf die Straße, getrieben

von Angst: Angst vor ungewollter Schwangerschaft,

Angst vor illegalem Schwangerschaftsabbruch, der

bestraft werden konnte. Somit war der Ruf nach dem

Recht auf Abtreibung ein Ruf nach selbstbestimmten

Leben. Ein Recht, das von der Erfindung der Pille

noch unterstützt wurde. Der Spaß am Sex wuchs,

doch Geburten wurden seltener. Die Pille und der

Ruf nach dem Recht auf Abtreibung war dem Nach-

wuchs hinderlich.

 

Dafür betraten Frauen das Licht der Öffentlichkeit,

allen voran: Alice Schwarzer, die sich emanzipiert

nannte und zu einem Sprachrohr der feministischen

Bewegung wurde. Frauen wollten gehört werden, sie

wollten ihre Sicht auf die Gesellschaft mitteilen und

das taten sie dann auch lautstark. Schwarzer gründete

ihre Zeitung „Emma“ die fortan all die Themen be-

sprach, die Frauenseelen bedrückten. Eigentlich keine

schlechte Idee, eigentlich…

 

Was dann aber einsetzte glich einer babylonischen

Sprachverirrung. Die Sprache, so die Feministinnen,

sei männlich geprägt und müsse umgedeutet werden.

Es war der Ausbruch der „Innen-Krankheit“, jetzt gab

es Ärzte und Ärztinnen, Autoren und Autorinnen usw.

Selbst das neutrale „man“ geriet unter den Verdacht, im

Grunde, ein „mann“ zu sein. Was hätte ein Aufbruch in

eine bessere Zukunft werden können, wurde zu einem

Verbreiten von Aberglauben. Dem Aberglauben, dass

biologisches und grammatikalisches Geschlecht eins

sind. Grob ausgedrückt: die Soziologie wurde jetzt be-

tont. Und nicht nur das: sie erhielt den Vorzug gegen-

über der Biologie Das Verhalten der Frauen war jetzt

kein angeborenes mehr, es war ein anerzogenes. Die

böse Gesellschaft, in der Männer Frauen beherrschen,

hatte Menschen zu Frauen abgerichtet. Was man land-

läufig unter dem Begriff „Frau“ verstand, war also

nichts anderes als eine anerzogene und auferzwungene

Rolle.Und das hatte Frau nun, dank der feministischen

Bewegung, erkannt!

 

Das aber war nur der erste Streich, der zweite folgte so-

gleich. Er hieß: Gender Mainstreaming. Theoretisch

sollte er die Gleichstellung von Mann und Frau erreichen,

indem zukünftig, beider Besonderheiten mehr berück-

sichtig würden. Also die „Innen-Krankheit“ in allen mög-

lichen Lebenslagen- und Fragen. Ende der 90iger Jahre

führte es die EU als Richtlinie ein und Anfang des neuen

Jahrtausends die rot-grüne Regierung unter Bundeskanzler

Gerhard Schröder.

 

Der Feminismus hat eins geschafft: einst war er ein Ruf auf

der Straße und jetzt sitzt er auf dem Regierungsstuhl und

bringt Gesetze mit auf den Weg. Gemeint ist natürlich die

erste Bundeskanzlerin Deutschlands: Angela Merkel und

seit neuestem Deutschlands erste Verteidigungsministerin:

Ursula von der Leyen, die vom Arbeits- ins Verteidigungs-

ministerium wechselt. Frauen erklimmen die Spitze, müssen

sich Männer nun fürchten? Beginnt nun, wovon der Fiminis-

mus träumt – das Ende der männlichen Herrschaft und der

Beginn eines goldenen weiblichen Zeitalters? Kann sein.

 

Ich glaube aber eher nicht. Was der Feminismus noch mit

auf den Weg gebracht hat, war die Einstellung, Karriere solle

mehr zählen als Kinder. Ein Witz des Feminismus, dass aus-

gerechnet Alice Schwarzer, die Kämpferin für die Frauen,

selbst damit begann, Frauen zu entlassen. 2007 wollte sie die

Chefredaktion ihrer Zeitung an eine Nachfolgerin übergeben.

