Ökologisch saubere Kriege sind politisch korrekt!

Satire & Humor , , , ,

(W.L.) Quizfrage: Finden Sie nicht auch, dass ein Tod durch Hexogen

besser ist, als wenn Sie von einer Bombe zerfetzt werden?

 

Nein? Richtig geraten! Der Unterschied ist der, dass Bomben

schneller und weniger schmerzhaft wirken.

 

 

Und dieses olle Hexo-Dingsbums schädigt Organe und noch

schlimmer: die Umwelt. Man stelle sich vor: ein Krieg, der

nicht mehr im Grünen stattfinden kann, weil die Umwelt tot

ist! Ein Alptraum für jeden General und Kriegstreiber. Nur

Kriege im Grünen sind richtige Kriege – jawohl!

 

 

 

Das wird sich auch Thomas Klapötke gedacht haben, als er der

Frage nachging, wie man im Krieg – als Soldat oder Zivilist –

so getötet werden kann, dass es die Umwelt besser erträgt.

 

 

 

Thomas Klapötke ist Professor für Anorganische Chemie an

der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Und er will

die Frage lösen, wie man künftig ohne dieses olle Hexo-Dings-

bums auskommt. Man stelle sich vor: seit dem zweiten Welt-

krieg wird Hexogen verwendet – was ein Umweltskandal.

 

 

 

In Zukunft soll es nur saubere Kriege geben. Saubere Kriege?

Ja, aber nicht so, wie das Amerika immer wieder behaupten.

Die glauben ernsthaft, sie könnten Bomben konstruieren, mit

denen ausschließlich Feinde getötet würden. Zivile Opfer hat es

immer gegeben und wird es auch immer wieder geben. Insofern,

gibt es keine Waffen, die säuberlich in Freund und Feind tren-

nen und somit einen sauberen Krieg garantieren können. Da ist

es hilfreicher, wenn man Bomben hat, die töten, ohne gleich-

zeitig die Umwelt zu schädigen. Das zumindest wäre ein Krieg,

der sauberer wäre und dem Ideal eines sauberen Krieges näher

kommen würde.

 

 

 

So ähnliche Gedanken werden auch den Amerikanern durch

ihren Kopf gegangen sein. 2012 hat das US-Verteidigungs-

ministerium etwa eine halbe Million Dollar für seine Arbeit be-

zahlt. Auch sonst arbeitet die amerikanische Regierung gern mit

deutschen Hochschulen und Universitäten zusammen. Laut des

Norddeutschen Rundfunks (NDR) und der Süddeutschen Zeitung

sollen das – seit 2000 – über 22 sein.

 

 

 

Eigentlich soll Forschung zu friedlichen Zwecken dienen. Herr

Klapötke hat vor dieser Frage keine Berührungsangst. Warum

auch? Diese Frage stellt sich ihm nicht – er bekommt ja Geld.

Und wenn es jemand etwas genauer wissen möchte, dann hat er

auch für den eine Antwort parat. So äußerte er gegenüber der

Süddeutschen: "Entweder man ist Pazifist und schafft die Armee

ab. Oder man glaubt an das Nato-Bündnis – dann ist es natürlich

auch nicht verwerflich, seine eigenen Leute mit gutem Material

auszustatten."

 

 

 

Dieser Mann ist nicht angepasst – er ist auserwählt! Er glaubt

an die Natur und an saubere Kriege. Auch verwechselt er die

Nato mit Amerika. Denn nicht die Nato führt weltweit Krieg,

sondern Amerika. Doch ich meinte etwas anderes:

Herr Klapötke ist ein Auserwählter, weil er erkannt hat, wie

man das Ideal des sauberen Krieges verwirklichen kann. Man

schont die Umwelt und tötet dafür nur Menschen. Wenn dann –

irgendwann – alle Menschen tot sind, haben wir den saubersten

Krieg, der sich vorstellen lässt: Krieg ohne Menschen.

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