Wie Negerpuppen Realsatiren schreiben

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(W.L.) Spiegel-Online meldet, das Wort Negerpuppe habe der

Autorin Sarah Kuttner eine Anzeige wegen rassist-

ischer Beleidigung eingebracht. Die Political Correct-

ness treibt weitere Blüten.

 

Spaßvögel haben den Begriff des maximalpigmentieren

Menschen erfunden. Ist das besser?

 

 

 

 

Bleiben wir bei dem Grund der Anzeige. Ein Bürger

 

mit äthiopischen Wurzeln habe sich in seiner Ehre be-

 

leidigt gefühlt. Ein Wort als Bulldozer, der die blühenden

 

Landschaften der Ehre zerstört?

 

 

 

Während der Lesung soll der Mann sich ruhig verhalten

 

haben, erst im Anschluss der Lesung soll er das Gespräch

 

mit der Autorin gesucht, aber nicht gefunden haben. Die

 

zwei haben wohl miteinander geredet, aber aneinander

 

vorbei. Daraufhin habe der Mann, noch an Ort und Stelle,

 

die Polizei gerufen und Anzeige erstattet.

 

 

 

Nun hat also eine Autorin, die sich über eine Negerpuppe

 

äußert, die sie als rassistisch empfindet, eine Anzeige be-

 

kommen, weil sie Rassistin sein soll. Das klingt nach

 

Realsatire, und doch ist es typisch deutsch. Wir leben in

 

einem Land, in dem ständig die Nazi-Keule geschwungen

 

wird, weil – angeblich – dieses oder jenes Wort nicht po-

 

litisch korrekt sein soll. Wer Zigeunerschnitzel oder

 

Negerkuss sagt, der setzt sich dem Verdacht aus, eine

 

braune Seele zu besitzen. Und natürlich fehlt auch keiner,

 

der daran erinnert, wie Nazi-Deutschland die Gärten der

 

Welt verwüstet hat. Und diese Schuld sei derart enorm,

 

dass wir, als Nachfahren dieses Nazi-Deutschlands, noch

 

heute darunter zu leiden haben sollten.

 

 

 

Zumindest glauben dass die Moralapostel, diese soge-

 

nannten Gut- und Bessermenschen, die jede Gelegenheit

 

für ihre Predigten und Standpauken nutzen. Kein Tag

 

vergeht, an dem nicht festgestellt wird, wie niederträchtig

 

der Deutsche ist und wie schlimm die Nazis waren und

 

dass so ein Nackenschlag ins Genick der Menschheit nie

 

wieder geschehen dürfe. Hitler ist seit über sechzig Jahren

 

tot, über ihn wird aber so berichtet, als würde er noch leben

 

und seine Greuel, im Garten der Menschheit, weiter an-

 

richten. Auch das ist Realsatire und deutscher Alltag.

 

 

 

Nun sind Verbrechen gegen die Menschheit das Eine, aber

 

verletzte Ehre das Andere. Man kann nicht beides auf eine

 

Stufe drücken. Das ist Gleichmacherei und wird der Sache,

 

um die es eigentlich geht, nicht gerecht.

 

Worum geht es? Ich denke, wer Sprache als rassistisch

 

wertet, der begeht einen Fehler, er schließt von der Sprache

 

auf die Gesinnung eines Menschen. Nun weiß man aber,

 

spätestens seit Karl Marx, dass Menschen sich durch Taten

 

definieren und eben nicht durch Worte. Worte sind Worte

 

und Taten sind Beweise.

 

 

 

Sarah Kuttner hat durch ihr Verhalten nach der Lesung ge-

 

zeigt, dass sie keine Diskussion wollte. Sie hat ihren Stand-

 

punkt verteidigt und der Mann, der sich beleidigt fühlte,

 

seinen. So haben beide aneinander vorbeigeredet. Und das

 

Ergebnis: eine Anzeige.

 

 

 

Hätte die Kuttner gesagt: Du blöder Bambusneger hast mir

 

nichts zu melden, geh in deinen Urwald zurück, wo du herge-

 

kommen bist, so wäre der Fall eindeutig. Hat sie aber nicht.

 

Sie hat lediglich von einer Negerpuppe gesprochen und den

 

Standpunkt des Mannes nicht ernst genommen. Genau: sie

 

hat ihn nicht ernst genommen! Ehre hat etwas damit zu tun,

 

den Gegenüber ernst zu nehmen. Wer diesen Grundsatz

 

missachtet, kann ihn beleidigen und in seiner Ehre kränken.

 

Nicht im Strafrechtlichen, wohl aber im gefühlten, Sinne.

 

 

 

Hätte die Kuttner gesagt: ja, ich verstehe dich, man kann

 

auch eine andere Sichtweise haben; bitte entschuldige. Und

 

hätte sie ihre Erklärung mit einer witzigen Bemerkung ge-

 

schlossen, der Mann hätte vielleicht gelacht und ihr noch

 

einen schönen Abend gewünscht. Doch so…

 

 

 

Es war also eher ihr Verhalten, das der Kuttner zum Ver-

 

hängnis geworden ist und weniger der Umgang mit der

 

Sprache. Darum sage ich: Political Correctness ist ein Bull-

 

dozer, der die Gärten des mitmenschlichen Verhaltens ver-

 

wüstet. Darum sollten wir mehr über Verhalten und weniger

 

über Sprache reden. Aus diesem Grund hilft es auch nicht,

 

von maximalpigmentierten Menschen zu sprechen.

 

 

 

Als Spaßvogel habe ich natürlich noch Sprüche auf Lager,

 

die ich euch nicht vorenthalten will.

 

 

 

Worte können vernebeln und verletzen, Worte können auch

 

erheitern und erhellen; aber die Welt lebt von Taten.

 

 

 

Anzeigen sind auch nur Ansichtssache!

 

 

 

Political Correctness ist ein Papagei

 

der Moralapostel, es weiß nicht wirklich, was es predigt.

 

 

 

Moral ist, für Gut- und Bessermenschen, nur ein Spielzeug

 

oder ein Spiegel. Nicht aber für gute Menschen.

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