Die aber hatte ein Kind, dem sie mehr Aufmerksamkeit wid-

mete als der Redaktion, weshalb sie zwei Monate später wie-

der ihren Hut nehmen durfte. Ein Witz ist auch, dass die bis-

herige Familienministerin, Kristina Schröder, aus dem Ka-

binett-Merkel entfernt wird, weil sie mehr Wert auf Kind als

auf Karriere legt. Offenbar gibt es Frauen, die wollen lieber

Frauen bleiben, als bessere Männer zu werden.

 

Hat das vielleicht auch etwas mit Abtreibung zu tun? Frauen,

die lieber bessere Männer sein wollen, verzichten eher auf

Kinder als Frauen, die lieber Frauen bleiben wollen. Es ist be-

zeichnend, dass weder Schwarzer noch Merkel Kinder haben.

 

Gewiss, Frau Schwarzer bekennt gern und oft, dass sie eine

menschliche Gesellschaft will, also keine, in der Frauen über

Männer herrschen, dieses Bekenntnis kann man aber getrost

als Märchen bezeichnen. Wer ein Recht auf Tod fordert, hat

mit dem Leben wenig gemein. Wer Kinder im Mutterleib töt-

en will, weil er lieber ein selbstbestimmtes Leben will, weil er

lieber Karriere will, der will ein besserer Mann werden. Eine

Frau, die ihre Weiblichkeit leugnet, wird kein besserer Mann,

sondern nur eine schlechtere Frau. Darüber wird nicht jede

Frau fluchen, das ist auch nicht für jede Frau ein Grund zum

feiern. Es wird sicher auch Männer geben, die aus diesem

Grund feiern oder fluchen. Männer sind auch nur Menschen.

 

Ich hoffe, auch in Zukunft wird es kein Recht auf Abtreibung

geben. Es darf niemals ein Recht auf Tod geben. Wo der Tod

Recht bekommt, will er auch herrschen. Das Leben ist aber

kein Friedhof auf dem der Sensenmann tanzt. Wer lebt, ist

standhaft und frei. Er sucht nicht den Sensenmann, er sucht

die Fröhlichkeit.

 

Aus diesem Grund darf nicht allein – oder hauptsächlich – die

katholische Kirche für das Recht auf Leben zuständig sein. In

der Mehrheitsgesellschaft muss das Leben eine Rolle spielen

und nicht der Tod. Nein, das Leben soll keine Rolle spielen, es

soll sein – einfach nur sein!

 

One comment on “Warum das Leben keine Rolle spielen sollte
  1. Es ist eigentümlich, dass über die wunderbaren schöpfungsgemäß gegebenen Ergänzungsmöglichkeiten von Frau und Mann bei dem ideologisch geprägten Gleichmachungsbestreben von Gender-Mainstreaming kaum oder nicht gesprochen wird, denn das Gehirn ist das größte „Geschlechtsorgan“. Dort finden sich die wichtigsten, prägendsten und auch bereicherndsten Unterschiede zwischen Frau und Mann in den Bereichen „physiologische Abläufe“, „zentralnervöse Informationsverarbeitung“ und „genuinen, also angeborenen Denk- und Bewertungsprinzipien“. In Denk- und Bewertungsprinzipien, welche sich eben nicht einfach beispielsweise mit unterschiedlichen sozialen Erfahrungen in der Kindheit oder sonstigen sozio-kulturellen Einflüssen erklären lassen.

    Frauen haben z. B. mehr graue Gehirnzellen und weniger verknüpfende Nervenfasern im Gehirn: „Frauen können die einen Dinge besser, Männern die anderen; wir müssen lernen, einander zu helfen“.

    Damit und mit weiteren Unterschieden in den männlichen und weiblichen Gehirnen ist eine optimale Ergänzungsmöglichkeit der beiden Geschlechter trotz Konfliktstoff gegeben; Gleichheit kann sich höchstens addieren, Verschiedenheit kann wesentlich mehr erreichen (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 3. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2013)

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