Karneval – große Koalition – und Staatsrecht

Satire & Humor , ,

(W.L.) SPD-Karnevalsprinz Sigmar Gabriel I. sorgte jüngst

für heitere Stimmung, als er dem ZDF ein Interview

gab und und die Moderatorin sich nicht mit Phrasen

zufriedengeben wollte.

 

Und sie tat etwas, was sehr, sehr unhöflich ist: sie

hakte nach. Nein? Doch! Oh! Mein! Gott! Ja, das ist

tatsächlich unglaublich und bescheuert. Wie kann

eine Journalistin einen Politiker nur so behandeln?

 

Wie bedauerlich. Da legt man sich Phrasen zurecht,

will damit seine nicht vorhandene Meinung verdecken

und dann kommt so eine Journalistin daher und wagt

einen Blick hinter die Verkleidung. Skandal!

 

Ach Sigi, wie sehr ich Dich verstehe. Deine SPD ver-

liert die Bundestagswahlen, weil die Wähler Deine

Partei einfach bescheuert finden und dann könntest Du,

sozusagen durch ein Hintertürchen namens große Ko-

alition, doch noch ein Pöstchen in der Regierung er-

gattern und wieder gibt es Wähler, die das bescheuert

finden. Mensch Sigi, Du hast es aber auch echt schwer.

 

Dabei ist Dein Plan genial! Das Wahlvolk hast Du nicht

hinter Dich bringen können, also hast Du Dir gedacht,

dann bringe ich halt das Parteivolk der SPD hinter mich.

Schlau, schlau! Wenn also das SPD-Parteivolk für eine

große Koalition stimmt, dann wäre damit das Wahlvolk

überstimmt. Somit wäre es zukünftig egal, wie das Volk

abstimmt. Wenn das Wahlvolk sagt: Sigi, Deine SPD ist

total bescheuert, wir wünschen euch zur Hölle, aber, das

SPD-Parteivolk Dich in den Himmel lobt, dann zählt das

Wort des Parteivolks mehr. So kann man sich auch eine

Zustimmung für eine Regierungsbeteiligung holen.

Erstens aber ist Dein Parteivolk skeptisch und zweitens

kommt es anders als Du denkst.

 

Selbst wenn das SPD-Parteivolk für eine große Koalition

stimmen sollte, ändert das wenig. Warum? Staatsrechtler

Ulrich Battis äußerte gegenüber der Tageszeitung „Welt“:

Das Ergebnis ist im Grunde genauso wenig bindend wie

etwa die Entscheidung eines Parteivorstands. Das ge-

wählte Parlament wird übergangen. Mensch Sigi, Du hast

es aber auch schwer.

 

Andererseits: das ZDF-Interview hätte Deine Verkleidung

auch zum Einsturz bringen können. Wie? Die Moderatorin

hätte auch, anstatt auf der Frage zu beharren, ob eine

Mitgliederbefragung rechtens ist, auch Neuwahlen vor-

schlagen können. Jaja lieber Sigi. Eine große Koalition ist

keine Frage des Schicksals, es ist eine Frage von Pöstchen-

jägerei. Unser Sigi ist nämlich ein klassischer Jäger und

Sammler von Posten. So gesehen würde ich auch nur die

Frage diskutieren, unter welchen Bedingungen eine solche

Koalition zustande kommen soll. Und da kann man auch

das eigene Wahlvolk fragen, dessen Votum eh nicht bindend

ist. Natürlich wusste das unser SPD-Karnevalsprinz vorher.

Hätte er aber offen gesagt, was er will, hätte uns Wähler das

um eine heitere Fastnachtsposse gebracht.

 

Ernsthafte Politik darf man vom Sigi nicht erwarten. Sollte

er, wie in Medien gemunkelt wird, Stellvertretender Kanzler

werden, dann kann man sich auf vier Jahre voll Heiterkeit

und Klamauk einrichten.

 

Die ZDF-Moderatorin hat das wohl geahnt und ihm deshalb

unbequeme Fragen gestellt.

 

Aaaaaber! Selbst wenn er mit Frau Merkel eine Koalition

bilden wird, die man nur als Bremse für die Zukunft Deutsch-

lands bezeichnen kann, Frau Merkel war das bisher nur allein,

dann wird er es sein, der in dieser Posse, die sich Politik nennt,

für Heiterkeit und Klamauk sorgen wird.

 

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