Im Räderwerk der Gesinnunsschnüffelei

(W.L.) Wiesler – klingt nach einem neugierigen Wiesel – oder?

Der Film Das Leben der Anderen handelt von dem Stasi

Hauptmann Gerd Wiesler, der andere Leute beschnüffelt.

Er ist jemand, der Anstand und Moral einer – in seinen

Augen – höheren Wahrheit geopfert hat. Er steht auf der

Warte des Sozialismus, und von da oben schaut der auf

die Mitbürger hinab.

 

Nicht anders handelt Bundesinnenminister Hans-Peter

Friedrich, der Bürgerrechte beschneiden will.

 

 

Das Messer in seiner Hand ist die Prävention. Künftig

soll nicht bestraft werden, wer eine Straftat begangen

hat, künftig ist jeder Heimsuchbar, der eine irgendwie

gefährliche Grundüberzeugung hat. Grusel! Grusel!

 

 

 

Nein, so schlimm ist es jetzt nicht. Friedrich geht es

konkret um einen Kampf gegen Terror. Wenn also

jemand in den Verdacht gerät ein Anderer zu sein,

dann kann er zukünftig bestraft werden.

 

 

 

Im Film Das Leben der Anderen war das Bürger, die

keine Sozialisten – aber ansonsten harmlos – waren.

Dem Film ging es auch eher darum, einen Mecha-

nismus vorzuführen, quasi ein Räderwerk, das harm-

lose Bürger greift und sie beschneidet. Und wenn sie

Pech haben: zermalmt. In der Kriegsführung spricht

man von einem Kollateralschaden, (Begleitschaden).

Es wurde nicht beabsichtigt, aber in Kauf genommen.

 

 

 

Ist doch logisch! Was müssen Leute auch eigene Ge-

danken haben. Es heißt nicht umsonst: wer den eigen-

en Verstand gebraucht, kommt durch ihn um! So ist

das eben in einer Zeit, die auf Menschen herabblickt.

 

 

 

Ja, ich weiß: wir sind nicht die DDR und haben keine

Mauer vor unsrer Nase. Was aber die Bundesrepublik

mit der DDR verbindet ist die Gesinnungschnüffelei.

Genau darum geht es – auch schon früher!

 

 

 

In diesen Tagen feiert ein großer deutscher Politiker

seinen 100 Geburtstag. Es ist Willi Brandt. Kanzler

und Friedensnobelpreisträger, der Notstandsgesetze

und Radikalenerlasse mit auf den Weg gebracht hat.

 

 

 

Gewiss, er war kein Gerd Wiesler, er glaubte den

roten Terror der Roten Armee Fraktion beschneiden

zu können. Aber die Bürgerrechte haben darunter

doch gelitten.

 

 

 

Auch heute sollen die Bürgerrechte weiter leiden.

Aber doch nur im Internet raunen Beschwichtiger

im Chor. Ja, nur im Internet. Welche Auswirkungen

das haben kann, hat man jüngst in der Schweiz gesehen,

wo ein Jugendlicher von seinem Lehrer angezeigt

worden war, weil dieser einen Beitrag des Jungen miss-

interpretiert hatte. Der Lehrer hatte gemeint, er würde

einen Amoklauf verhindern, in Wahrheit war es nur

eine missverständliche Äußerung. Wurde der Junge be-

straft? Ja!

 

 

 

Geht es nach Hans-Joachim Friedrich, dann soll das bald

auch in Deutschland möglich sein können. Sie – liebe

Leser – haben nichts zu verbergen? Sie drücken sich

auch immer korrekt und unmissverständlich aus? Super,

dann sind Sie eine Ausnahme. Der Rest von uns kann das

nicht. Also was? Selbst schuld? Nein, das ist zu einfach.

 

 

 

Die Europäische Union will künftig EU-Kritiker über-

wachen. Wer sich also kritisch über die EU äußert, soll

überwacht werden können. Da passt es doch wun-der-

bar, dass Herr Friedrich durch sein Gesinnungs-Über-

wachungs-Papier gleich alle Bürger umfassend Über-

wachen will. Natürlich nur ein Zufall!

 

 

 

Wenn ein Staat seinen Bürgern misstraut, ist das die Ge-

burtsstunde einer Diktatur! Heute will der Staat nur dein

Bestes und morgen knüppelt er dich nieder.

 

 

 

Staatliches Misstrauen und staatliche Zensur sind eine

Peitsche gegen mündige Bürger.

 

 

 

Der Film Das Leben der Anderen ist nur deshalb er-

träglich, weil er nicht unsere Zeit, unsere Wirklichkeit,

zeigt. Damit sich das nicht ändert, müssen wir alle unsre

Bürgerrechte in Anspruch nehmen. Ich halte es lieber mit

den Anderen als mit den Wieseln.

 

 

 

Zum Schluss noch einige Sprüche!

 

 

 

Wahrheit verleiht jene Flügel,

die von der Gesinnung gefressen werden.

 

 

 

Wer nach der Gesinnung fragt,

will nicht reden, sondern richten.

 

 

 

Ein Staat – eine Gesinnung! spricht jede Gewaltdiktatur.

 

 

 

Ein Staat, der sich weniger für Menschen und mehr für

die Gesinnung seiner Staatsbürger interessiert, ist keiner.

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